Lebensdaten
1873 bis 1943
Geburtsort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
Shakespeare-Forscher
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116125594 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Keller, Wolfgang

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Zitierweise

Keller, Wolfgang, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116125594.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Otto (1838–1927), Prof. d. klass. Philol. in F., Graz u. Prag, Vf. v. „Die antike Tierwelt“, 1908 (s. L), S d. Adelbert (s. 1);
    M Eugenie (1844–1924), T d. Medizinalrats Dr. Wilh. Leube in Ulm u. d. Marie Anne Dieterich;
    Om Wilhelm v. Leube ( 1922), Prof. d. Med.;
    B Siegmund (1870–1943), Prof., Bibliothekar;
    - Münster 1924 Dr. phil. Cläre (* 1894, kath.), T d. Kaufm. Bernhard Hunekohl in Vreden u. d. Elisabeth Wilde;
    2 S, 1 T.

  • Leben

    Nach anfänglichen naturwissenschaftlichen Studien widmete sich K. der Neuphilologie bei A. Pogatscher in Prag, G. Gröber in Straßburg und A. Brandl in Berlin. Von Brandl und E. Sievers empfohlen, vertrat der 24jährige seit 1897 das anglistische Extraordinariat in Jena als Lektor und habilitierte sich dort im folgenden Jahre mit der Fortsetzung seiner Dissertation „Literatur und Sprache in Worcester im 10. und 11. Jahrhundert“. 1898 wurde er außerordentlicher Professor in Jena, 1910 ordentlicher Professor in Münster (1932/33 Rektor). Nach seiner Emeritierung 1938 vertrat er 1941-43 die anglistischen Lehrstühle in Köln und Bonn. K. war 1897-1909 Mitherausgeber, 1919-43 Herausgeber des Jahrbuchs der Deutschen Shakespeare-Gesellschaft und 1939-43 ihr Präsident. Die Mehrzahl seiner Veröffentlichungen behandelt Shakespeare und die elisabethanische Zeit (Bearbeitung der Schlegel-Tieck-Ausgabe 1912–16, Nachdruck 1965; Aufsätze im Jahrbuch der deutschen Shakespeare-Gesellschaft 1898-1941) nachdem er zunächst mit alt- und mittelenglischen paläographischen, sprach- und literaturwissenschaftlichen Studien begonnen hatte (Angelsächsische Paläographie, 1906, Nachdruck 1970). Für das „Handbuch der Literaturwissenschaft“ hat K. 1927 „Die Englische Literatur von der Renaissance bis zur Aufklärung“ im unprätentiösen, sachlichen Stil des Philologen historisch-kritischer Schule bearbeitet. Zur philosophisch-geisteswissenschaftlichen Richtung fand er nicht den Weg, neigte er doch von Natur aus und entsprechend der Familientradition eher zur nüchtern positivistischen Detailarbeit. Als akademischer Lehrer sorgte K. frühzeitig für eine gute phonetische Ausbildung der Studenten und förderte 1923 die erste amerikanistische Habilitation in Deutschland.

  • Werke

    Weitere W u. a. Die Akzente in d. angelsächs. Hss., 1908;
    Die Entstehung d. Ogom (primitive irische Schrift), 1938.

  • Literatur

    R. Kapp, in: Engl. Stud. 75, 1943, S. 145-58;
    M. Deutschbein, in: Jb. d. dt. Shakespeare-Ges. 78/79, 1943, S. 1-5 (P);
    D. Germann, Die Anfänge d. Anglistik … an d. Univ. Jena, in: Archiv f. Kulturgesch., 1959;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1932, 1940/41;
    Rhdb. (P).|

  • Quellen

    Qu.: Münster, Univ.archiv u. Rektorat; Köln, Univ.archiv. |

  • Nachlaß

    Nachlaß Univ.-bibl. Münster. - Zu V Otto: O. Paret, Der Archäologe Otto K. u. Heinr. Schliemann, in: Das Carolinum 31, Nr. 42, 1965, S. 82-90; ÖBL (W, L).

  • Autor/in

    Gunta Haenicke
  • Empfohlene Zitierweise

    Haenicke, Gunta, "Keller, Wolfgang" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 427-428 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116125594.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA