Lebensdaten
1858 bis 1942
Geburtsort
Hannover
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Astronom
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116264136 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kobold, Hermann

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Zitierweise

Kobold, Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116264136.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Tischlermeister, aus Zimmermannsfam. in Bremke b. Göttingen;
    M Dorette Denker aus Stolzenau/Weser;
    1887 Dorothea Brandt;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    K. studierte 1877-80 in Göttingen bei W. Klinkerfues Astronomie. 1880 promovierte er zum Dr. phil. mit der Dissertation „Eine allgemeine Methode zur Berechnung absoluter Störungen“. Er wurde zunächst (1880-84) Observator an der ungarischen Privatsternwarte von Konkoly in O'Gyalla und nahm 1882 an einer deutschen Expedition nach Süd-Carolina zur Beobachtung des Venus-Durchgangs vor der Sonnenscheibe teil. 1884-87 arbeitete K. als Beamter der deutschen Venus-Kommission in Berlin unter Auwers an der Auswertung der Beobachtungen der Venus-Durchgänge von 1874 und 1882 mit. 1887-1902 war er I. Observator an der Universitäts-Sternwarte in Straßburg, wo er sich 1888 habilitierte und 1900 zum außerordentlichen Professor ernannt wurde. 1902 siedelte er als Observator an die Sternwarte in Kiel über. Er war ein unermüdlicher Beobachter und veröffentlichte zahlreiche Messungen der Positionen von Sternen, Planeten, Kometen und Nebeln. Er berechnete Bahnen von Planeten und Kometen sowie Eigenbewegungen von Sternen; 46 zuerst von ihm beschriebene Nebel wurden in Dreyers Index-Katalog der Nebel aufgenommen. Seine bedeutendste Leistung war die Entdeckung, daß die Eigenbewegungen der Sterne in der Sonnenumgebung nicht ungeordnet sind, sondern Vorzugsrichtungen aufweisen (1890); aus K.s Arbeiten zu diesem Thema entwickelte Kapteyn (1904) seine Zweistromtheorie der Bewegung der Sterne. 1907 übernahm K. in Kiel die Herausgabe der 1821 gegründeten „Astronomischen Nachrichten“, der damals führenden Fachzeitschrift, die er über 30 Jahre lang, auch nach seiner Erblindung (1929), bis 1938 besorgte (Band 175-266). 1908 wurde er zum beamteten außerordentlichen, 1909 zum ordentlichen Honorar-Professor und 1921 zum ordentlichen Professor an der Universität Kiel ernannt; 1924 wurde er emeritiert.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Royal Astronomical Society, London (1912).

  • Werke

    Weitere W Der Bau d. Fixsternsystems, 1906;
    Stellarastronomie, in: Enc. d. math. Wiss. VI,|2, B 2, 1926, S. 239-372;
    zahlr. Originalart. u. Referate in d. Astronom. Nachrr. u. a. Fachzss.

  • Literatur

    M. Ebell, in: Vj.schrr. d. Astronom. Ges. 77, 1942, S. 241-52 (W, L, P);
    Pogg. III-VII a.

  • Autor/in

    Joachim Dachs
  • Empfohlene Zitierweise

    Dachs, Joachim, "Kobold, Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 248 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116264136.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA