• Genealogie

    V Robert, aus Nordhausen, Bes. e. Farbenfabrik in B. (gegr. 1876);
    M Emilie Schultz aus G.;
    Ostheim v. d. Rhön 1900 Elisabeth (* 1870), T d. Mädchenschuldir. Kromschröder in Celle;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    K. hat sich stets als Schlesier gefühlt, wie denn die schlesische Rübezahlsage in seiner Erzählung „Wenn das der Alte Fritz gewußt hätte“ (1917) zu humorvollem Leben erwacht. Seit 1876 lebte er in Berlin und verbrachte die Ferien in Schlesien. Seit 1890 studierte er in Göttingen und Berlin Philologie und Kunstgeschichte, brach aber sein Studium ab, als seine Renaissance-Tragödie „Filippo Lippi“ (1897) vom Goethe-Biographen A. Bielschowsky als großer Wurf anerkannt, vom Verleger S. Fischer gedruckt (1899) und von Heinrich Hart im „Literarischen Echo“ gewürdigt wurde (Uraufführung Nürnberg 1922). Weihnachten 1898 schrieb er in 5 Tagen das Spiel „Gevatter Tod“, das den Erlösungsgedanken dramatisiert und 1900 im Berliner Königlichen Schauspielhaus großen Publikumserfolg errang. Es folgten circa 30 Dramen mit antikem, biblischem, geschichtlichem oder Heldensagenstoff, die vom Publikum meist begeistert aufgenommen wurden und K. die Stellung als Dramaturg an Berliner Theatern einbrachten. Mit dem Kriminalstück „Meister Josef“ (1906) versuchte er sich im naturalistischen Zeitdrama (Uraufführung München 1906). Sein Lustspiel „Frühlingsregen“ (1904) gestaltete H. Durra zu einer komischen Oper, andere Werke wurden von verschiedenen Komponisten vertont. Sein Festspiel „Stein“ (1907) fand besonders bei der Jugend Beifall. Die auf den Naturalismus eingeschworenen Literaturkritiker ignorierten K.s Theatererfolge oder schrieben vernichtende Kritiken. Der Volksschillerpreis 1908, den er ursprünglich für „Wielant der Schmied“ (1906) erhalten sollte, ging an Ernst Hardt (für „Tantris“). Seine „Alkestis“ (1910), 1912 im Lessing-Theater mit großem Publikumserfolg aufgeführt, wurde von der Presse totgeschwiegen, das Buch von dem Geographie-Verleger Freud aufgekauft und eingestampft (Neudruck 1920). So wurde K. in die Isolation gedrängt und nach 1918 als Vorkämpfer völkischer Wiedergeburt und Heimatdichter abgestempelt (Langhans-Preis des Deutschbundes 1919, Goethe-Medaille 1937). Seine Lyrik ist zeitgebundene Reaktion auf politische Ereignisse, aber sein umfangreiches dramatisches und erzählerisches Werk ist nach Form und Gehalt beachtlich. Daß 1926 ein Brandunglück seine Bibliothek und Manuskripte vernichtete, traf ihn schwer. – K. gehört wie der wenig ältere Elsässer Fritz Lienhard zu den von klassischer Geistigkeit, Christentum und vaterländischer Gesinnung geprägten idealistischen bürgerlichen Dichtern, die sich dem Naturalismus und Materialismus entgegenstemmten und deshalb als Reaktionäre und Nationalisten verketzert wurden. Mit einigen Dramen, Märchenlegenden, Erzählungen, besonders der hinreißenden romantischen Künstlernovelle „Geschichte von der silberfarbenen Wolkensaumweise“ (1910), gewann er die Liebe einer besinnlichen konservativen Bildungsschicht, die ihm treu blieb.

  • Werke

    Weitere W Der verlorene Sohn, 1945;
    Allhaia, 1946.

  • Literatur

    M. Treblin, Der Dichter E. K., 1919, 21924;
    A. Haberkalt, E. K.s dichter. Werk, phil. Diss. Wien 1938 (ungedr., unvollst. W-Verz.);
    F. Lüdtke, in: Ostdt. Mhh. 16, 1935/36. S. 633-35;
    K. Konrad, E. K., in: Schlesische Mhh. 13, 1936, S. 41-46 (P);
    ders., in: Sudetendt. Mhh., 1937, S. 481-83;
    H. Rosenfeld, in: Archiv f. Gesch. d. Buchwesens 11, 1970, S. 361 (üb. unveröff. Humoreske);
    Kosch, Lit.-Lex. (W);
    Kürschner, Lit.-Kal., Nekr. 1936–70, 1973 (W).

  • Autor/in

    Hellmut Rosenfeld
  • Empfohlene Zitierweise

    Rosenfeld, Hellmut, "König, Eberhard" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 335 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116288868.html#ndbcontent

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