Lebensdaten
1872 bis 1927
Geburtsort
Lübz (Mecklenburg)
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Mathematiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116257490 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ahrens, Wilhelm Ernst Martin Georg
  • Ahrens, Wilhelm
  • Ahrens, Wilhelm Ernst Martin Georg
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Zitierweise

Ahrens, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116257490.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kaufmann in Rostock.

  • Leben

    Nach Studium der Mathematik in Rostock, Berlin und Freiburg promovierte A. in Rostock mit dem Thema: Über eine Gattung n-fach periodischer Funktionen von n-reellen Veränderlichen (1895). Im gleichen Jahr bestand er auch mit ausgezeichnetem Erfolg die Staatsprüfung für das höhere Lehramt. A. war für ein Jahr Lehrer an der Deutschen Schule in Antwerpen und dann noch zwei Semester in Leipzig bei Sophus Lie. Daraus erwuchsen einige rein mathematische gruppentheoretische Arbeiten. Von 1897 bis 1904 war A. an der Bauschule und dann an der Maschinenbauschule in Magdeburg tätig. Als diese Schule verstaatlicht wurde, nahm er seinen Abschied, weil er befürchtete, im Staatsdienst in einen kleineren Ort versetzt zu werden. Er ließ sich dann als Privatgelehrter in Rostock nieder und hat seitdem eine große literarische Tätigkeit in Zeitschriften, Zeitungen und durch Bücher entfaltet. Als ausgezeichneter Schachspieler kam er zu immer weiter ausgreifenden Beschäftigungen mit mathematischen Spielen und Unterhaltungen, wovon 23 Kapitel seines zweibändigen Werkes „Mathematische Unterhaltungen und Spiele“ (1910-18) zeugen. Mit seiner erstaunlichen Belesenheit spürt er den oft sehr alten Quellen nach und weiß andererseits das charakteristisch Mathematische klar hervorzuheben. So war er auch der geeignete Bearbeiter des Artikels „Mathematische Spiele“ in der Enzyklopädie der Mathematischen Wissenschaften. Als „Mathematischer Büchmann“ ist A. durch sein mustergültig redigiertes Sammelwerk „Scherz und Ernst in der Mathematik, geflügelte und ungeflügelte Worte“ (1904) sehr bekannt geworden. Er hat den Briefwechsel der Brüder Jacobi, des Mathematikers und Elektrotechnikers, herausgegeben und durch eine große Anzahl historischer und literarischer Anmerkungen dem heutigen Leser verständlich gemacht. Aus kritischer Untersuchung der Quellen entstand das für die Gelehrtengeschichte sehr interessante Buch „Mathematikeranekdoten“ (1916). Als Kritiker scharf, war A. im persönlichen Verkehr liebenswürdig. Er trug sich noch mit vielen literarischen Plänen, z. B. zu einem großen Werk über magische Quadrate und einer Neuauflage von „Scherz und Ernst“, doch der Tod hinderte ihn daran.

  • Literatur

    W. Lorey, W. A. zum Gedächtnis, in: Archiv f. Gesch. d Math., d. Naturwiss. u. d. Technik X, H. 3, 1927 (P);
    Pogg. IV, V (weitere W).

  • Autor/in

    Wilhelm Lorey
  • Empfohlene Zitierweise

    Lorey, Wilhelm, "Ahrens, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 113-114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116257490.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA