• Genealogie

    B Bartolomeo Albrici, vorübergehend Hoforganist in Dresden.

  • Leben

    Nach unstetem Wanderleben (1652 in Schweden, 1654-58 einer der ersten italienischen Kapellmeister in Dresden, 1658-60 in Italien im Gefolge der Königin Christine von Schweden, 1662 Neuburg/Donau) war A. von 1666-80 Hofkapellmeister in Dresden (1663–67 Aufenthalt in London). 1680 wurde er Organist der Thomaskirche in Leipzig und trat zum ev. Glauben über, verließ diese Anstellung jedoch heimlich 1682 und wandte sich, zur katholischen Konfession zurückgekehrt, nach Prag. Dort wirkte er bis zu seinem Tode als Musikdirektor bei St. Augustin. A. wurde von seinen Zeitgenossen als Klavier- und Orgelspieler hoch geschätzt; er war Lehrer von Johann Kuhnau. Seine Kompositionen, soweit nicht verbrannt, sind fast ausschließlich handschriftlich überliefert. Sie sind der römischen Schule verpflichtet und neigen zu spätbarocker Überladenheit.

  • Werke

    Kirchenmusik, ital. Solo-Kantaten, instrumentale Ensemblemusik;
    s. a. MGG.

  • Literatur

    M. Fürstenau, Btrr. z. Gesch. d. kgl. sächs. musikal. Kapelle, 1849;
    ders., Zur Gesch. d. Musik u. d. Theaters am Hofe d. Kurfürsten v. Sachsen I, 1861, S. 143 ff.;
    R. Münich, Kuhnaus Leben, in: Sammelbde. d. Internat. Musik-Ges. III, 1901–02, S. 487 ff.;
    A. Schering, Gesch. d. Instrumentalen Konzerts, 1905, S. 11 ff.;
    E. Schmitz, Gesch. d. weltl. Solokantate, 1914, S. 80;
    Grove I, 31927;
    E. Schmitz, in: MGG.

  • Autor/in

    Georg von Dadelsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Dadelsen, Georg von, "Albrici, Vincenzo" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 186 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104064064.html#ndbcontent

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