• Genealogie

    V Gustav, Kaufm.;
    M Johanna Magnus;
    1913 Anna Kerwel ( 1947), T e. Proviantsamtsinsp.

  • Leben

    K. studierte an der Universität Berlin und der TH Hannover Volkswirtschaft und Statistik; er wurde 1911 wissenschaftlicher Hilfsarbeiter im Statistischen Amt der Stadt Hannover. Seit 1906 in der Arbeiterbewegung tätig, wurde er im Februar 1919 Stadtverordneter der SPD in Hannover und Delegierter des SPD-Parteitages im Juni 1919. Ende 1919 trat er zur USPD über. Er war Delegierter des USPD-Spaltungsparteitages im Oktober 1920 und ging mit der linken Mehrheit zur KPD. Im Februar 1921 zog K. für die KPD in den preußischen Landtag ein. 1922 übernahm er die Leitung der Kommunalarbeit in der KPD-Zentrale. Nach der Oktoberniederlage 1923 gelangte er mit dem linken Flügel in die Spitzenführung der KPD, wurde Mitglied der Zentrale und des Politbüros und ging als Vertreter der KPD nach Moskau. Im Mai und Dezember 1924 wurde er in den Reichstag gewählt. Im Sommer 1925 kehrte er nach Deutschland zurück; er verlor seinen Sitz in der Parteizentrale und organisierte die ultralinke Opposition. Als K.s Anhänger am 11.1.1926 die KPD-Zeitung in Hannover stürmten, kam es zu Schlägereien und K. wurde aus der KPD ausgeschlossen. Daraufhin begründete er im Juni 1926 einen „Spartakusbund der linkskommunistischen Organisationen“, der sich im Frühjahr 1927 wieder auflöste. Da K. 1928 auch sein Reichstagsmandat verlor, spielte er in der Politik keine Rolle mehr. Er holte die volkswirtschaftliche Diplomprüfung nach und erhielt eine leitende Stellung im Sozialamt Berlin-Wedding. 1933 wurde K. aus dem Amt entfernt, verhaftet und ins KZ gebracht, doch Ende 1933 wieder entlassen. Als Jude 1941 erneut verhaftet, kam er in ein Arbeitslager, aus dem er entfloh. Bis 1944 vermochte K. unterzutauchen, dann wurde er verhaftet und nach Auschwitz gebracht. Als seine Frau dagegen protestierte, kam sie ins KZ Ravensbrück. 1945 befreit, schloß sich K. kurze Zeit der KPD/SED an, begrüßte 1950 jedoch die Gründung der „Unabhängigen Arbeiterpartei“, die dem „Titoismus“ nahestand. Wegen eines schweren Herzleidens verließ er 1954 Deutschland und lebte bis zu seinem Tode im Tessin.

  • Werke

    Artikel in kommunist. u. linkskommunist. Tagesztgg. u. Zss.

  • Literatur

    H. Weber, Die Wandlung d. dt. Kommunismus II, 1969, S. 177 ff.;
    M. Schwarz, MdR, 1965, S. 687.

  • Autor/in

    Hermann Weber
  • Empfohlene Zitierweise

    Weber, Hermann, "Katz, Iwan" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 333 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102586020.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA