Lebensdaten
1805 bis 1881
Geburtsort
Scheuerfeld bei Coburg
Sterbeort
Sankt Petersburg
Beruf/Funktion
Orientalist
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 11618261X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dorn, Johann Albert Bernhard
  • Dorn, Bernhard
  • Dorn, Johann Albert Bernhard

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Zitierweise

Dorn, Bernhard, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11618261X.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinr. Wilh. (1770–1836), Pfarrer in Scheuerfeld, 1819 in Einberg b. Coburg, guter Kenner orientalischer Sprachen, S des Pfarrers Joh. Gg. in Henfstädt/ Werra;
    M Joh. Susanna Friederike (* 1779), T des Joh. Samuel Bühl (1744–1804), Kammerpräsident zu Coburg, u. der Ernestine Fischer aus alter Beamten- u. Pfarrerfamilie;
    Vt Hannibal Fischer ( 1867), Staatsmann;
    Hohenberg b. Zabeln (Kurland) 1836 Charlotte (1810–70), T des Gutsbesitzers Ulrich v. Klopmann u. der Anna Schultz;
    2 S, 2 T, u. a. Ludolf (1840–91), Prof. des römischen Rechts in Petersburg.

  • Leben

    D. studierte seit 1822 in Halle und Leipzig Theologie und Philologie und habilitierte sich 1825 mit einer Arbeit „De Psalterio Aethiopico“. 1826 wurde er auf Vorschlag Ch. M. Frähns als Professor für orientalische Sprachen an die Universität Charkow berufen, ging aber zunächst über Hamburg nach London zu Handschriftenstudien und trat seine Professur erst 1829 an. 1835 wurde er Professor für Geschichte und Geographie Asiens an dem beim Außenministerium in Petersburg bestehenden Institut für orientalische Sprachen. Diese Stelle wurde 1843 aufgehoben. Unterdessen war D. 1839 Adjunkt der Petersburger Akademie der Wissenschaften und 1842 als Nachfolger Frähns Direktor ihres Asiatischen Museums geworden. 1844 übernahm er dazu die Leitung der Öffentlichen Bibliothek, deren „Catalogue des manuscrits et xylographes orientaux“ (Petersburg 1852) im wesentlichen von ihm stammt. D.s Tätigkeit an Museum und Bibliothek war bestimmend für seine ausgedehnten, mehr in die Breite als in die Tiefe gehenden Forschungen. Als Numismatiker folgte er dem Vorbild Frähns, edierte dessen „Opuscula postuma“ (ebenda 1855/77) und schrieb zu der wegen ihrer exakten Abbildungen geschätzten „Collection de monnaies Sassanides de J. de Bartholomaei“ (ebenda 1875) das Vorwort. Als einer der ersten gab er sich mit Afghanistan ab, übersetzte die „History of the Afghans“ von Ni'matullah (2 Bände, London 1829-36) ins Englische und edierte eine reichhaltige „Chrestomathy of the Pushtu or Afghan Language“ (2 Bände, Petersburg 1847). Den Ländern am Kaspisee gelten seine fünf „Beiträge zur Geschichte der kaukasischen Länder und Völker aus morgenländischen Quellen“ (ebenda 1840-44) und die noch nicht ersetzten Ausgaben persischer Chroniken der Provinzen Mazandarun und Gilan in den 4 Bänden „Muhammedanische Quellen zur Geschichte der südlichen Küstenländer des Kaspischen Meeres“ (ebenda 1850-58). Er bereiste diese Gebiete 1860-61 und schrieb abschließend „Caspia, Über die Einfälle der alten Russen in Tabaristan“ (ebenda 1875).

  • Werke

    Weitere W Verz. d. Aufsätze in: Journal of the Royal Asiatic Society, London 1883, S. XVI-XXII. L G. Dugat, Histoire des orientalistes I, Paris|1868, S. 72-99; I. Kračkovskij, Oěerki po istorii russkoj arabistiki (Register), Moskau u. Leningrad 1950 (übers, v. O. Mehlitz, 1957);
    W. Geiger, in; Grundriß d. iran. Philol. I, 2, 1895, S. 345 (üb. D.s Btrr. z. Kenntnis d. iran. Sprache).

  • Autor/in

    Johann W. Fück
  • Empfohlene Zitierweise

    Fück, Johann W., "Dorn, Bernhard" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 78 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11618261X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA