Lebensdaten
1719 bis 1782
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
kursächsischer Hofbankier ; Finanzmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116237201 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bolza, Humbert Anton Joseph Maria Ignatius Reichsgraf von
  • Bolza, Josef Reichsgraf von
  • Bolza, Humbert Anton Joseph Maria Ignatius Reichsgraf von

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Zitierweise

Bolza, Josef Reichsgraf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116237201.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Giovanni Battista Conte Bolza (seit 1739), Bankherr in Wien, sächsisch-polnischer Diplomat und Geheimer Kriegsrat, S des Bernardino (1637–1707, Stammvater der adligen Linie) in Barna und der Barb. Cat. Bertarelli di Velzio aus Grandola;
    M Maria Marg. Giovanna, T des Don Giuseppe Forni und der Anna Cat. Guaita (dadurch verwandt mit dem Reichskanzler Georg Graf von Hertling, 1919);
    Vt Johann Peter von Bolza (seit 1752), Freiherr (seit 1793, 1721-1803), um die Reformen sehr verdienter österreichischer Finanzbeamter;
    7.1.1759 Johann Nepomucena Philipp, T des Karl Jos. Graf von Martinitz und der Philippine Gräfin von Clary und Aldringen, sächsisch-polnisches Hoffräulein;
    1 S, 3 T.

  • Leben

    B. leitete seit 1738 das väterliche Bankhaus in Wien, bis er 1741 seinem Vater nach Dresden folgte. Hier machte er sich dem Hofe bei den verschiedensten Finanzgeschäften nützlich. Nachdem eine Übertragung des Tabakmonopols an B. 1752 scheiterte, wurden ihm 1754/55 die Akziseeinkünfte auf 7 Jahre verpachtet. Im Siebenjährigen Krieg versorgte er den Kurprinzenhof und den Warschauer Königshof zu sehr hohen Zinsen mit Geldanleihen. Obwohl B. mit der preußischen Besatzung 1759 mehrfach unlautere Geschäfte abschloß, behauptete er doch seinen Einfluß am sächsischen und österreichischen Hofe. Nach seinem Plan wurde 1773 die Generalhauptkasse errichtet, wodurch das sächsische Finanzwesen vereinfacht und verbessert wurde.

  • Literatur

    ADB III (auch f. Vt Joh. Peter);
    J. G. Hunger, Denkwürdigkeiten z. Finanzgesch. v. Sachsen, 1790, S. 161 ff.;
    W. Lippert, Maria Theresia u. Maria Antonia, Briefwechsel 1747–72, 1908;
    A. Brabant, Der Kampf um Kursachsen 1759, 1931;
    A. Bolza, Gesch. d. Gesamtfam. B. aus Barna, 21939;
    H. Jäger-Sunstenau, Ahnentafel d. Reichsgf. J. B., 1941, aus: Dt. Stamm- u. Ahnentafeln, Bd. 22 (L);
    ders., Die Wiener Linien d. Geschlechts B., in: Adler, Mbl., Jg. 5, Wien 1943, S. 175-85.

  • Autor/in

    Gerhard Schmidt
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Gerhard, "Bolza, Josef Reichsgraf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 438 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116237201.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Bolza: Joseph Graf v. B., einer der vielen Italiener, die unter August III. von Polen ihr Glück am Dresdner Hofe suchten, geb. 31. Juli 1719 aus einer mailändischen Familie angeblich jüdischen Ursprungs, zu Dresden als sächsischer wirklicher Geheimerath „ohne Sitz und Stimme“ 15. Aug. 1782. Durch eine Gräfin Martinitz erheirathete er die Herrschaften Kosmanos, Arnau und Neuschloß. Er machte sich dem Minister Brühl durch seine Geschicklichkeit in Finanzsachen nützlich, namentlich erhielt er 1754 die Acciseinkünfte, zunächst theilweise, im folgenden Jahre, da sich die Einrichtung bewährte, sämmtliche Acciseinkünfte auf sieben Jahre in Pacht und verstand diesen so zu handhaben, daß derselbe von dem gedrückten Volke eher als eine Erleichterung empfunden wurde. Bei Ausbruch des siebenjährigen Krieges glückte es ihm durch einen vorteilhaften Vertrag, der dem Feinde den wahren Ertrag der Acciseinkünfte verbarg, die ungeänderte Erhaltung der Verfassung zu vermitteln und dem Staate ansehnliche Summen zu retten. Nach Beendigung des Krieges entwarf er die Grundzüge für die nach seinem Vorschlage zu errichtende Generalhauptcasse, um durch Einführung der italienischen Buchführung Ordnung in das sächsische Cassenwesen zu bringen.

  • Autor/in

    Flathe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Flathe, Heinrich Theodor, "Bolza, Josef Reichsgraf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 116 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116237201.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA