• Leben

    Nach theologischen Studien in Mainz und Freiburg im Breisgau wirkte H. seit 1533 als Prior seines Heimatklosters Colmar und seit 1543 als Provinzial der rheinisch-schwäbischen Ordensprovinz; 1546 wurde er außerdem zum Vikar des Ordensgenerals für die Augustinerklöster in Deutschland bestellt. Zugleich bemühte er sich unermüdlich in Wort und Schrift um die innere Erneuerung der katholischen Kirche und die Widerlegung der reformatorischen Theologie. 1545 predigte er während des Reichstags im Wormser Dom und beteiligte sich 1546 auf Wunsch Karls V. am 2. Regensburger Religionsgespräch. In seinen zahlreichen Kontroversschriften, Bibelkommentaren und gedruckten Predigten verbindet H. gute Schriftkenntnis und gediegenes theologisches Wissen mit leicht faßlicher volkstümlicher Darstellung. In seiner Polemik ist er im allgemeinen maßvoll und zeigt sich von echtem Reformeifer gegenüber kirchlichen Mißständen beseelt.

  • Werke

    u. a. Dialogorum libri…, quibus… Ecclesiae… dogmata Lutheranorum… sententiis roborantur, 1538 u. ö.;
    Widerlegung deren Artickel, die M. Luther auff d. Concilium zu schikken… furgenommen, 1539, neuhrsg. v. H. Volz 1932;
    Canones… ad interpretandum sacras Bibliorum scripturas, 1545 u. ö.;
    Verbum Dei carnem factum… Ecclesiae… perpetuum esse sacrificium, 1545 u. ö.;
    Homiliae in Evangelia, 2 Bde., 1547 u. ö.;
    Loci communes Rerum theologicarum 1547 u. ö.;
    Commentaria in Marcum et Lucam Evangelistas, 1562 u. ö.

  • Literatur

    ADB XII;
    N. Paulus, Der Augustinermönch J. H., 1891 vollst. W-Verz.);
    ders., H. in prot. Beleuchtung, in: Hist. Pol. Bll., 1893;
    H. Jedin, Girolamo Seripando I, 1937, S. 216-20;
    ders., Gesch. d. Konzils v. Trient I-II, 1951-57;
    A. Zumkeller, Die Lehrer d. geistl. Lebens unter d. dt. Augustinern, in: S. Augustinus vitae spiritualis Magister II, 1959, S. 333-35;
    ders., Mss. v. Werken d. Autoren d. Augustiner-Eremiten-Ordens, 1966, S. 243 f.;
    ders., Urkk. u. Regg. z. Gesch. d. Augustinerklöster Würzburg u. Münnerstadt I, 1966, S. 395-98;
    A. F. Vermeulen, Der Augustiner Konrad Treger, in: Analecta Augustiniana 24, 1961, 25, 1962;
    Enc. Catt.;
    LThK.

  • Autor/in

    Adolar Zumkeller OSA
  • Empfohlene Zitierweise

    Zumkeller OSA, Adolar, "Hoffmeister, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 441 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115447075.html#ndbcontent

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  • Leben

    Hoffmeister: Johann H., ein Elsässer, geb. ca. 1508, am 21. August 1547, gehörte dem Orden der Augustiner-Eremiten an und hat sich, ohne auf den Namen eines Gelehrten Anspruch zu haben, unter den sogenannten vortridentinischen Theologen des Reformationszeitalters als einer der achtbarsten Vertreter der alten Kirche hervorgethan. Er begann seine öffentliche Wirksamkeit als Prediger in Colmar. Die auf den Tagen zu Hagenau und Worms (a. 1541) gepflogenen Verhandlungen zwischen katholischen und protestantischen Theologen veranlaßten ihn, auch seinerseits in das dazumal begonnene Werk der Verständigung durch schriftstellerische Thätigkeit einzugreisen, nachdem er sich bereits früher in einer populär gehaltenen Widerlegung des lutherischen Bekenntnisses versucht hatte. In der unmittelbar darauf folgenden Zeit war seine Thätigkeit durch die Sorge um die Angelegenheiten seiner Ordensgenossenschaft in Anspruch genommen, da ihm, dem kaum 34jährigen Manne, durch die Wahl seiner Ordensgenossen die Leitung der westdeutschen rheinischen Provinz seines Ordens übertragen wurde (a. 1542). In seiner Eigenschaft als Provinzial trat er in näheren brieflichen Verkehr mit Seripando, dem Generaloberen der Augustiner-Eremiten; die Briefe, welche er an Seripando richtete, sind neuerlichst als schätzbare Beiträge zur Kenntniß der kirchlichen Verhältnisse im damaligen katholischen Deutschland veröffentlicht worden. (Vgl. A. v. Druffel, Der Elsässer Augustinermönch Johannes Hoffmeister und seine Correspondenz mit dem Ordensgeneral Hieronymus Seripando. Abgedr. in den Abhandl. d. histor. Cl. der k. bair. Akademie d. Wissenschaften, XIV. Bd., 1. Abth. S. 185 ff.; Hoffmeister's Briefe an Seripando S. 171—190). Durch den Cardinalbischof von Augsburg. Otto Truchseß von Waldburg, wurde H. während des Reichstages zu Worms (1545) als Prediger dahin berufen; auch in seinen Wormser Predigten, welchen König Ferdinand fast regelmäßig beiwohnte, setzte er seine conciliatorische Thätigkeit fort und nahm das Jahr darauf in gleichem Sinne zu sammt dem Carmelitenprovincial Billick als Collocutor am Regensburger Religionsgespräch Theil. Unmittelbar darauf betraute ihn Seripando mit dem Vicariate sämmtlicher Ordensprovinzen Deutschlands, während er nebstbei auf Wunsch des Herzogs Wilhelm von Baiern in München und auf Weisung des Kaisers Karl V. in Ulm predigte. An letzterem Orte wurde er von einer Krankheit befallen, welcher er, nach Günzburg gebracht, erlag. Ueber die Entstehung der Sage, daß Vergiftung die Ursache seines Todes gewesen wäre, vgl. Druffel S. 169. Von seinen Schriften, welche außer seinen Predigten und Controversschriften auch mehrere eregetische Arbeiten enthalten, erschien nur ein Theil zu seinen Lebzeiten; das Verzeichniß der nachgelassenen Schriften Hoffmeister's bei Druffel S. 169 f.; Angabe seiner sämmtlichen Schriften nach der Reihenfolge ihres Erscheinens vor und nach seinem Tode: Druffel S. 192—196.

    • Literatur

      Ueber Hoffmeister siehe außerdem Ossinger, Bibliotheca, Augustiniana hist., crit et chronologica, S. 445—450.

  • Autor/in

    Werner.
  • Empfohlene Zitierweise

    Werner, "Hoffmeister, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 617 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd115447075.html#adbcontent

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