Lebensdaten
1819 bis 1898
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
Limburg/Lahn
Beruf/Funktion
Bischof von Limburg ; katholischer Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116212349 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Moenanus (Pseudonym)
  • Klein, Karl
  • Moenanus (Pseudonym)
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Zitierweise

Klein, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116212349.html [15.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Thomas (* 1773), Oberpostamtssekr. in F., S d. Sekr. u. Postverwalters Georg in Bingen;
    M Anna Maria, T d. Joh. Adam Englert in Steiger b. Aschaffenburg.

  • Leben

    Entscheidende Eindrücke vermittelte K. das Studium der Theologie in München und Freiburg im Breisgau 1837–40, wo er die bedeutendsten theologischen Hochschullehrer der Zeit hörte, die zugleich der seit 1837 mächtig aufbrechenden Katholischen Bewegung verbunden waren: J. A. Möhler, J. von Görres, I. von Döllinger, H. Klee, F. Windischmann, F. X. Dieringer, J. B. Hirscher. Nach der theologischen Staatsprüfung 1840 in Wiesbaden besuchte er das Pastoralseminar in Limburg (1841 Dr. theol. Freiburg, 1841 Priesterweihe) und war dann Kaplan in Wiesbaden und Frankfurt.

    1843 berief Bischof Peter Joseph Blum (1808–84, siehe LThK) K. als seinen Sekretär nach Limburg. Als engster Mitarbeiter und später als Nachfolger des bedeutendsten Limburger Bischofs seines Jahrhunderts nahm K. entscheidenden Anteil an der Konsolidierung des 1821/27 als nassauisches Landesbistum gegründeten Sprengels. Die Jahre bis zur Annektierung des Herzogtums durch Preußen (1866) waren von der Auseinandersetzung um die staatliche Kirchenhoheit und seit 1848 durch die Entfaltung traditioneller und neuer Äußerungen des Kirchenlebens (Wallfahrten, Volksmissionen, Klostergründungen, sozialcaritative Aktivität) bestimmt. Der Schwerpunkt des juristisch geschulten K. lag dabei im Verwaltungsbereich. Die meisten der von Blum unterzeichneten Denkschriften, ferner dessen umfangreiche Korrespondenz zur Frage des Verhältnisses von Kirche und Staat sind von K. verfaßt. Das gilt namentlich für den 1871 ausbrechenden Kulturkampf, in dessen Verlauf Blum 1876 emigrierte. Bis zu seiner Rückkehr (1883) verwaltete K. (seit 1872 Domdekan) das Bistum als bischöfliches Geheimdelegat. 1867 als Zentrumsabgeordneter in den Landtag gewählt, vertrat er zunächst uneingeschränkt die vom Zentrum und Episkopat geforderte Rückkehr zum kirchenpolitischen Status quo ante. Seit 1880 erfolgte ein bemerkenswerter Kurswechsel mit dem Ziel eines Kompromißfriedens, wofür er seit 1881 in dem Fuldaer Bischof Kopp einen entschiedenen Parteigänger fand. Dieser kirchenpolitische Kurs und die zunehmende Entfremdung gegenüber dem Zentrum machten K. 1886 zum Regierungskandidaten für die Neubesetzung des Bistums Limburg. In der Bischofskonferenz war er zuverlässiger Parteigänger Kopps. In seinem Bistum bemühte er sich um die Beseitigung der Schäden des Kulturkampfes und um seelsorgliche Initiativen im Rahmen des zu seiner Zeit Üblichen.

  • Werke

    (unter Ps. od. anonym) Moenanus, Die staatsbehördl. Entlassung d. hochwürdigsten Herrn Bischofs Dr. Peter Joseph Blum …, 1877;
    Die Eingaben d. Domkapitel in Preußen an d. Landtag, betr. d. Gesetzentwurf d. Kgl. Staatsregierung üb. d. Verwaltung erledigter kath. Bistümer, 1874.

  • Literatur

    G. Hilpisch, Dr. K. N. F. K., 1898;
    M. Höhler, Gesch. d. Bistums Limburg, 1908;
    H. Becker, in: Archiv f. mittelrhein. KG 22, 1970, S. 219 ff.;
    Ch. Weber, Kirchl. Pol. zw. Rom, Berlin u. Trier 1876–88, 1970;
    E. Gatz, Akten d. Fuldaer Bischofskonferenz I: 1871-87, 1977;
    ders., Zur Neubesetzung d. Bistümer Limburg u. Fulda 1885–87, in: Röm. Quartalschr. 71, 1976, S. 78-112.

  • Portraits

    Ölgem. v. A. Versel, 1893 (Limburg, Bischofshaus).

  • Autor/in

    Erwin Gatz
  • Empfohlene Zitierweise

    Gatz, Erwin, "Klein, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 743 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116212349.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA