Lebensdaten
1888 bis 1968
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Freiburg (Breisgau)
Beruf/Funktion
physiologischer Chemiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 116045485 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kapfhammer, Josef

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Zitierweise

Kapfhammer, Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116045485.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V August, Kaufm. in N.;
    M Johanna Bub aus N.;
    Leipzig 1922 Martha (* 1896), T d. Brauereidir. Karl Heinrich Dürlich in Zittau u. d. Anna Pauline Engelmann;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    K. absolvierte 1903-06 in Nürnberg eine praktische Apothekerlehre, studierte 1906-10 in Erlangen Pharmazie (Apothekerexamen 1910) und war danach mehrere Jahre lang in Bremen und Berlin in Apotheken tätig. Daneben begann K. 1912 in Berlin mit dem Chemiestudium, das er 1914-18 wegen des Kriegsdienstes als Heeresapotheker unterbrach und 1919 mit der Promotion zum Dr. phil. in Erlangen abschloß. Ein gleichzeitiges Studium der Medizin in Erlangen und Berlin beendete K. 1922 mit der Promotion zum doctor medicinae und dem Staatsexamen. Er war seit 1920 Assistent bei Max Rubner am Kaiser-Wilhelm-Institut für Arbeitsphysiologie in Berlin und seit 1922 bei Karl Thomas im Institut für Physiologische Chemie in Leipzig. Dort habilitierte sich K. 1925 mit der Arbeit „Die freien Aminogruppen im Eiweiß“ für das Fach Physiologie. 1928 nahm er die Berufung zum ordentlichen Professor für Physiologische Chemie und zum Institutsdirektor in Freiburg im Breisgau als Nachfolger von Konrad Knoop an (1934/35 Dekan der Medizinischen Fakultät; emeritiert 1956).

    K. hat sich als Forscher um die Aufklärung wichtiger Stoffwechselfragen verdient gemacht. In seinen frühen Arbeiten beschäftigte er sich mit Problemen der Ernährungsphysiologie, später hat er sich vor allem der Chemie und den Stoffwechselreaktionen von Aminosäuren zugewandt. Im Vordergrund standen dabei Arbeiten über Guanidinderivate (Arginin und Kreatin) sowie über die beiden Iminosäuren Prolin u. Hydroxyprolin. Letztere konnte er als „Reinecke“-Salze aus Proteinhydrolysaten in größeren Mengen isolieren und für Stoffwechselstudien einsetzen. Dabei gelang ihm der Nachweis der glukoplast. Natur beider Aminosäuren. K. bearbeitete auch den Stoffwechsel der Aminozucker, insbesondere des Glucosamins. 1944 verlor er durch Zerstörung seines Instituts alle Arbeitsmöglichkeiten und büßte wertvolle Protokolle über langjährige Arbeiten ein. Seit 1945 hat sich K. besonders der Lehre zugewandt. – Weitere Verdienste erwarb er sich durch den Neuaufbau des Deutschen Roten Kreuzes (1949–65 Präsident des Landesverbandes Südbaden; Gründung der DRK-Blutspende-Zentrale Baden-Baden; 1951 1. Bundesarzt des DRK).

  • Werke

    Weitere W u. a. Über d. Nachweis e. trypt. Fermentes im menschl. Harn, Diss. Erlangen 1916;
    Kap. „Leber im Stoffwechsel“, in: Hdb. d. Biochemie, hrsg. v. C. Oppenheimer, IX, 1924;
    Chemie d. Leber, in: Tabulae biologicae III, 1926;
    Kap. „Leber“, in: Hdwb. d. Naturwiss. VI, 1931;
    Nahrung u. Ernährung, 1931;
    Die essentiellen Aminosäuren, in: Ergebnisse d. Med. Grundlagenforschung I, 1965, S. 291-341;
    (mit R. Bauer u. V. Kapfhammer);
    ca. 40 Originalarbb., vor allem in: Hoppe-Seyler's Zs. f. Physiolog. Chemie, Biochem. Zs. u. Pflügers Archiv.

  • Literatur

    H. Holzer, in: Freiburger Univ.bll., H. 20, 1968, S. 9 f.;
    Pogg. VI, VII a.

  • Portraits

    Phot. in d. Bibl. d. Physiolog. chem. Inst. d. Univ. Freiburg.

  • Autor/in

    August W. Holldorf
  • Empfohlene Zitierweise

    Holldorf, August W., "Kapfhammer, Josef" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 132 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116045485.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA