Lebensdaten
1771 bis 1826
Geburtsort
Vorhelm bei Münster
Sterbeort
Münster
Beruf/Funktion
katholischer Theologe ; Publizist
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 107941120 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Droste-Vischering, Franz Otto Freiherr von
  • Droste zu Vischering, Franz Otto Freiherr von
  • Droste-Vischering, Franz Otto Freiherr von

Orte

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Zitierweise

Droste zu Vischering, Franz Otto Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd107941120.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    B Clemens August s. (1), Kaspar Maximilian s. (3).

  • Leben

    Wie sein Bruder Clemens August erzogen, ließ er sich 1798 nur zum Diakon weihen und lebte als Domherr (seit 1811 Pensionär) in Münster seinen Studien. Er war der klügste der drei Brüder (ihr Ratgeber), korrespondierte mit allen namhaften katholischen Gelehrten seiner Zeit und setzte nach 1814 dem herrschenden Staatskirchentum in durchdachten Schriften erstmals neu erfaßt die alte Lehre entgegen: Kirche und Staat sind zwei souveräne, unabhängige Mächte, einander nebengeordnet, keine zu Weisungen auf dem Gebiet der andern befugt, beide zu konkordatärem Zusammenwirken in „gemischten Dingen“ (Ehe, Schule, Armenwesen) verpflichtet. Seine nähere „Koordinationslehre“, durch Görres („Teutschland und die Revolution“, 1819, besonders S. 146 folgende) allgemein verbreitet, galt bis zum Ende des 19. Jahrhunderts den meisten Liberalen und Katholiken als allein berechtigte Norm des Verhältnisses von Staat und Kirche.

  • Werke

    Geschichtl. Darst. d. Lage d. münsterschen Kirche, 1815; Über Kirche u. Staat, 1817, 21838;
    Über d. Rel.freiheit d. Katholiken, 1818, 21838 (durch Clemens Aug. besorgt);
    Gedanken üb. d. Verhältnis d. Kirche zum Staat, in: Müllers Staats-Anz. 2, H. 11, Leipzig 1817; kleinere Aufss. u. Gutachten.

  • Literatur

    ADB V; aus der zu 1) gen. L bes. H. Schrörs, Die Kölner Wirren, 1927, S. 207 f. u. F. Schnabel, Dt. Gesch. im 19. Jh. IV, 2
    1951, S. 29 ff.; ferner
    H. Singer, Zur Frage d. staatl. Oberaufsichtsrechts, in: Dt. Zs. f. Kirchenrecht, III. F. 5, 1895;
    P. Franken, F. B. v. Buchholtz, 1923, S. 100 ff.

  • Portraits

    Ölgem.v. G. A. May (Schloß Darfeld).

  • Autor/in

    Walter Lipgens
  • Empfohlene Zitierweise

    Lipgens, Walter, "Droste zu Vischering, Franz Otto Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 134 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107941120.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Droste-Vischering: Franz Otto, Freiherrr v. D.-V., Bruder des vorhergehenden, geb. auf dem Schlosse Vorhelm am 13. Septb. 1771, erhielt wie seine Brüder seine Bildung anfangs durch Hauslehrer, dann auf der Universität zu Münster, wo er sich philosophischen und theologischen Studien widmete. Im J. 1789 erhielt er eine Dompräbende zu Münster und 1800 eine zu Hildesheim. Mit seinem Bruder Clemens August machte er unter Leitung ihres Hofmeisters, Theod. Katerkamp, des nachherigen Professors der Kirchengeschichte an der später aufgehobenen Universität zu Münster, Reisen durch Deutschland, die Schweiz. Italien und Sicilien. In Rom empfing er 1797 die heilige Weihe des Subdiaconats und nach seiner Rückkehr in sein Vaterland von seinem Bruder, dem Weihbischofe Kaspar Maximilian, die Weihe des Diaconats. Er lebte dann zurückgezogen und beschäftigte sich mit theologischen Wissenschaften. In seinen Schriften: „Ueber Kirche und Staat“, Münster 1817 und „Ueber die Religionsfreiheit der Katholiken“, ebend. 1818 stellte er freimüthig und entschieden die Rechte der katholischen Kirche dar und bekämpfte die falschen und verderblichen Grundsätze des Zeitgeistes. Er starb zu Münster am 26. October 1826.

  • Autor/in

    Raßmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Raßmann, Ernst, "Droste zu Vischering, Franz Otto Freiherr von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 434 unter Droste-Vischering [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107941120.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA