Lebensdaten
1863 bis 1918
Geburtsort
Verona
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Ministerpräsident
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 116165650 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bienerth-Schmerling, Richard Joseph Anton Karl Graf von
  • Bienerth, Richard Freiherr von (bis 1915)
  • Bienerth-Schmerling, Richard Graf von
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Zitierweise

Bienerth-Schmerling, Richard Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116165650.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Ritter von (seit 1860), Freiherr von Bienerth (seit 1868, 1825-82), österreichischer Feldmarschalleutnant, S des Kapitänleutnant Andreas Bienerth, aus Weber- und Häuslerfamilie, und der Theresia, T des Korporals Stanislaus Kopczinsky in Sternberg und der Totengräberstochter Paulina Zimmer;
    M Violetta (1836–1907), T des österreichischen Staatsministers Anton von Schmerling ( 1893) und der Pauline Freiin von Koudelka;
    Wien 1893 Anka, T des Alexander von Lazarovics de Nagy- et Kis-Szredistye und der Alexandrine von Jankovics;
    1 S, 1 T Marie (* 1895), Schriftstellerin.

  • Leben

    Nach seiner Promotion zum Doktor der Rechte trat B. 1884 in die Dienste der steiermärkischen Statthalterei ein und wurde 1886 in das Unterrichtsministerium versetzt, wo er 1905 zum Sektionschef bestellt, zum Geheimen Rat ernannt und gleichzeitig mit der Leitung des Unterrichtsministeriums betraut wurde. Seit 2.6.1906 Minister des Inneren, vertrat er im Sommer und Herbst 1906 die Wahlreformvorlagen im Reichsrat. Beim Rücktritt des Koalitionsministeriums Beck bildete er nach dem Scheitern von Koalitionsverhandlungen ein Beamtenkabinett (14.11.1908-26.6.1911), in das er aber Aloys von Aehrenthal, den Außenminister seines Vorgängers, übernahm. Außenpolitisch war die Tätigkeit seiner Regierung belastet durch die Auswirkungen der am 5.10.1908 vollzogenen Annexion von Bosnien und der Herzegovina. Auf ähnlicher Grundlage wie Ernst von Körber und Max Wladimir von Beck versuchte B. eine Bereinigung der deutsch-tschechischen Frage im Sinne der territorialen Autonomie, während die Tschechen an der Unteilbarkeit der böhmischen Länder festhielten. Vom Standpunkt des Beamten ausgehend und an politischen Fähigkeiten seinem Vorgänger Beck wie seinem Nachfolger Grafen Karl Stürgkh unterlegen, vermochte er jedoch nicht, die aus der Spannung zwischen der Nationalitätenfrage und dem 1907 eingeführten allgemeinen Wahlrecht sich ergebenden Probleme zu lösen. So scheiterte er, insbesondere mit seiner Sprachenvorlage (1909), am immer mehr sich verhärtenden Gegensatz der Nationalitäten. 1911-15 war er Statthalter von Niederösterreich. Im Herrenhause gehörte er der Mittelpartei an.

  • Literatur

    J. Redlich, Kaiser Franz Jos. v. Österr., 1929, S. 439, 470;
    R. Sieghart, Die letzten Jahrzehnte einer Großmacht, 1932;
    K. G. Hugelmann, Das Nationalitätenrecht d. alten Österr., 1934, S. 238, 243;
    F. M. Mayer-R. F. Kaindl-H. Pirchegger, Gesch. u. Kulturleben Dt.-Österr.s v. 1792 bis nach d. Weltkrieg, 1937, S. 229, 235;
    Uhlirz II/2;
    R. A. Kann, The Multinational Empire, Nationalism and National Reform in the Habsburg Monarchy 1848-1918, New York 1950, I, S. 206, II, S. 362 (L);
    H. Hantsch, Die Gesch. Österr.s II, Graz-Wien o. J. (1950), S. 524;
    DBJ II (Totenliste 1918, L).

  • Portraits

    in: Gotha. Geneal. Taschenbuch d. freiherrl. Häuser 57, 1907.

  • Autor/in

    Fritz Steinegger
  • Empfohlene Zitierweise

    Steinegger, Fritz, "Bienerth-Schmerling, Richard Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 229 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116165650.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA