Lebensdaten
1884 bis 1955
Geburtsort
Hellenthal (Eifel)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Verkehrswissenschaftler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116189819 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pirath, Carl
  • Pirath, C.
  • Pirath, Karl

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Zitierweise

Pirath, Carl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116189819.html [14.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Peter (1817–93), Landwirt u. Fabr.;
    M Emma Axmacher (1844–1925);
    Hann.-Münden 1913 Hedwig Wüstenfeld;
    3 S, 1 T.

  • Leben

    P. besuchte 1894-1902 das Humanistische Gymnasium in Schleiden und studierte anschließend Bauingenieurwesen an der TH Hannover und in Danzig, wo er sein Diplom erhielt. 1907 folgte eine Ausbildung als Regierungsbauführer des Eisenbahnwesens, die er 1911 mit der Regierungsbaumeisterprüfung für den Staatseisenbahndienst abschloß. Bis 1926 war P. Beamter bei den Preuß.-Hess. Staatsbahnen und der Deutschen Reichsbahn. 1912 führte ihn eine viermonatige Studienreise nach Kleinasien, Mesopotamien, Arabien und Ägypten, 1914-18 leistete er Militärdienst. 1922 erfolgte seine Promotion zum Dr.-Ing. an der TH Hannover, 1926 wurde P. o. Professor des Eisenbahn- und Verkehrswesens an der TH Stuttgart, wo er 1929 das Verkehrswissenschaftliche Institut für Luftfahrt gründete. Mehrfache Rufe an andere Hochschulen lehnte er ab. Bei einer weiteren Studienreise besuchte er 1930 die USA und Kanada.

    P. erkannte früh die weltwirtschaftliche Bedeutung der Verkehrswirtschaft. Seine Erkenntnisse legte er u. a. in dem richtungweisenden Werk „Die Grundlagen der Verkehrswirtschaft“ (1934, 21949) dar. Schon 1929, als es noch keinen Interkontinentalluftverkehr gab, wies er auf die Bedeutung des Luftraums zur Befriedigung künftiger Verkehrsbedürfnisse hin. Er entwarf ein Weltluftverkehrsnetz nach wirtschaftlichen und betriebstechnischen Gesichtspunkten, untersuchte Selbstkosten und Preisbindung des Luftverkehrs, Grundlagen und Probleme der Flugsicherung und des Nachtluftverkehrs, ferner Raumlage, Betrieb und Gestaltung von Flughäfen sowie technische und wirtschaftliche Voraussetzungen des Hubschrauberverkehrs. Sein Verkehrswissenschaftliches Institut für Luftfahrt (weltweit einzigartig) trug damit wesentlich zur Entwicklung des Luftverkehrs bei. Seit 1941 befaßte P. sich im wesentlichen mit der Verkehrsplanung und städtebaulichen Neugestaltung von Stuttgart. Bei 20 Verkehrsplanungen von Großstädten und größeren Wirtschaftsräumen im In- und Ausland war er gutachterlich beteiligt. Nachdem P. nach dem 2. Weltkrieg seine Arbeiten wegen des Verbots für die Deutschen, sich mit der Luftfahrt zu beschäftigen, einstellen mußte, widmete er sich verstärkt anderen Fragen des Verkehrswesens. 1950 wurde sein Institut als Verkehrswissenschaftliches Institut offiziell wiedereröffnet.|

  • Auszeichnungen

    Dr. rer. pol. h. c. (Mainz 1949); Dr.-Ing. E. h. (Hannover 1952); Mitgl. d. Ak. f. Raumforsch. u. Landesplanung (1953); Gr. BVK (1954).

  • Werke

    u. a. Anteil d. Arbeitsleistung d. Menschen an d. Leistungen d. Verkehrsmittel, in: Archiv f. Eisenbahnwesen 1922 (Diss.);
    Verkehr u. Landesplanung, 1938;
    Das Raumzeitsystem d. Siedlungen, 1947;
    Die Verkehrsplanung, Grundlagen u. Gegenwartsprobleme, 1948. – Mithg.: Eisenbahntechn. Rdsch.;
    Zs. f. Verkehrswiss.;
    Zs. f. Verkehrssicherheit.

  • Literatur

    Napp-Zinn, Gemeinwirtschaftl. Verkehrsbedienung, in: Zs. f. Verkehrswiss., 1954, S. 96-98;
    W. Lambert, C. P. u. sein Werk, ebd., 1957, S. 182-92;
    ders., in: Eisenbahntechn. Rdsch. 4, 1955, S. 68;
    Baden-Württ. Biogrr. I, 1994.

  • Autor/in

    Gerhard Heimerl
  • Empfohlene Zitierweise

    Heimerl, Gerhard, "Pirath, Carl" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 473 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116189819.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA