Lebensdaten
1820 bis 1900
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Kiel
Beruf/Funktion
Physiker
Konfession
evangelische Familie
Normdaten
GND: 116061197 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Karsten, Gustav
  • K.
  • Karsten

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Zitierweise

Karsten, Gustav, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116061197.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl Joh. Bernhard (s. 4), S d. Lorenz (s. 5);
    Ov Dietrich Ludwig Gustav (s. 1);
    B Hermann (1809–77), Prof. d. Mineralogie, Math. u. Astronomie in Rostock (s. ADB 15; Pogg. I, III);
    Vt Hermann (s. 3);
    - N. N.;
    2 S.

  • Leben

    Nach dem Besuch des Berliner Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums studierte K. 1839-43 in Berlin und Bonn Mathematik und Naturwissenschaften, unter anderem bei J. Steiner, G. P. Dirichlet und H. W. Dove. Er wurde 1843 in Berlin mit der Dissertation „Imponderabilium praesertim electricitatis theoria dynamica cum appendice de imaginibus quae luce, calore, electricitate procreantur“ zum Dr. phil. promoviert und habilitierte sich dort 1845. 1847-94 war K. außerordentlicher Professor für Physik und Mineralogie in Kiel (1859/61, 1863 65, 1867/68 und 1890/91 Rektor). Neben seinen Vorlesungen über Experimentalphysik, theoretische Physik, Mineralogie, physikalische Geographie und Meteorologie unterrichtete er an der Kieler Seekadettenschule und an der Marineakademie. – K. war vielseitig wissenschaftlich und organisatorisch tätig. 1845 gründete er unter anderem mit E. Du Bois-Reymond die Berliner Physikalische Gesellschaft, war deren 1. Vorsitzender und redigierte 1847-53 die Reihe „Die Fortschritte der Physik“, an der er später noch jahrzehntelang mitarbeitete. 1848 errichtete K. ein Netz meteorologischer Beobachtungsstationen in Schleswig-Holstein, über deren Messungen er mehrere Arbeiten verfaßte, darunter die wichtige Monographie „Beiträge zur Landeskunde der Herzogthümer Schleswig und Holstein“ (1869/72). Seit 1870 war er Mitglied der „Kommision zur Untersuchung deutscher Meere“ und bearbeitete deren regelmäßige Berichte über meteorologische und physikalische Meeresbeobachtungen. – K. widmete einen wesentlichen Teil seines Schaffens der Metrologie. Er regte an, das Maß- und Gewichtssystem in Schleswig-Holstein zu vereinheitlichen. 1859 wurde er Direktor des Eichungswesens für die Elbherzogtümer und 1869 Mitglied der Normaleichungskommission des Norddeutschen Bundes.|

  • Auszeichnungen

    Seit 1855 Leiter d. v. ihm mitbegr. Naturwiss. Ver. v. Schleswig-Holstein; Mitgl. d. Leopoldina (1858); Stadtverordneter v. Kiel (bis 1876); Mitgl. d. preuß. Landtags (1867–72) u. d. Reichstags (1877–81, Fortschrittspartei).

  • Werke

    Weitere W u. a. Vorschläge z. allg. dt. Maass-, Gewichts- u. Münz-Regulirung, 1848;
    Lehrgang d. Mechan. Naturlehre f. höh. Unterrichtsanstalten, 3 T., 1851-53;
    Über d. Maass- u. Gewichts-Ordnung f. d. Norddt. Bund, 1869;
    Maass u. Gewicht in alten u. neuen Systemen, 1871. -
    Haupt- Hrsg.: Allg. Enc. d. Physik, 1856 ff. (fast d. Hälfte v. Bd. 1 „Einl. in d. Physik“ stammt v. K., u. zwar: Allg. Lit. d. Physik, Maass u. Messen, Von d. Eigenschaften d. Materie u. d. physikal. Kräften).

  • Literatur

    L. Weber, Zum Gedächtnis G. K.s, 1900;
    S. Günther, in: Voss. Ztg. v. 3.6.1900;
    Leopoldina, 1900 (W);
    BJ V;
    Pogg. I, III, IV.

  • Autor/in

    Menso Folkerts
  • Empfohlene Zitierweise

    Folkerts, Menso, "Karsten, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 304 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116061197.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA