Lebensdaten
1836 bis 1900
Geburtsort
Meseritz (Provinz Posen)
Sterbeort
Heilanstalt Karlsfeld (Sachsen)
Beruf/Funktion
Rechtshistoriker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116252596 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Boretius, Alfred Edwin
  • Boretius, Alfred
  • Boretius, Alfred Edwin
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Zitierweise

Boretius, Alfred, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116252596.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ernst Theodor (1797–1870), Land- und Stadtgerichtsrat in Meseritz, aus Pfarrerfamilie, die, aus dem Königreich Polen vertrieben, sich im Ordensland ansiedelte;
    M Amalie Linke;
    1874 Agathe Doberenz ( 1922); kinderlos.

  • Leben

    B. studierte 1855 in Berlin, 1855-58 in Halle Rechtswissenschaft. Unter seinen Lehrern sind Rudolf von Gneist, Ludwig Wilhelm Ant. Pernice, Paul Johann Merkel und Karl Georg Bruns hervorzuheben. 1860-65 war er Mitarbeiter bei den Monumenta Germaniae historica. 1864 habilitierte er sich in Berlin mit einer Arbeit, die grundlegende, im Kern noch heute gültige Erkenntnisse über das Wesen der karolingischen Kapitularien brachte. 1868 erschien die Ausgabe der Langobardengesetze in der Leges-Reihe der Monumenta; B. hatte darin den Liber Papiensis allein, den Edictus Langobardorum nach eigener Mitteilung fast allein bearbeitet; von Friedrich Blume würde danach nur die Ausgabe der Lombarda stammen. Die Ausgabe war für die Zeit hervorragend; besonders die Entwirrung der Überlieferung des Liber Papiensis ist ein bleibender Gewinn der Wissenschaft. 1868 wurde B. als ordentlicher Professor nach Zürich berufen, legte aber 1871 sein Amt nieder. Neben eine bereits 1872 wieder aufgegebene Honorarprofessur in Berlin trat jetzt bis 1873 hauptamtlich journalistische Tätigkeit an der Nationalzeitung. Das Werk „Neue Beiträge zur Capitularienkritik“ brachte ihm im Sommer 1874 einen Ruf nach Halle. Dort stellte er den 1. Band der 1876 übernommenen Ausgabe der Kapitularien für die Monumenta fertig (erschienen 1881 bzw. 1883). Den zweiten Band zu vollenden hinderte ihn die bald ausbrechende Krankheit. Die Ausgabe bedeutete sachlich gegenüber der von Georg Heinrich Pertz einen erheblichen Fortschritt, ist aber philologisch unzulänglich, da B. die Handschriftenfiliation nicht untersuchte und die Herkunft der Lesarten nicht immer nachwies. 1875, 1879 und 1885 war B. Mitglied der Generalsynode, 1878-81 nationalliberaler Abgeordneter für Halle im Reichstag; 1885 war er ins preußische Abgeordnetenhaus gewählt. Da befiel ihn 1886 ein unheilbares Nervenleiden.

  • Werke

    Weitere W De iure bellorum privatorum ex legibus imperii Romano-Germanici, Diss. Halle 1858;
    Die Capitularien im Langobardenreich, 1864;
    Üb. Gesetz u. Gesch. d. Burgunder, in: HZ 21, 1869, S. 1-27;
    Zur Lex Saxonum, ebenda, 22, 1869, S. 148-65;
    Capitularien z. Lex Salica (Ausg.), in: J. F. Behrend, Lex Salica, 1874, 21898 (ohne B.s Vorbemerkung S. 97 f.);
    Eine neue sozialwiss. Schr., in: Im neuen Reich 1, 1879, S. 92-102;
    Das röm. u. d. preuß. Reich dt. Nation, in: Preuß. Jbb. 41, 1878, S. 507-28;
    Die Umwandlung d. dt. Rechtslebens durch d. Aufnahme d. röm. Rechts, ebenda, 52, 1883, S. 105-27;
    A. B., Ein Lb. in Briefen, 1849–74, 1900.

  • Literatur

    Stintzing-Landsberg III/2, S. 378;
    H. Brunner, in: ZSRG 21, S. IX-XX;
    K. Zeumer, in: NA 26, 1901, S. 255-57;
    A. Teichmann, in: BJ V, S. 171-74;
    H. Breßlau, Gesch. d. MG, = NA 42, 1921.

  • Autor/in

    Rudolf Buchner
  • Empfohlene Zitierweise

    Buchner, Rudolf, "Boretius, Alfred" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 462 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116252596.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA