Lebensdaten
1815 bis 1889
Geburtsort
Norden (Ostfriesland)
Sterbeort
Norden (Ostfriesland)
Beruf/Funktion
Sprachforscher ; Brennereibesitzer
Konfession
mennonitisch
Normdaten
GND: 11617966X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Doornkaat-Koolman, Jan ten (ten ist kein Adelsprädikat)
  • ten Doornkaat-Koolman, Jan
  • Doornkaat-Koolman, Jan ten (ten ist kein Adelsprädikat)
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Zitierweise

ten Doornkaat-Koolman, Jan, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11617966X.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Vorfahren waren Kaufleute, Mennonitenprediger u. Bauern;
    V Jan ten Doornkaat-Koolman (1773–1851) aus Oostwolde (Groningerland), Gründer der Doornkaat-Brennerei in Norden, S des Fiepko Koolman (1745–1817), aus altem Bauerngeschlecht, Brennereibesitzer, Blaufärbereibesitzer u. Politiker (Gegner der Oranier), u. der Annechien ten Doornkaat;
    M Jaikelina (1792–1878), T des Kaufm. Jan Geerds Cool u. der Dieverke Rengers aus altem Geschl. des Groningerlands;
    Norden 1846 Menna (1821–91), T des Hildebrand Silomon u. der Antje Nieland aus Kaufm.geschlecht in Norden;
    3 S, 6 T;
    N Margarete ( Theodor Ebert, 1857–99, Geologe, s. Pogg. III, IV).

  • Leben

    Doornkaat-Koolman durchlief in seiner Vaterstadt das Progymnasium. In der Hoffnung, später in den Buchhandel eintreten zu können, ging er zu einem Buchbinder in die Lehre. Anschließend durfte er 1833 seinen Vater auf einer Geschäftsfahrt nach Berlin begleiten. Durch die Eindrücke und Erlebnisse dieser Reise gerieten seine Zukunftspläne ins Wanken. Er trat auf Wunsch seiner Eltern mit seinem jüngeren Bruder in die Brennerei ein und erlernte die Buchhaltung, war aber vor allem Reisender für die Erzeugnisse des väterlichen Unternehmens im ostfriesischen Raum. Durch die vielfach notwendigen Ruhepausen des damaligen Reisens lernte er das Landleben in seiner Urwüchsigkeit kennen. Das Interesse für plattdeutsche Sprache, für Sitten und Gebräuche erwachte und wurde grundlegend für langjährige Studien und seine spätere Lebensarbeit. Unter dem Namen „Jan ten Doornkaat Koolman Söhne“ übernahm Doornkaat-Koolman mit seinem Bruder 1846 die väterliche Firma. Ihre jahrelange Arbeit zeichnete sich in den wachsenden Einnahmen und der Ausweitung des Betriebes ab. Als überzeugte Mennoniten blieben sie in ihrer Lebenshaltung betont einfach; trotz großer Familien waren sie hilfsbereit gegen jedermann, vor allem gegen ihre Betriebsangehörigen; soziale Gegensätze gab es nicht.

    Bereits im Revolutionsjahr 1848 berief die Bürgerversammlung Doornkaat-Koolman zu ihrem Präsidenten. 1850-56 gehörte er als Mitglied dem hannoverischen Abgeordnetenhause an, lehnte aber|eine Wiederwahl ab, um für seine kommunalen Ehrenämter und seine wissenschaftlichen Studien mehr Zeit zu erübrigen. Er war 1850-67 Senator seiner Vaterstadt, von 1857 bis an sein Lebensende diente er als Diakon oder Ältester seiner Mennonitengemeinde. In seinem großen „Wörterbuch der ostfriesischen Sprache“ (3 Bände, 1879-84, mit je 700-800 Seiten) wollte er durch etymologische Arbeit Klarheit darüber schaffen, wie jedes Wort entstand und welche sinnliche Bedeutung ihm zugrundeliegt. Besonders wertvoll wird das Lexikon noch dadurch, daß es, mit einer Fülle von Sprichwörtern, Reimen, Redensarten und Rätseln durchsetzt, das Fortleben des Sprachgutes im Volksmund belegt und so eine Fundgrube der ostfriesischen Volkskunde bildet. Doornkaat-Koolman ließ das Wörterbuch auf eigene Kosten drucken. 1864 ernannte Norden ihn zum Ehrenbürger. 1869 zog er als Mitglied in den Norddeutschen Bundestag ein, 1880 wurde er Ehrenmitglied und Meister des Freien deutschen Hochstifts zu Frankfurt/Main. – GKR.

  • Werke

    Weitere W Die Sprache nach M. Carrière u. Anderen, 1865, 21879;
    Die Unendlichkeit d. Welt, e. rel. Naturbetrachtung. 1866, 21879.

  • Literatur

    Zur Erinnerung an J. ten D. K., d. Verf. d. Wörterbuches d. ostfries. Sprache, in: Jb. d. Ges. f. bildende Kunst u. vaterländ. Altertümer zu Emden 11, 1895, S. 399-408;
    DGB 26 (P).

  • Portraits

    Phot. im Des. d. Ostfries. Landschaft in Aurich u. d. Doornkaat AG in Norden.

  • Autor/in

    Hermann Ites
  • Empfohlene Zitierweise

    Ites, Hermann, "ten Doornkaat-Koolman, Jan" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 75-76 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11617966X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA