Lebensdaten
1868 bis 1926
Geburtsort
Frankfurt/Main
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Ingenieur
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 102676615 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rausenberger, Friedrich

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Zitierweise

Rausenberger, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102676615.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N.;
    M N. N.;
    Anna Batzke (1873–1968); wohl kinderlos.

  • Leben

    R. besuchte das Realgymnasium in Frankfurt/M. und studierte 1886/87 an der Univ. München zwei Semester Mathematik und Naturwissenschaften. Nachdem er 1887 als Fahnenjunker in das Sächs. Fußartillerie-Rgt. Nr. 12 in Metz eingetreten war, besuchte er die Kriegsschule Hannover und studierte 1890-92 an der Vereinigten Artillerie- und Ingenieurschule Charlottenburg mit den Schwerpunkten höhere Mathematik, Ballistik und Artillerie-Konstruktionslehre. Seine artilleriefachliche Ausbildung rundete er seit 1893 mit einem Maschinenbau-Studium an der TH Charlottenburg ab, das er 1896 mit dem Diplom als Maschineningenieur beendete. Anschließend trat R. in die „Fried. Krupp AG“ in Essen als Konstrukteur im Kanonenressort unter Direktor Max Dreger ein, wurde 1901 zum Assistenten des Direktoriums ernannt und erhielt 1904 Prokura. Im Einvernehmen mit der Firma berief ihn die preuß. Militärbehörde zum Lehrer für Waffenkonstruktionslehre an der neuen Militärtechn. Akademie in Berlin (1905 Prof.). 1906 kehrte R. zu Krupp zurück, wo er 1907 zum stellv. Direktor und 1910 zum Mitglied des Direktoriums bestellt wurde. Seit 1920 im Ruhestand, wurde er 1921 in den Aufsichtsrat der Krupp AG berufen.

    R.s Tätigkeit als Konstrukteur betraf die Entwicklung neuer Techniken in der Artilleriekonstruktion und die Fortentwicklung schwerer und schwerster Geschütze. Neben der Konstruktion von Rohren und Panzersprenggranaten für die dt. Marine beschäftigte er sich intensiv mit der Technik des Rohrrücklaufs, zu der er 1907 ein Standardwerk verfaßte (Theorie d. Rohrrücklaufgeschütze, 21939, engl. 1909, franz. 1908, 21940) und konstruierte die ersten dt. Verschwindlafetten für Geschütze. Weithin bekannt wurde R. durch die Konstruktion schwerster Heeresgeschütze, deren bekannteste die 42-cm-Haubitze „Dicke Berta“ und das „Paris-Geschütz“ sind, das während des 1. Weltkriegs mit einer Reichweite von 123 km Paris unter Beschuß nahm. Dies entsprach einer Verdoppelung der bisherigen maximalen Reichweite. Die „Dicke Berta“|verband eine hohe Schußleistung erstmalig auch mit einer relativ hohen Beweglichkeit des Geschützes, wodurch die artilleristische Voraussetzung für den dt. Vormarsch durch Belgien 1914 geschaffen wurde. Da man mit beiden Geschütztypen technisches Neuland betrat, mußten die entsprechenden Erkenntnisse erst durch aufwendige praktische Schießversuche ermittelt werden. R. verband die theoretischen Kenntnisse des Hochschullehrers mit den Erfordernissen der militärischen Praxis.|

  • Auszeichnungen

    Dr. phil. h. c. (Bonn 1914); Dr.-Ing. E. h. (TH Karlsruhe 1914); zahlr. dt. u. ausländ. Orden u. a. japan. Orden v. Hl. Schatze IV. Kl. (1909); österr. Orden v. d. Eisernen Krone III. Kl. (1909); Kommandeur d. ital. Kronenordens (1911); Kommandeurkreuz II. Kl. d. dän. Danebrogordens (1912); Bayer. Militär-Verdienst-Orden III. Kl. mit Schwertern am Bande (1915); Komturkreuz d. österr. Franz-Josef-Ordens (1915); bulgar. St. Alexander-Orden II. Kl. (Großoffz.kreuz mit Schwertern) (1916); türk. Eiserner Halbmond am weißen Bande (1916); Kronen-Orden II. Kl. (1918).

  • Literatur

    Kruppsche Mitt. 17, Nr. 9, 1926, S. 45 f.;
    Eberhard, in: Artillerist. Mhh. Nr. 233/34, 1926, S. 111-15;
    G. Baur, in: VDI-Zs. 70, 1929, S. 864;
    G. V. Bull u. C. H. Murphy, Paris Kanonen – the Paris Guns (Wilhelmgeschütze) and Project Harp, 1988, T. 1, S. 21-59;
    Wi. 1928. – Eigene Archivstud. (Hist. Archiv Krupp, Essen;
    StadtA Essen;
    Stadtverw. Baden-Baden).

  • Portraits

    Photogr. (Hist. Archiv Thyssen Krupp, Essen).

  • Autor/in

    Heinfried Voß
  • Empfohlene Zitierweise

    Voß, Heinfried, "Rausenberger, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 213-214 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102676615.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA