Lebensdaten
1854 bis 1925
Geburtsort
Spandau bei Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Medizinalbeamter ; Arzt ; Leiter des preußischen Gesundheitswesens
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116187115 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kirchner, Martin

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Zitierweise

Kirchner, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187115.html [20.10.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Friedrich (1816–1900), Lehrer, seit 1847 Pfarrer in Sp., seit 1863 in Elzholz, S d. Geh. Registrators Friedrich in B. u. d. Caroline Wagner;
    M Johanna (* 1812), T d. Wilhelmine Sauerwald in B.;
    1884 Marie Petersen, 2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Besuch des Joachimsthalschen Gymnasiums studierte K. zunächst Geschichte und Philosophie in Halle, wechselte aber bald zur Medizin über. Er ließ sich zum Militärarzt ausbilden und war seit 1878 Truppenarzt. 1887 wurde er als Stabsarzt an das Hygiene-Institut der Universität Berlin zu Robert Koch kommandiert. 1889 kam er zum Infanterie-Regiment Nummer 74 nach Hannover. Neben seiner Tätigkeit als Bataillonsarzt baute er hier eine hygienische Untersuchungsstelle für das X. Armeekorps auf, die auch für zivile Stellen tätig war. 1894 habilitierte er sich an der TH Hannover für Hygiene. Zwei Jahre später wurde K. als Hilfsreferent ins preußische Kultusministerium berufen. 1898 wurde er zum Geheimen Medizinalrat und vortragenden Rat in der Medizinalabteilung des Ministeriums sowie zum Mitglied der wissenschaftlichen Deputation für das Medizinalwesen ernannt (Titular-Professor). Seit 1900 gehörte er als außerordentlicher Professor dem Lehrkörper der Universität Berlin an, schied aber 1911 aus. Als Geheimer Obermedizinalrat leitete er 1911-19 die Medizinalabteilung, die ins Innenministerium verlagert wurde. – K. hat auf den verschiedensten Gebieten der Hygiene wissenschaftliche Untersuchungen angestellt. Als Ministerialbeamter hat er maßgeblich das preußische Kreisarztgesetz und die dazu gehörige Dienstordnung, die Neuordnung der ärztlichen und zahnärztlichen Ausbildungs- und Prüfungsordnung und die Seuchengesetzgebung beeinflußt. Die Organisation der Medizinaluntersuchungsämter und der preußischen Desinfektorenschulen gehen weitgehend auf seine Initiative zurück. Wesentlichen Anteil hatte K. an der Organisation der Tuberkulose- und Krebsbekämpfung, des Rettungswesens, des ärztlichen Fortbildungswesens, der Schulgesundheits- und Schulzahnpflege, darüber hinaus zeigte er für alle Fragen der Sozialhygiene und Gesundheitsfürsorge reges Interesse. Nach seiner Pensionierung als Ministerialdirektor war K. Mitglied der Stadtverordnetenversammlung in Berlin und Bezirksverordneter in Schöneberg sowie zeitweise auch Abgeordneter im preußischen Landtag.

  • Werke

    u. a. Grundriß d. Mil.gesundheitspflege, 1896;
    Hygiene u. Seuchenbekämpfung, 1904;
    Schutzpockenimpfung u. Impfgesetz, 1911;
    Ärztl. Kriegs- u. Friedensgedanken, 1918;
    Robert Koch, 1924;
    Teilbibliogr. in: Zs. f. Tuberkulose 40, 1924, S. 403.

  • Literatur

    A. Gürtler, in: Zs. f. Medizinalbeamte 27, 1914, S. 525-32 (P);
    Buchholz, Das preuß. Medizinalwesen seit d. Jh.wende, in: Dt. Med. Wschr. 40, 1914, S. 1438-40;
    E. Dietrich, ebd., 50, 1924, S. 965;
    R. Lüdicke, Die Preuß. Kultusmin. u. ihre Beamten im 1. Jh. d. Min. 1817-1917, 1918;
    B. Moellers, in: Zs. f. Tuberkulose 40, 1924, S. 401-03 (W);
    A(dam), in: Zs. f. ärztl. Fortbildung 21, 1924, S. 413 f.;
    R. Otto, in: Zbl. f. Bakteriol., Referate, 81, 1926, S. 179-81;
    O. Lentz, in: Veröff. aus d. Gebiet d. Medizinalverwaltung 21, 1926, S. 5-15;
    Beninde, in: Zs. f. Schulgesundheitspflege u. soz. Hygiene 39, 1926, S. 1-3;
    25 J. Preuß. Medizinalverwaltung seit Erlaß d. Kreisarztgesetzes 1901–26, 1927;
    Fischer.

  • Autor/in

    Manfred Stürzbecher
  • Empfohlene Zitierweise

    Stürzbecher, Manfred, "Kirchner, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 663 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116187115.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA