Lebensdaten
1823 bis 1912
Geburtsort
Telfs (Tirol)
Sterbeort
Bozen
Beruf/Funktion
Franziskaner ; Naturforscher
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104360682 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gredler, Vincenz Maria
  • Gredler, Ignaz (Taufname)
  • Gredler, Vincenz
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Zitierweise

Gredler, Vincenz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104360682.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann, Bauer; 13 Geschw., u. a. Anton Franz (P. Vincenz Maria, 1808–38), OFM, Gymnasial-Prof. in B. u. Innsbruck (s, L).

  • Leben

    Nach Besuch des Bozner Gymnasiums, an dem auch sein ältester Bruder, P. Vincenz Maria, unterrichtete, trat G. 1841 in Salzburg in den Franziskaner-Orden ein und nahm den Ordensnamen seines 1838 verstorbenen Bruders an. 1846 erhielt er in Brixen die Priesterweihe. Nach kurzer Supplentur am Klostergymnasium zu Hall in Tirol 1848/49 unterrichtete er ab 1849 Naturgeschichte am Gymnasium der Franziskaner in Bozen und leitete nach dessen Übernahme durch weltliche Lehrkräfte das nicht zuletzt durch seine Initiative dort gegründete Ordensgymnasium 1872–98, dessen rasches Gedeihen unter G.s tatkräftiger Leitung 1888 zur Schließung des Staatsgymnasiums führte. Nach der Resignation vom Direktorat wegen hohen Alters erteilte G. noch bis 1901 Unterricht An beiden Schulen baute er große Naturaliensammlungen auf. Die Lehramtsprüfung hatte er 1852 in Innsbruck abgelegt, ohne jemals Hochschulvorlesungen gehört zu haben. Eine Berufung als Universität-Professor nach Buenos Aires mußte er auf Wunsch des Ordensprovinzials ausschlagen. – Der 1848 an den österreichischen Gymnasien neu eingeführte Naturgeschichtsunterricht fand in G. einen der hervorragendsten Repräsentanten aus der langen Reihe von Mittelschulprofessoren des 19. Jahrhunderts, die weit über ihre Berufsaufgaben hinaus internationalen Ruf erlangten. G.s Wirken war beispielgebend für mehr als eine Generation Tiroler Naturforscher. Seine Zusammenstellungen über die Verbreitung der Käfer, Ameisen, Zweiflügler, Wanzen und Mollusken Tirols sind Ausgangspunkt der modernen Lokalfaunen dieser Gruppen. Für Land- und Süßwasser-Mollusken war G. darüber hinaus ein in aller Welt bekannter Fachmann, der Bearbeitungen von Material aus Kärnten, Steiermark, der Herzegowina, Zentralafrika, Borneo, Sumatra und Japan durchführte. Insbesondere war er Spezialist für chinesische Mollusken. Sein Interesse auf seinen weiten Wanderungen durch Tirol beschränkte sich nicht nur auf die Registrierung des Vorkommens der Arten, er schenkte auch biologischen Fragen besondere Aufmerksamkeit, wovon unter anderem mehrere Arbeiten über Pflanzenschädlinge Zeugnis ablegen. Auch seine Gedankenlyrik enthält zum Großteil Naturbetrachtungen. G.s geologische Arbeiten reihen ihn unter die Pioniere der Eiszeitforschung in Österreich, da er als erster in Tirol den Spuren der Eiszeit nachging.

  • Werke

    W u. a. Tirols Land- u. Süßwasser-Conchylien, in: Verhh. d. zoolog.-botan. Ges. (6: Ver.) in Wien 6, 1856, 9, 1859 u. 19, 1869 (mit Nachträgen in versch. Zss.);
    Rhynchota Tirolensia, ebd. 20, 1870, 24, 1874;
    Die Ameisen v. Tirol, in: Progr. d. k. k. Obergymnasiums in Bozen 8, 1857/58;
    Die Urgletscher-Moränen aus d. Eggenthale im Gebiete v. Bozen, ebd. 18, 1867/68;
    Fauna d. Kriechthiere u. Lurche Tirols, ebd. 22, 1871/72;
    Die Käfer v. Tirol nach ihrer horizontalen u. vertikalen Verbreitung, 2 Bde., 1863-66 (mit 6 Nachlesen in versch. Zss.);
    Zur Conchylien-Fauna v. China, Stück I-XX in versch. Zss., 1878-1900;
    Die Porphyre v. Bozen u. ihre mineralog. Einschlüsse, in: Progr. d. öffentl. Gymnasiums d. Franziskaner zu Bozen, 1894/95;
    Ethische Naturbilder, 5 Centurien 1899, 6. Centurie, 1900, 7. Centurie, 1902;
    Spruchform-Späne, 1903;
    Symbol. Naturbilder, 1912 (P, enthält auch Einige Erzz. aus meinem Leben). - Vgl. CSP Bd. 3, 6, 7, 10, 12, 15.

  • Literatur

    A. Nagele, in: Jber. d. Privat-Lehrerinnenbildungsanstalt d. Barmherzigen Schwestern in Innsbruck (Kettenbrücke) 3, 1909/10, S. 1-10 (W);
    Progr. d. öffentl. Gymnasiums d. Franziskaner zu Bozen, 1911/12, S. 1-6 (P);
    R. Schröder, in: Nachr.bl. d. dt. malakozool. Ges. 44, 1912, S. 153-60;
    K. W. v. Dalla Torre, in: Innsbrucker Nachrr. v. 15.5.1912 (W) u. in: Entomol. Bll. 8, 1912, S. 145-47 (Verz. d. W üb. Pflanzenschädlinge);
    F. Ohaus, in: Dt. Entomolog. Zs. 1912, S. 375 f.;
    F. S. Weber u. R. v. Klebelsberg, in: Der Schlern 4, Bozen 1923, S. 269-72 (P);
    G. Hohenauer, ebd. 26, 1952, S. 290-94 (P);
    V. Welponer, G. Fußenegger, F. Nothegger, H. Forcher Mayr, G. Mutschlechner, F. Schrott, A. Wörndle u. A. Lageder, ebd. 36, 1962, H. 5/6 (= Festschr. f. V. G.), S. 131-69 (W, P);
    K. Paulin, in: Tiroler Köpfe, 1953, S. 162-66 (P);
    K. Paulin u. R. v. Klebelsberg, in: Gesch. d. Franziskanerklosters zu Telfs, 1955, S. 47-59 (P;
    S. 48 u. 61: G.s Bruder Anton Franz [P. Vincenz Maria]);
    C. Dabringer u. J. Kalkschmid, in: 75 J. Franziskanergymnasium Bozen, 1957, S. 29 f. (P) u. 33-40 (P);
    Kosch, Kath. Dtld.;
    ÖBL.

  • Portraits

    Wandgem. v. A. Stolz (G. im Kreise prominenter Gäste auf Unterpayrsberg b. Bozen) (Bozen, Rathauskeller);
    Marmordenkmal v. F. Barcatta (St. Franziskus geleitet e. Greis [G.] zur Himmelspforte) (Hall, Friedhof d. Franziskaner);
    Ölgem. v. C. d'Andrea.

  • Autor/in

    Helmut Dolezal
  • Empfohlene Zitierweise

    Dolezal, Helmut, "Gredler, Vincenz" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 16 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104360682.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA