Lebensdaten
1858 bis 1942
Geburtsort
Königinhof/Elbe (Böhmen)
Sterbeort
Breslau
Beruf/Funktion
Botaniker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116070536 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pax, Ferdinand Albin
  • Pax, Ferdinand
  • Pax, Ferdinand Albin
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Zitierweise

Pax, Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116070536.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Ferdinand, aus Libau (Kurland), Schichtmeister im Bergwerk v. K., dann in Schatzlar (Böhmen);
    M Elisabeth Haas ( 1861);
    Ur-Gvv Johann Christian, ev. Pastor;
    1883 Marie Serbin ( 1929);
    S Ferdinand (s. 2).

  • Leben

    P. besuchte das Realgymnasium in Landeshut bis zum Abitur 1879 und studierte danach Naturwissenschaften an der Univ. Breslau, wo er 1882 bei dem Botaniker Heinrich Göppert zum Dr. phil. promoviert wurde. Nach kurzer Tätigkeit im Schuldienst in Kiel wurde er 1883 Assistent am Botanischen Institut der Univ. Kiel bei Adolf Engler (1844–1930), dem er im selben Jahr nach Breslau folgte, wo er sich 1886 über die Riedgräser habilitierte (Btrr. z. Morphol. u. Systematik d. Cyperaceae). Wiederum Engler folgend, war er 1889-93 als Kustos und Privatdozent am Botanischen Garten in Berlin tätig. 1893 erhielt er einen Ruf auf den botanischen Lehrstuhl in Breslau, den er bis zu seiner Emeritierung 1926 innehatte. Dort war er zugleich Direktor des Botanischen Gartens und des Gartenmuseums. Neben Botanik lehrte er auch Pharmakognosie und versah 1913/14 das Amt des Rektors.

    Nach Studien zur Flora und Pflanzengeographie Schlesiens erstellte P. pflanzensystematische Monographien mehrerer Gattungen und Familien der Phanerogamen, u. a. Aceraceen, Primulaceen, Capparidaceen, Amaryllidaceen und Caryophyllaceen. Für das von Engler herausgegebene umfassende Werk „Beiträge zur Flora von Afrika“ bearbeitete P. eine Reihe von Pflanzenfamilien wie Euphorbiaceen und Dioscoreaceen (ersch. in: Botan. Jbb. f. Systematik, Pflanzengesch. u. Pflanzengeogr. 15-58, 1893-1923). Für das ebenfalls von Engler herausgegebene systematische Werk „Das Pflanzenreich“ lieferte P. mehrere Monographien zu Pflanzenfamilien wie Aceraceen (1902), Primulaceen (1905) und Euphorbiaceen (1905–24, teils mit Käthe Hoffmann). Schließlich trug P. zu dem durch Engler herausgegebenen Nachschlagewerk „Die natürlichen Pflanzenfamilien“ mehrere Monographien bei. Auch über Sammlungen von Phanerogamen, besonders Euphorbiaceen aus Süd- und Mittelamerika veröffentlichte er. Weitere Arbeitsgebiete bildeten die Paläobotanik Mittel- und Osteuropas sowie die Lehre von den Gallbildungen, über die P. zusammen mit Georg Hieronymus u. a. ein „Herbarium cecidologicum“ (1905-07) herausgab. Wiederholt bezog er kulturgeschichtliche Aspekte von Nutz- und Forstpflanzen ein. Seine systematischen Untersuchungen bezogen die morphologischen, pflanzenanatomischen und teilweise entwicklungsgeschichtlichen Grundlagen ein. Dadurch und durch seine pflanzengeographischen Studien trug er zur Entwicklung der modernen Pflanzensystematik bei. Mehrere Pflanzenarten wurden nach ihm benannt.

  • Werke

    Wu. a. Monograph. Übersicht über d. Arten d. Gattung Primula, 1888;
    Allg. Morphol. d. Pflanzen, 1890;
    Über Strophanthus mit Berücksichtigung d. Stammpflanzen des „Semen Strophanthi“, in: Botan. Jbb. f. Systematik 15, 1893, S. 362-86;
    Btrr. z. fossilen Flora d. Karpathen, ebd. 38, 1905-07, S. 272-21;
    Die Tertiärflora d. Zsiltales, ebd. 40, 1908, Beibll. 93, S. 49-79 (mit A. v. Lingelsheim);
    Die Phylogenie d. Euphorbiaceae, ebd. 59, 1924/25, S. 129-82;
    Die subalpine Flora d. Sudeten, ebd. 61, 1927/28, S. 285-20;
    Lb. d. Botanik, 91894-41916 (mit K. Prantl);
    Grundzüge d. Pflanzenverbreitung in d. Karpathen, I, 1898, II, 1908;
    Botan. Btrr., in: V. Hehn u. O. Schrader (Hg.), Kulturpflanzen u. Haustiere in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland u. Italien sowie in d. übrige Europa, 81911, 91963;
    Schlesiens Pflanzenwelt, 1915;
    Pflanzengeogr. v. Polen, 1918;
    Bibliogr. d. Schles. Botanik, 1929.

  • Literatur

    Catalogue of Scientific Papers of the Royal Soc. of London, 4. Series, Bd. 17, 1921, S. 746 f.;
    V. Maiwald, Gesch. d. Botanik in Böhmen, 1904, S. 242;
    A. v. Lingelsheim, in: Pharmazeut. Ztg. 73, 1928, S. 899 f. (P);
    C. Cori, in: Jb. d. Dt. Ak. d. Wiss. in Prag 1942/43, S. 59 f.;
    R. Kräusel, in: Berr. d. Dt. Botan. Ges. 68a, 1955, S. 93-100 (W-Verz.);
    ÖBL;
    Biogr. Lex. Böhmen;
    G. Scheuermann, Breslau-Lex., 1994.

  • Autor/in

    Brigitte Hoppe
  • Empfohlene Zitierweise

    Hoppe, Brigitte, "Pax, Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 144 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116070536.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA