Lebensdaten
1836 bis 1913
Geburtsort
Lindau/Bodensee
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Geologe ; Paläontologe
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116175370 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kinkelin, Georg Friedrich

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Zitierweise

Kinkelin, Georg Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116175370.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friedrich (1795–1868), Land- u. Gerichtsarzt in L., S d. Georg Friedrich (1769–1848), Stiftungsadministrator u. Architekt in L., u. d. Luise Soll;
    M Nanette (1804–85), T d. Dr. phil. Joh. Georg Hoerner (1775–1865), Pfarrer u. Inh. e. Privatschule in L., u. d. Anna Euphrosine Schielin;
    Vt Hermann (s. 2);
    - 1) Wiesbaden 1865 Caroline (1841–66), 2) ebd. 1870 Pauline (1844–1912), beide T d. Amtssekr. Franz Friedrich Grimmel in Wiesbaden u. d. Emilie Wolff;
    1 S, 4 T aus 2).

  • Leben

    K. absolvierte die Lateinschulen in Lindau und Augsburg, die Gewerbeschule in Augsburg und die Polytechnische Schule in München. Nach dem Studium in Berlin und München, wo er 1858 die Reifeprüfung und 1861 das Staatsexamen in Naturbeschreibung und Chemie ablegte, war er zunächst Lehrer für Chemie in Lindau und übernahm dann, nach weiterer Ausbildung in Zürich (1. Assistent am technischen Labor und am Polytechnikum), die Leitung einer Farbenfabrik in Berlin (1863–66). 1867 ging er, wieder als Lehrer, zunächst nach Zofingen/Aargau und 1873 nach Frankfurt am Main. Dort lehrte er an verschiedenen Schulen (bis 1906). Seine Promotion zum Dr. phil. erfolgte 1874 in Basel. Seit 1873 Mitglied der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft, war K. in deren Museum von 1884 bis zu seinem Tode Sektionär für Geologie und Paläontologie. Schon 1882 hatte er dort als Dozent ein umfangreiches Vorlesungsprogramm aufgenommen, und für seine Lehrtätigkeit in dieser „Vorstufe“ der Universität Frankfurt wurde ihm 1894 der Professortitel verliehen.

    K. war besonders als Erforscher des Frankfurter Untergrundes und der Geologie des untermainisch-wetterauischen Gebietes von Bedeutung. Seine paläontologischen Arbeiten gingen als Gelegenheitsforschung aus seinen regionalgeologischen Untersuchungen hervor. Sie beschäftigten sich sowohl mit pflanzlichen als auch mit tierischen Fossilien (besonders Wirbeltiere). K.s mit der zeitgenössischen Entwicklung der Senckenbergischen Gesellschaft eng verbundenes Gesamtwerk zeichnet sich dadurch aus, daß es einerseits ortsbezogen, andererseits aber vom Gegenstand her außerordentlich vielseitig ist. Er selbst verkörpert weitgehend den heimatverbundenen Naturforscher, der aus Begeisterung Bleibendes in der Forschung zu schaffen wußte.

  • Werke

    Oberpliozäne Flora und Fauna d. Untermaintales, insbes. d. Frankfurter Klärbeckens, in: Abh. d. Senckenberg. Naturforschenden Ges. 29, 1908;
    Tiefe u. ungefähre Ausbreitung d. Oberpliozänsees in d. Wetterau u. im Untermaintal b. z. Rhein, ebd. 39, 1912 (W);
    Verz. d. Forschungsreisen s. W. Schäfer, Gesch. d. Senckenberg-Mus. im Grundriß, 1967, S. 48, Kat.arbb. ebd., S. 70;
    Gesamtverz. d. Senckenberg-Schrr. 1817-1935, 1935 ff.

  • Literatur

    Festschr. z. 100-J.feier „Muster-Schule“ Frankfurt a. M., 1903, S. 251 f.;
    Acta Leopoldina, 1913, S. 82, 87, 95 f.;
    F. Drevermann, in: Ber. üb. d. Senckenberg. naturforschenden Ges. 44, H. 4, 1913 (P);
    Geograph. Kal. 1914, S. 60;
    W. Struve, in: Senckenbergiana lethaea 48 A, 1967 (P);
    BJ 18 (L);
    Pogg. III-V (W).

  • Autor/in

    Siegfried Rietschel
  • Empfohlene Zitierweise

    Rietschel, Siegfried, "Kinkelin, Georg Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 624 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116175370.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA