• Genealogie

    V N. N. (pietist.), Kätner in T., seit 1895 (?) Bergmann in Röhlinghausen b. Herne (Ruhrgebiet);
    M N. N. (pietist.);
    1909 Henriette (Jettchen) Schantowski (1888–1971), Dienstmagd, seit 1912 Mitgl. d. SPD, emigrierte mit S. in d. Sowjetunion;
    2 S Bernhard (1911–45), KPDMitgl., bis 1945 im Zuchthaus Hamburg-Fuhlsbüttel inhaftiert, Gustav (1915–40, in d. Sowjetunion ermordet), u. a. im KZ Oranienburg inhaftiert, emigrierte mit seinen Eltern in d. Sowjetunion, 1 T.

  • Leben

    S. war seit 1901 Bergarbeiter in Wanne Eickel (Militärdienst 1905–08), seit Januar 1910 Mitglied der SPD. 1914–18 leistete er Kriegsdienst als Artillerist. 1918 wurde er Mitglied der USPD und ihr Leiter im Kreis Bochum-Gelsenkirchen; er nahm als Delegierter teil auf dem Vereinigungsparteitag mit der KPD 1920. Aus dem Verband der Bergarbeiter 1921 ausgeschlossen, war er im selben Jahr Mitbegründer und -leiter der linksradikalen Union der Hand- und Kopfarbeiter, wo sich ein großer Teil der Bergleute gewerkschaftlich organisierte, und wurde im selben Jahr (bis 1932) Mitglied des Preuß. Landtags. In der KPD ging S., der gegen den Zusammenschluß der Union mit dem Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund (ADGB) opponierte, 1925 zu den Ultralinken, beugte sich aber Ende 1925 der Parteilinie und liquidierte im Auftrag der Zentrale und der Komintern die Bergarbeiter-Union. Er war 1928 Mitbegründer der „Revolutionären Gewerkschafts-Opposition“ (RGO) (Mitgl. d. Reichsleitung). Seit 1928 Generalsekretär des Internationalen Komitees der Bergarbeiter bei der „Roten Gewerkschaftsinternationale“ (RGI), wurde er 1932 in den Apparat der „Roten Hilfe“ abgeschoben, auch nicht mehr als Kandidat für den Preußischen Landtag nominiert. S. emigrierte im April 1933 zunächst nach Saarbrücken, 1935 über Paris nach Moskau, wo er bis Sommer 1936 Stellv. Generalsekretär des kommunistischen Internationalen Komitees der Bergarbeiter, anschließend Referent im Zentralrat der sowjet. Gewerkschaften war. Im Febr. 1938 wurde sein Sohn Gustav vom NKWD als Mitglied einer angeblichen „Hitlerjugend“ festgenommen; er kam im Sept. 1940 in einem Moskauer Gefängnis als Opfer der Stalinschen Säuberungen ums Leben. In diesem Zusammenhang wurde S. einer Parteiüberprüfung unterzogen und mußte aus dem Zentralrat der Gewerkschaften ausscheiden. Im Okt. 1941 nach Kuibyschew evakuiert, war er später Instrukteur in Kriegsgefangenenlagern und 1943 Mitgründer des Nationalkomitees Freies Deutschland (NKFD).

    Am 6.5.1945 kehrte S. als Leiter der „3. Initiativ-Gruppe“ der Führung der KPD nach Deutschland zurück, zunächst nach Stettin, wo er den Aufruf des ZK vom 11. Juni 1945 mitunterzeichnete. Seit Nov. 1945 in Berlin, wurde er in der Sowjet. Besatzungszone (SBZ) zunächst Vizepräsident, 1947 Präsident der Dt. Zentralverwaltung für Brennstoffindustrie, 1948/49 Leiter der Hauptverwaltung Energie und Brennstoffversorgung der Deutschen Wirtschaftskommission (DWK) und 1949–51 Leiter der Hauptverwaltung Kohle im DDR-Ministerium für Schwerindustrie. Danach hatte er noch untergeordnete Funktionen z. B. in der Bergarbeiterausbildung inne.

  • Werke

    Leben u. Wohlstand d. Bergarbeiter in d. Sowjetunion, 1937;
    Erinnerungen e. Bergarbeiters, in: Unter d. roten Fahne, Erinnerungen alter Genossen, 1958, S. 42–53.

  • Literatur

    Gesch. d. Arbeiterbewegung, Biogr. Lex., 1970;
    BHdE I;
    Biogr. Hdb. SBZ/DDR;
    Biogr. Hdb. Kommunisten.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Sobottka, Gustav" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 521 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd107493527.html#ndbcontent

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