Lebensdaten
erwähnt 1723, gestorben 1762
Geburtsort
im Magdeburgischen
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Staatsminister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116215690 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Boden, August Friedrich von

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Zitierweise

Boden, August Friedrich von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116215690.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Michael, Pächter des Klostergutes Gottesgnade;
    M Dorothea Schirmer;
    Lea Catharina, T des Regierungsrats und Syndikus Johann Friedrich Reichenbach;
    2 S, 1 T;
    E Wilhelm von Zastrow (1752–1830), preußischer General der Infanterie und Staatsminister des Auswärtigen, August von Zastrow (1749–1833), preußischer General;
    Ur-E Adolf Freiherr von Lützow (1782–1834), Freikorpsführer.

  • Leben

    B. war „Emporkömmling aus der Amtmannskarriere“. Musterhafte Bewirtschaftung des preußischen Domänenamtes Calbe lenkte die Aufmerksamkeit König Friedrich Wilhelms I. auf ihn. 1721 wurde er Oberamtmann und Kammerrat sowie Mitglied der Magdeburger Kriegs- und Domänenkammer. Als Geheimer Finanz-Kriegs- und Domänenrat berief ihn der König 1724 in das 4. Departement des neu errichteten Generaldirektoriums, zugleich war er als persönlicher Sekretär des Königs in dessen Kabinett tätig, wo seit 1733 alle Wirtschaftssachen durch seine Hand gingen. Zum Chef des 3. Departements im Generaldirektorium (Cleve, Mark usw.) aufgerückt, wurde B. am 8.4.1739 zum Wirklichen Geheimen Etats-Kriegs- und dirigierenden Minister und Vizepräsidenten des Generaldirektoriums ernannt. Die Stellung im Kabinett behielt er bei: Da ihm auch das Kassen- und Rechnungswesen, sowie der königliche Tresor unterstellt waren, war er „eine Art Generalkontrolleur der Finanzen“. Obwohl er als Exponent des fiskalischen Systems verhaßt war, behielt ihn Friedrich II., zeichnete ihn mehrfach aus und übertrug ihm 1747 noch das wichtige zweite Departement (Kurmark, Magdeburg). In späteren Jahren mußte der Greis wiederholte Rüffel des Königs einstecken. Trotzdem blieb er bis zu seinem Tod „der bedeutendste unter den dirigierenden Ministern des Generaldirektoriums“ (O. Hintze).

  • Literatur

    ADB III;
    Klaproth-Cosmar;
    E. M. Oettinger, Moniteur des dates, 1869;
    Acta Borussica, Die Behördenorganisation, Bd. 3 ff., 1901 ff., bes. Bd. 6, S. 165 ff.

  • Autor/in

    Johannes Schultze
  • Empfohlene Zitierweise

    Schultze, Johannes, "Boden, August Friedrich von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 353 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116215690.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Boden: August Friedrich v. B., königlich preußischer Finanzminister, 1762. Aus dem Magdeburgischen gebürtig, erregte B. als Beamter auf den königlichen Domänen in Calbe durch ausgezeichneten Betrieb der Landwirthschaft die Aufmerksamkeit des Königs Friedrich Wilhelm I. Er wurde zum Hof- und Cabinetsrath befördert und 1723 zum geheimen Finanz-, Kriegs- und Domänenrath ernannt. 1739 Wirklicher Geheimer Etats- und Kriegsrath, wurde er am 10. April desselben Jahres in den Adelstand erhoben. Die durch seine ausgezeichnete Verwaltung außerordentlich gesteigerten Einkünfte aus den Domänen hatten ihm zwar beim Könige besonderes Ansehen verschafft, desto größeren Haß und Mißtrauen aber beim Volke erweckt, ein Mißtrauen, welches auch der Kronprinz Friedrich theilte. Allein kaum zur Regierung gelangt, überzeugte sich Friedrich II. nicht nur von der Tüchtigkeit und Ehrlichkeit Boden's, sondern zeichnete ihn auch ganz besonders und vor Andern aus. B. wurde Vicepräsident und dirigirender Minister bei dem General-Directorio, Vicedirector bei der kurmärkischen Landschaft, Decan des Stifts St. Sebastian zu Magdeburg etc. „Der König thut Alles selbst, hört nur auf Boden, der die Sparsamkeit predigt und damit ganz ungemeinen Eingang findet, ja noch größeren als unter der vorigen Regierung.“ Er starb am 11. März 1762.

  • Autor/in

    Großmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Großmann, "Boden, August Friedrich von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 6 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116215690.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA