• Genealogie

    V Rupert (1868–1940), Bürgerschuldir., Schulrat, S d. Thekla H., Wagnermeisters-T aus Spitz/Donau;
    M Johanna (* 1882), T d. Oberlandesgerichtsrats Dr. Franz Spängier u. d. Franziska Schlegel;
    Hadersłev/Dänemark 1934 Else (* 1909), T d. dän. Regierungspräs. („Amtmand“) Christian Lundbye (1873–1947) in Sonderburg u. d. Emma Nissen-Sommersted;
    2 S.

  • Leben

    Sein Studium der Physik, Mathematik und Meteorologie an der Universität Wien brachte H. mit F. M. Exner zusammen, der ihn nach dem Staatsexamen (1927) zu Strahlungsmessungen auf dem Hochobir (1927), der Stolzalpe und der Kanzelhöhe (1928–30) veranlaßte. Im Verlauf dieser Arbeiten bewog ihn Alfred Wegener, sich am Aeronautischen Observatorium Lindenberg mit den Methoden der Drachen- und Ballontechnik für die Erforschung der freien Atmosphäre vertraut zu machen und diese Kenntnisse bei der Deutschen Grönlandexpedition Wegeners (1930–31) anzuwenden. Die auf die Expedition folgende Tätigkeit H.s am Physikalischen Institut der Universität Wien diente im wesentlichen der Ausarbeitung der meteorologischen Expeditionsergebnisse. 1935 habilitierte sich H. in Jena und führte 1936-37 mit W. Kopp eine Expedition der Deutschen Lufthansa in das östliche Afghanistan durch. Die meteorologischen Unterlagen, die einen neuen Weg für den Luftverkehr nach Ostasien erschließen sollten, gingen im 2. Weltkrieg verloren. In diesem Kriege war H. mit Fragen der Meteorologie des hohen Nordens befaßt. Die Einschränkung des Wetternachrichtendienstes machte die Anwendung neuer Methoden für die Gewinnung von Wetterdaten notwendig. Über die regelmäßigen Meßflüge mit Flugzeugen in die polaren Gebiete, Fahrten von Wetterschiffen nach Grönland, Jan Mayen, Spitzbergen, Einrichtung von festen Stationen in Spitzbergen, Ostgrönland, Franz-Josefs-Land, auf der Bären- und der Hopeninsel und den Einsatz von automatisch messenden und meldenden meteorologischen Stationen, die in seinen Arbeitseinsatz fielen, hat H. 1950/51 zusammenfassend berichtet, während das „geheime“ Beobachtungsmaterial fast vollständig verlorengegangen ist. 1946 wurde H. als Referent für das Klima der freien Atmosphäre vom Deutschen Wetterdienst in der US-Zone und 1952 vom Deutschen Wetterdienst übernommen. Dieser Zeit entstammen Klima-Atlanten und Publikationen unter anderem über Höhenwind und die Temperatur- und Druckverhältnisse im Bereich der Troposphäre.

  • Werke

    u. a. Btrr. in: Wiss. Ergebnisse d. Dt. Grönlandexpedition A. Wegener, I, IV, V, 1933-40;
    Über d. Temperatur in d. dt. Mittelgebirgen, in: Meteorolog. Rdsch. 2, 1949;
    Zum Mechanismus d. tägl. Temperaturganges in d. Stockwerken d. Troposphäre, ebd. 4, 1951;
    dass., in: Ann. d. Meteorol. 4, 1952;
    Die Tätigkeit d. dt. Wetterdienstes d. Luftwaffe in d. Arktis während d. Krieges, in: Berr. d. Dt. Wetterdienstes in d. U.S. Zone 2, 1950, Nr. 12;
    Zur Frage d. Windablenkung üb. d. Alpen, ebd. 3, 1950, Nr. 16;
    Dt. Polarforschung 1940/45, in: Polarforschung 3, 1951;
    Der mittlere Zustand d. freien Atmosphäre üb. Berlin u. München, in Mitt. Dt. Wetterdienst U.S. Zone 1, 1951, Nr. 8;
    Zur Einflußhöhe d. Alpen auf d. allg. Strömung, in: Meteorolog. Rdsch. 7, 1954;
    Versuch e. Deutung d. Luftbewegung üb. Mitteleuropa, ebd. 10, 1957 (mit O. Essenwanger);
    Über d. Luftbewegung bis 30 km Höhe üb. Berlin, ebd. 11, 1958.

  • Literatur

    F. Lauscher, in: Wetter u. Leben 12, 1960;
    W. Kopp, in: Mitt. d. Verbands Dt. Meteorologen 35, 1960;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Karl Keil
  • Empfohlene Zitierweise

    Keil, Karl, "Holzapfel, Rupert" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 570 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102245223.html#ndbcontent

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