Lebensdaten
1769 bis 1836
Geburtsort
Braunschweig
Sterbeort
Dorpat
Beruf/Funktion
Mathematiker ; Astronom ; Professor in Kasan und Dorpat ; russischer Staatsrat
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116062665 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bartels, Johann Martin Christian
  • Bartels, Johann Martin
  • Bartels, Christian Martin
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Zitierweise

Bartels, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116062665.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Elias Friedrich Bartels (1743–1819), Zinngießermeister in Braunschweig;
    M Johanna Christine Margarethe Köhler (1740–1814);
    Gvv Johann Paul Eduard Bartels (1715–71), Braumeister des Rats der Stadt Braunschweig;
    Gmv Anna Christina Wasmus (1722–1762);
    Gvm Johann Martin Kohler, Zeugmachermeister;
    Gmm Maria Elisabeth Schneyders;
    1803 Anna (1784–1847), T des Peter Otto von Saluz (1758–1808), Gründer der Lateinschule in Chur, und der Anna Thomas, geborene Lavin (1757–86);
    S Eduard Bartels, russischer Militärarzt;
    T Johanna ( Wilhelm von Struve, 1793–1864, Gründer der Sternwarte in Pulkovo).

  • Leben

    B. übernahm mit 14 Jahren die Stelle eines Gehilfen des Rechenmeisters in einer der beiden Braunschweiger Schreib- und Redienschulen, in der C. F. Gauß seine erste Bildung erhielt. Mit ihm war B. zuerst als Lehrer, dann als Studiengenosse und Freund verbunden. 1788-91 besuchte B. das Collegium Carolinum in Braunschweig, studierte 2 Jahre in Helmstedt neben Rechtswissenschaft Mathematik bei J. F. Pfaff, dann in Göttingen bei G. Ch. Lichtenberg und A. G. Kästner. Nach 1795 war B. am Seminar Reichenau und an der Kantonschule Aarau, 1805 wurde er von Herzog Carl Wilhelm Ferdinand zurückberufen, der neben einer Sternwarte unter der Leitung von Gauß auch eine mathematische Lehranstalt dem Carolinum angliedern wollte. Da der unglückliche Ausgang des Krieges 1806 und der Tod des Herzogs diese Pläne zunichte machten, ging B. 1807 als Professor für Mathematik an die neugegründete Universität Kasan, die er auf die Höhe der besten deutschen Universitäten brachte. Sein bedeutendster Schüler war Nikolaj I. Lobatschefsky. Ob dessen Untersuchungen über nichteuklidische Geometrie durch Gauß - unter Vermittlung von B. - beeinflußt waren, ist unsicher. Seit 1821 wirkte B. als ordentlicher Professor für reine und angewandte Mathematik in Dorpat. Er erhielt hohe russische Auszeichnungen und war Mitglied der Petersburger Akademie. B.' Bedeutung liegt neben der Rolle, die er im Leben von Gauß spielte, in seinen methodisch klaren und durch eine damals noch seltene Strenge ausgezeichneten Veröffentlichungen sowie in seiner Tätigkeit als Ausbilder vieler russischer Mathematiker, besonders des Kasanischen Lehrbezirks und der Ostseeprovinzen.

  • Werke

    u. a. Vorlesungen üb. mathemat. Analysis I, Dorpat 1833 (als Privatdr. verteilt), neu hrsg. mit Bd. 2, Abh. 1, v. F. G. W. Struve, ebenda 1837 (die Vorlesungen sind als Rechenschaftsber. üb. B.s 25jähr. Tätigkeit gedacht u. enthalten in d. Vorrede eine Autobiogr.); s. a. Pogg.

  • Literatur

    Inland, Wschr. f. Livlands, Estlands u. Curlands Gesch., Geogr., Statistik u. Lit., Dorpat 1837, Nr. 50 f. (enthält eine Würdigung nach d. Leichenrede v. J. F. Erdmann);
    A. Wassiljef, N. I. Lobatschefsky, Rede b. d. feierl. Versammlung d. kaiserl. Univ. Kasan am 22.10.1893 (ins Dt. übers. v. F. Engel), in: Abhh. z. Gesch. d. Math. 7.1895, S. 205-44 (Überss. ins Französ. u. Engl.);
    N. P. Zagoskin. Istorija Imp. Kazánsk. universiteta, 1804 bis 1904, Bd. 1, Kasan 1902, S. 228-33 (P);
    P. v. Struve, J. M. Ch. B., 1936 (ungedr.);
    W. Dunnington. C. F. Gauss, Louisiana Univ. Press 1937, S. [6] f.;
    E. T. Bell, Men of Mathematics, New York 1937, S. 222;
    Russkij biogr. slovaŕ II, Petersburg 1900;
    V. G. Aleksejev, Biogr. slovaŕ professerov … Juŕevsk. universiteta, hrsg. v. G. Levickij, Bd. 1, Dorpat 1902, S. 163-67;
    Pogg. I, III.

  • Autor/in

    Kurt Vogel
  • Empfohlene Zitierweise

    Vogel, Kurt, "Bartels, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 598 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116062665.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA