Lebensdaten
1875 bis 1926
Geburtsort
Rheinzabern (Pfalz)
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 116163828 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pfeiffer, Maximilian Josef
  • Max Joseph (Pseudonym)
  • Pfeiffer, Maximilian
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Zitierweise

Pfeiffer, Maximilian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116163828.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz Xaver (1848–99), Bez.hauptlehrer v. Germersheim, seit 1888 Dir. d. kgl.-bayer. Staatserziehungsanstalt in Speyer, S d. Franz Xav(i)er (1795–1858), Mützenmacher, später Gastwirt u. Bauer in Rh., u. d. Veronika Franzoni (1805–86);
    M Maria Anna (1855–1942), T d. Joseph Bosch (1823–69), aus Jungingen (Hohenzollern-Hechingen), Handelsmann in Rh., u. d. Maximiliana Bumiller (1825–92);
    11 Geschw u. a. Albert (1880–1948), Dr. iur. utr. , seit 1930 Dir. d. Pfälz. Landesarchivs in Speyer (s. W. Leesch, Die dt. Archivare 1500-1945, II, 1992), Joseph (1886–1945), Dolmetscher, später Dir. e. Torfwerks, seit 1918 Sekr. d. Zentrumspartei in Berlin, Anton (s. 2), Georg (1891–1949), Dr. phil., Studienrat f. moderne Sprachen, Syndikus d.|BVP, Peter (1895–1978), Dr. iur., Dipl., 1949 Leiter d. „Dt. Büros f. Friedensfragen“, 1950-60 zuständig f. d. dipl. Nachwuchs, 1963-71 Präs. d. Goetheinst. (s. L); – ledig.

  • Leben

    Nach Volksschule und Privatunterricht in Rheinzabern besuchte P. 1886-94 das Humanistische Gymnasium in Speyer und studierte danach bis 1899 in Berlin, Heidelberg und München Klassische Philologie, Kunstgeschichte, Geschichte und Vergleichende Sprachwissenschaft. 1904 wurde er in Erlangen mit den „Amadis-Studien“ (1905) zum Dr. phil. promoviert. 1899 begann P. seine Berufslaufbahn an der Kgl. Bayer. Hof- und Staatsbibliothek in München, wechselte 1903 als Sekretär (1910 Kustos) an die Kgl. Bibliothek in Bamberg und kehrte 1912 als Bibliothekar an die Staatsbibliothek München zurück, an der er seine Laufbahn zum 31.12.1919 auf eigenen Wunsch beendete.

    Seit seinem Studium entfaltete P. eine umfangreiche literarische Tätigkeit. Er schrieb kulturhistorische, volkskundliche und historische Aufsätze, literarische und biographische Essays, Gedichte und populärwissenschaftliche Abhandlungen. Daneben veröffentlichte er u. a. „Beiträge zur Geschichte der Säkularisation in Bamberg“ (1907) und „Einzelformschnitte des 15. Jh. in der Kgl. Bibliothek zu Bamberg“ (2 Bde., 1909/11) sowie den historischen Roman „Kyrie Eleison“ (1925). Kulturpolitisch galt seine Sorge vor allem der Pflege kath. Literatur. So war P. 1900 zusammen mit Anton Lohr (1878–1920) Begründer und bis 1902 Mitherausgeber der „Literarischen Warte“, 1900 rief er die „Deutsche Literaturgesellschaft zur Pflege und Förderung kath. Dichtung“ ins Leben, deren Präsident er 1903-05 war. Auch als Abgeordneter widmete er sich vornehmlich der Kulturpolitik; er setzte sich für die sozialen Belange der Künstler ein, mit besonderem Nachdruck beim „Reichstheatergesetz“.

    Seit 1898 trat P. in München für die Deutsche Zentrumspartei als Redner auf und machte sich sowohl um den Aufbau von deren Jugendorganisation („Windthorstbunde“) als auch um die Förderung der Christl. Gewerkschaften verdient, in Bamberg setzte er dieses Engagement fort. 1907-18 vertrat er den Wahlkreis Kronach-Lichtenfels im Reichstag, in dem er der Petitionskommission angehörte. 1914 wurde P., der sich als Kriegsfreiwilliger meldete, der Propaganda-Abteilung des Generalstabs zugeteilt. Er arbeitete eng mit seinem Parteifreund Matthias Erzberger (1875–1921), dem „Spiritus rector“ der deutschen Propaganda im neutralen und befreundeten Ausland, zusammen, der ihn nach dem Krieg nachdrücklich förderte. P. gehörte in seiner Partei zu der Minderheit, die sich rasch mit der Republik und den neuen Verhältnissen abfand. Er gewann erheblichen Einfluß auf die programmatische und organisatorische Entwicklung der Partei, insbesondere seit Anfang Nov. 1918 als (ehrenamtlicher) Leiter des neu errichteten Generalsekretariats. P., der sich nicht der am 12.11.1918 gegründeten „Bayerischen Volkspartei“ anschloß, errang für die Zentrumspartei in Berlin, wo diese bisher noch nie erfolgreich war, 1919 ein Mandat für die Nationalversammlung, in der er im Febr. 1919 zum Schriftführer gewählt wurde. Bei der Reichstagswahl 1920 verteidigte er sein Berliner Mandat, das er bis zum März 1924 innehatte. Am 24.12.1921 wurde P. zum „außerordentlichen Gesandten und bevollmächtigten Minister in Wien“ ernannt. Er förderte den in beiden Ländern populären Gedanken der Vereinigung beider Staaten, blieb sich aber der beträchtlichen politischen Hindernisse stets bewußt. Seit Mai 1923 wurde seine Arbeit durch ein schweres Nierenleiden beeinträchtigt, drei Jahre später erlag er einer Herzlähmung.|

  • Auszeichnungen

    Mehrere Orden (Bayern, Preußen, Fürstentum Lippe, Bulgarien, Osman. Reich, 1903 päpstl. Verdienstkreuz).

  • Werke

    Weitere W u. a. Theaterelend, 1909;
    Der Besuch Kg. Maximilians I. in Speier 1494 (mit e. Textnachbildung auf 4 Tafeln), in: Mitt. d. Hist. Ver. d. Pfalz 32, 1912, S. 61-108;
    Prinz Heinrich v. Bayern, 1917;
    Durchhalten! (Schützengrabenbücher f d. dt. Volk), 1917;
    Zentrum u. neue Zeit, 1918;
    Dtld. vor d. Frieden, 1919;
    Die Pfalz am Rhein, Ein dt. Land, 1919. – Hg. (Auswahl): Mosaik, 1901;
    Flugschrr. d. dt. Zentrumspartei 1-10.1918/19;
    Mitt. d. dt. Zentrumspartei 1-9, 1919/20;
    Welt u. Heim, Dem. Wschr. auf christl. Grundlage, 1919.

  • Literatur

    W. Zils (Hg.), Geistiges u. künstler. München in Selbstbiogrr., 1913;
    RT-Hdb. I. Wahlperiode, 1920 (P);
    Anton Pfeiffer (Hg.), Pfeiffer-Chronik 2, 1927 (P);
    Das Pfeifferbuch, 1. T., 1925 (P);
    C. Horkenbach (Hg.), Das Dt. Reich v. 1918 bis Heute, 1930. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Bayer. HStA, München; Pol. Archiv d. AA, Berlin; Pfalz. Landesbibl., Speyer. – Zu Peter: W. J. Schütz (Hg.), Aus d. Schule d. Diplomatie. FS z. 70. Geb.tag v. P. H. P, 1965 (P); H. Piontkowitz, Anfänge dt. Außenpol. 1946-1949, 1978.

  • Autor/in

    Karsten Ruppert
  • Empfohlene Zitierweise

    Ruppert, Karsten, "Pfeiffer, Maximilian" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 313 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116163828.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA