Lebensdaten
1827 bis 1892
Geburtsort
Rödinghausen (Westfalen)
Sterbeort
Bückeburg
Beruf/Funktion
Erfinder der Drahtseilschwebebahn
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116235098 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dücker, Franz-Fritz von

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Zitierweise

Dücker, Franz-Fritz von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116235098.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Klevischer Uradel, seit 16. Jh. im Münsterland;
    V Theodor Frhr. v. D., Edler Herr zu Rödinghausen (1791–1866, kath.), Fideikommißherr auf Rödinghausen, Herr auf Heese (Kr. Iserlohn), S des Caspar-Ignaz v. D. (1759–1839) auf Rödinghausen u. Heese, u. der Sophia v. Schade zu Ahausen;
    M Karoline (1795–1873, ev.), T des Wilh. Winter (1767–1821), nassauischer Hofkammerrat u. Tribunalrichter zu Dillenburg, u. der Elis. Frieder. Wilh. Eberhardt;
    1861 Albertine (1833-1907), T des Franz Frdr. Ernst Aug. Max Frhr. Vincke ( 1891), Land- u. Stadtgerichtsrat zu Minden, u. der Bertha Gantzer; kinderlos.

  • Leben

    D. studierte in Bonn und Berlin das Bergfach. Auf Auslands-Studienreisen erweiterte er seine fachlichen Kenntnisse. 1855 bestand er die Prüfung als preußischer Oberbergamts-Referendar. Bereits 1851 befaßte sich D. mit fachlichen Erfindungsideen. Er konstruierte ein selbststeuerndes Wassersäulen-Gebläse. 1854 gab er eine Methode zur Herstellung von Schwefelsäure an. 1860 kam D. als Berggeschworener nach Bad Oeynhausen. Hier im Kurpark unternahm er 1861 seine ersten praktischen Versuche mit einer Eisendraht-Seil-Schwebebahn, die er insbesondere zur Beförderung bergbaulicher Güter entwickelt hatte. Im Herbst 1861 wurde D. nach Bochum versetzt, wo er seine Seilbahn-Versuche fortsetzte und in Fachkreisen bekannt machte. Trotzdem konnte 1869 in einem deutschen Fachblatt ein Artikel über die Seilbahn eines Engländers Hodgson erscheinen, in dem diese als etwas ganz Neues hingestellt wurde. D. entgegnete darauf in der gleichen Zeitschrift (Berggeist, Köln, Nummer 59 vom 23.7.1869) mit einem ausführlichen Bericht über sein nahezu identisches, jedoch um acht Jahre älteres System. Aber er war bei seiner vornehmen, schlichten Art nicht der Mann, um aus seiner wertvollen Erfindung, die er übrigens auch nicht patentiert hatte, materiellen Nutzen zu ziehen. So wurde seine Drahtseilbahn früh Allgemeingut und sein Name geriet in Vergessenheit. – 1863 hatte D. die Bergassessoren-Prüfung bestanden und 1865 wurde er Bergrevier-Beamter, zunächst in Fürstenwalde, dann in Neurode in Niederschlesien. Hier wurde er 1872 Bergrat. 1871 war er, einem Rufe der griechischen Regierung folgend, nach Laurion gereist, um ein Gutachten über ein größeres dortiges Silberbergwerk abzugeben und daran anschließend dort einen neuzeitlichen Hüttenbetrieb einzurichten. Das letztere Projekt zerschlug sich jedoch. D. nahm seinen Abschied aus dem preußischen Staatsdienst und lebte in Bückeburg seinen großen Sammlungen und hüttenmännischen Neigungen.

  • Literatur

    F. M. Feldhaus, Zur Gesch. d. Drahtseilschwebebahnen, 1911 (P); W. Serlo, Männer d. Bergbaus, 1937, S. 44;
    Wilh. v. Dücker, in: Rhein.-Westf. Wirtsch.-Biogr. II, 1937, S. 290-306; S. v. Weiher, in: Bergfreiheit, Essen, Nr. 6, Juni 1952, S. 47-49 (P).

  • Autor/in

    Sigfrid von Weiher
  • Empfohlene Zitierweise

    Weiher, Sigfrid von, "Dücker, Franz-Fritz von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 156 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116235098.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA