Lebensdaten
1902 bis 1979
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Bad Homburg
Beruf/Funktion
Chemiker
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 11618504X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pietsch, Ernst Hermann Erich
  • Pietsch, Erich
  • Pietsch, Ernst Hermann Erich

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Zitierweise

Pietsch, Erich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11618504X.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hermann (1864–1940), aus Geischen (Kr. Guhrau. Schlesien), Schneider in B., S d. Ernst Wilhelm (1838–85) u. d. Anna Johanna Schmidt (1833–1906), aus Roniken;
    M Auguste (1873–1956), aus Nieder-Ellguth (Kr. Guhrau), T d. Ernst Johann Schulz (1834–88), aus Poriewitz (Kr. Guhrau), u. d. Johanna Christiane Dorothea Schubert (1834–1909), aus Saborwitz (Kr. Guhrau);
    1) Berlin 1928 ( 1933) Gertrud (1902–86), Dr. phil., Chemikerin, T d. Fritz Wilcke, Kaufm. in B., u. d. Else Wundram, 2) Berlin 1939 ( 1945) Dorothea Sika, Dr., Chemikerin, 3) Berlin 1945 Gisela (1917- 96), Dr. rer. nat., Geographin, aus Dresden (s. W), T d. Hermann Hildebrandt (1884–1954) u. d. Gertrud Diez (1890–1974), aus Sonneberg (Thüringen);
    1 S aus 1), 2 T aus 3).

  • Leben

    Unterstützt durch Stipendien, besuchte P. in Berlin 1914-18 die Bertram-Realschule, anschließend bis 1921 die Luisenstädtische Oberrealschule. 1921 begann er an der Univ. Berlin mit dem Studium von Chemie und Physikalischer Chemie und legte 1923/24 die „Verbandsexamina“ ab. Mit der bei Georg-Maria Schwab (1899–1984) angefertigten Arbeit „Reaktionskinetische Untersuchungen bei geringen Drucken, Spaltung von Methan“ wurde er 1926 zum Dr. phil. promoviert. Schon 1925 war er in die von Richard Josef Meyer (1865–1939) geleitete Redaktion von „Leopold Gmelins Handbuch der anorganischen Chemie“ eingetreten. Daneben setzte er seine experimentellen Arbeiten (zu den Themen Katalyse, Korrosion u. Metallhydride) im Institut von Max Bodenstein bis 1934 fort. Mit diesen experimentellen Interessen verknüpft war die Übersetzung zweier Bücher von C. N. Hinshelwood (Reaktionskinetik gasförmiger Systeme, 1928, mit G. Wilcke) und U. R. Evans (Korrosion, Passivität u. Oberflächenschutz v. Metallen, 1939, mit Ergänzungen P.s). 1927 wurde P. zum stellvertretenden Redakteur bestellt, 1936 übernahm er die Leitung der Gmelin-Redaktion, die er 1946 nach Clausthal-Zellerfeld und 1957 nach Frankfurt/M. verlagerte. Während des 2. Weltkriegs war P. zeitweise Kriegsverwaltungsrat für den Reichsforschungsrat in Polen und der Ukraine. Als „Gmelin-lnstitut für anorganische Chemie und Grenzgebiete“ wurde die Redaktion 1946 in die KWG und 1948 in die MPG eingegliedert. Große Bedeutung maß P. dem Aufbau eines umfangreichen Sacharchivs bei, der ihn seit 1951 zur Beschäftigung mit der „mechanisierten Dokumentation“ führte, die ihm viele Impulse verdankt. Auf dem Gebiet der Chemiegeschichte arbeitete P. seit 1937. Er schuf in der Handbuch-Redaktion eine umfangreiche Zentralkartei für die Geschichte der Chemie, war auf biographischem Gebiet (insbes. z. Fam. Gmelin) tätig und beschäftigte sich mit vor- und frühgeschichtlichen Studien unter Einschluß von Themen aus der Urgeschichte der chemischen Technologie, die er ehrenamtlich für das Deutsche Museum (München) bearbeitete. 1967 wurde P. als Direktor des Gmelin-Instituts emeritiert und zu dessen Auswärtigem Wissenschaftlichen Mitglied ernannt.|

  • Auszeichnungen

    Hofmannhaus-Plakette d. Ges. Dt. Chemiker (1942); Präs. d. Dt. Ges. f. Dokumentation (1955–61); Honorarprof.|(Bergak. Clausthal-Zellerfeld 1947, Frankfurt/M. 1957); Ehrenbürger d. Bergak. Clausthal (1959); Ehrenmitgl. d. Consejo Superior de Investigaciones Cientificas, Madrid (1962); Gmelin-Beilstein-Denkmünze d. Ges. Dt. Chemiker (1962); Dr. rer. nat. h. c. (Madrid 1964); Oskar v. Miller-Medaille in Gold (1965); Erich-Pietsch-Preis d. Dt. Ges. f. Dok. (seit 1979).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Nachweis sehr geringer Mengen v. Acetylen in: Zs. f. Angewandte Chemie 44, 1931, S. 309-12, 388, 703 (mit A. Kotowski);
    Festes Silberhydrid, in: Naturwiss. 19, 1931, S. 573 f. (mit F. Seuferling);
    Mechanisierte Dok., ihre Bedeutung f. d. Ökonomie d. geistigen Arbeit, in: Nachrr. f. Dok. 3, 1952, S. 3-5;
    Wie bewältigt d. anorgan. Chemie ihr Schrifttum?, Entstehung, Struktur u. Bilanzierung d. Gmelin-Inst., in: Chem. Ind. 5, 1953, S. 462-67;
    Johann Rudolf Glauber, Der Mensch, sein Werk u. seine Zeit, in: Dt. Mus., Abhh. u. Berr. 24, 1956;
    Altamira u. d. Urgesch. d. chem. Technol., ebd. 31, 1963 (mit Gisela Pietsch).

  • Literatur

    Achema-Jb. 1953/55, S. 116 (P);
    A. Kotowski (Hg.), Dok. im Gmelin-Inst., E. P. z. 60. Geb.-tag v. seinen Mitarbeitern, 1962 (W-Verz., P);
    Chemiker-Ztg. 86, 1962, S. 323 (P);
    K. Winnacker, in: Nachrr. f. Dok. 13, 1962, S. 53-55 (P);
    H. Arntz. ebd. 30, 1979, S. 147 f.;
    M. Becke, in: MPG Berr. u. Mitt., Sonderh. 1979 (P);
    Pogg. VI, VII a;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1931-80;
    Wi. 1935-79;
    Who's who in Germany 1960–74. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Archiv d. MPG, Berlin.

  • Autor/in

    Bernd Wöbke
  • Empfohlene Zitierweise

    Wöbke, Bernd, "Pietsch, Erich" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 431 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11618504X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA