Lebensdaten
1864 bis 1936
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Arabist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116036400 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kampffmeyer, Georg

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Zitierweise

Kampffmeyer, Georg, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116036400.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. kam im 18. Jh. aus Westfalen üb. Ostpreußen nach Berlin;
    V Daniel (1815–78), Lohgerbermeister, Fabr., S d. Joh. Georg Karl (1784–1856), Gerbermeister u. Lederfabr., Stadtverordneter in B., Deputierter, u. d. Marie Caroline Hansen;
    M Marie Berckfeld (1836–68); Vt 2. Grades Paul (s. 2);
    - Berlin 1911 Berta Wallroth (* 1879);
    1 T.

  • Leben

    K. studierte seit 1883 in Bern, Lausanne, Florenz und Berlin Philosophie, Theologie, semitische und romanische Sprachen. 1890-95 arbeitete er an der Neuordnung der Kirchenministerialbibliothek in Celle und wurde 1892 durch A. Socin in Leipzig promoviert. Seit 1895 studierte er arabische Dialekte, teils bei Martin Hartmann, teils anhand aller diesbezüglichen ihm erreichbaren Druckwerke und Handschriften. Die Habilitation erfolgte 1900 in Marburg und 1901 in Halle. Im Frühjahr 1901 begleitete er den Geographen Theobald Fischer auf einer Forschungsreise in Marokko. Anfang 1906 an das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin als Dozent berufen, lehrte er dort seit November 1907 als Professor ägypt. und marokkan. später auch syrisch Mundarten. Die von ihm geschaffene Deutsche Marokkobibliothek überführte er im März 1910 nach Tanger.

    Mit Hartmann gründete er 1912 die Deutsche Gesellschaft für Islamkunde, der fortan ein Großteil seiner Arbeit galt und deren Organ „Die Welt des Islams“ er 1913-36 leitete. 1916 schuf er die Vereinigung von Freunden der türkischen Literatur, deren Bibliothek er auf Wunsch des Preußischen Kultusministeriums dem Deutschen Archäologischen Institut in Istanbul überließ. Unter großen Opfern gelang ihm die Erhaltung des Seminars für Orientalische Sprachen und der Gesellschaft für Islamkunde. 1929 emeritiert, erforschte er bis 1934 palästinens. Dialekte.

    K. war eine Kämpferpersönlichkeit. Stets regte das pulsierende Leben seine Forschungstätigkeit an, sei es das Leben der Sprache, sei es das politische und kulturelle Leben der Völker. Die Gegenwartsgeschichte des Nahen Ostens erkannte er als brennendes Problem, das er mit wissenschaftlicher Gründlichkeit anpackte. Gleichsam als sein wissenschaftliches Testament hinterließ er den Aufsatz „Über die Grundlagen für den Aufbau einer zusammenfassenden Berichterstattung über die Gegenwartsverhältnisse des Orients“ (in: Die Welt des Islams 18, 1936, S. 12-33), in dem er die wichtigsten einschlägigen Studien und Zeitschriften in Italien, England, Frankreich und Deutschland analysierte.

  • Werke

    Weitere W Alte Namen im heutigen Palästina und Syrien, I. Namen d. AT, in: Zs. d. Palästina Ver. 15/16, 1892 (phil. Diss. Leipzig);
    Btrr. z. Dialectol. d. Arabischen I-IV, in: Wiener Zs. f. Kde. d. Morgenlandes 13, Mitt. d. Seminars f. oriental. Sprachen 3, Zs. d. Dt. Morgenländ. Ges. 54, 1899-1903;
    Marokko, 1903;
    Unterss. üb. d. Ton im Arabischen, in: Mitt. d. Seminars f. oriental. Sprachen 6, 1908;
    Texte aus Fes u. Tanger, ebd. 12, 1909, 16, 1913;
    Urkk. u. Berr. z. Gegenwartsgesch. d. arab. Orients I-IX, ebd. 26-30, 1924-27;
    Arab. Dichter d. Gegenwart I-IV, ebd. 28-33, 1925-30 (teilw. engl. Übers. in: Welt d. Islams 9, 1930, P);
    5 000 arab. Sprichwörter aus Palästina (mit Glossar), ebd. 36, 1933, 38, 1936;
    Marokkan.-arab. Gespräche, 1912;
    Damaskus: Dokumente z. Kampf d. Araber um ihre Unabhängigkeit, in: Welt d. Islams 8, 1926;
    Ignaz Kračkovskij, ein Führer z. Studium d. neueren arab. Lit., ebd. 11, 1929;
    Egypt and Western Asia, in: Whither Islam? A Survey of Modern Movements in the Moslem World, 1932.

  • Literatur

    E. Pritsch, in: Die Welt d. Islams 18, 1936 (W-Verz., P);
    G. Jäschke, in: FF 10, 1934, S. 240;
    Rhdb. (P).

  • Autor/in

    Gotthard Jäschke
  • Empfohlene Zitierweise

    Jäschke, Gotthard, "Kampffmeyer, Georg" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 91 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116036400.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA