Lebensdaten
1543 bis 1627
Geburtsort
Mailand
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Barmherziger Bruder ; Chirurg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 104060328 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ferrara, Camillo von (Taufname)
  • Ferrari, Gabriele
  • Ferrari, Camillo von (Taufname)
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Zitierweise

Ferrara, Gabriele, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd104060328.html [19.12.2018].

CC0

  • Leben

    Nach Ausbildung in der Chirurgie und Destillationskunst stand F. im Dienste des Herzogs von Urbino und übte später in Mailand eine Praxis aus. Hier trat er 1591 in den Orden der Barmherzigen Brüder ein und legte seine Erfahrungen in einem Buche nieder. 1598 weilte er in Rom, 1599 wurde er Prior des dortigen Klosters. 1605 zum ersten Rat ernannt, war er 1605-27 Generalvikar für Deutschland. Seine Kunst machte ihn weit bekannt, so daß er unter anderem 1613 nach Wien berufen wurde, um die Leitung eines zu gründenden Ordensspitals zu übernehmen. 1615 heilte er zu Graz den Erzherzog Maximilian Ernst, den Bruder des Kaisers, was die Gründung eines Spitals zur Folge hatte. 1620 war er Feldchirurg der kaiserlichen Truppen in der Schlacht am Weißen Berg, nach der ihm ein Spital in Prag übergeben wurde. 1621 befand er sich beim 8. Generalkapitel des Ordens zu Rom. F. war inzwischen zum Generalkommissär der außeritalienischen Provinzen in Europa ernannt worden. 1624 wurde er zur Behandlung des Papstes Urban VIII. nach Rom gerufen. Sein Verhältnis zu Kaiser Ferdinand II. war überaus vertrauensvoll, so daß dieser ihn in diplomatischer Mission zum Herzog Ferdinand von Mantua entsandte. Auf Grund seiner guten Beziehungen zum Herrscherhaus konnte er viel für seine Kranken und das Spital in Wien erlangen. F. hat in Deutschland, Polen und Italien 22 Ordensspitäler gegründet.

  • Werke

    Nova selva di cirugia, Venedig 1596, 7 Aufl., zuletzt 1696, lat. Übers. v. P. Uffenbach, Frankfurt 1625, ebd. 1644 (4 T., üb. Chirurgie, Medikamente, Destillationskunst u. Pest).

  • Literatur

    G. A. Brambilla, Storia delle scoperte fisico – medico – anatomiche chirurgiche fatte da gli uomini illustri Italiani II, Mailand 1782 (P);
    E. J. Gurlt, Gesch. d. Chirurgie II, 1898;
    V. Pranger, Gesch. d. Klosters u. Spitals d. Barmherzigen Brüder in Graz u. d. innerösterr. Ordensprovinz z. heiligsten Herzen Jesu, 1908 (P);
    L. Senfelder, Die Barmherzigen Brüder in Wien 1614–1914, 1914 (P);
    L. Brandl, Der Chirurg G. Gf. v. F., 1957 (W, L, Qu.);
    BLÄ;
    Enc. Italiana XV, Mailand 1932, S. 53.

  • Autor/in

    Ludwig Brandl
  • Empfohlene Zitierweise

    Brandl, Ludwig, "Ferrara, Gabriele" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 99 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd104060328.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA