Lebensdaten
1822 bis 1910
Geburtsort
Potsdam
Sterbeort
Bethel-Stutterheim (Südafrika)
Beruf/Funktion
Missionar
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 102082944 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Kropf, Albert

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Zitierweise

Kropf, Albert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd102082944.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Johann (* 1823), Unteroffizier im 1. Garde-Rgt. in P., dann Gendarm;
    M Caroline Mallwitz (* 1837);
    1) Port Elisabeth 1848 Auguste (1821–98), T d. Lehrers August Hauffe in Saarmund b. Berlin u. d. Sophie Schulze, 2) Bethanien 1898 Katharine (1853–1929), T d. Pfarrers Theodor Kühne in Buckau u. d. Clementine Gädecke;
    6 K aus 1), u. a. Elise ( Wilhelm Beste, 1841–1907, Missionar, Pfarrer u. Arzt in St., S d. Theologen Wilhelm B., 1889, s. ADB 46, 2RGG), 2. Ehe kinderlos.

  • Leben

    K. erhielt seine Ausbildung als Missionar im Seminar der Berliner Mission und wurde 1845 nach Südafrika gesandt. Er begründete die Station Bethel bei dem späteren Stutterheim, von wo er zweimal während der sog. Kaffernkriege flüchten mußte. Er war maßgebend am Aufbau der Gemeinden unter den Xhosa beteiligt, seit 1867 als Superintendent. Als die meist aus Deutschen bestehende sog. Krimlegion unter Richard v. Stutterheim wegen Beendigung des Krimkrieges nicht mehr eingesetzt und nach Südafrika gebracht wurde, übernahm K. das Amt des Regimentspredigers. Ebenso nahm er sich der wenig später nach Kaffraria gekommenen deutschen Siedler an. Er beförderte ihren Zusammenschluß zu einem deutschen Kirchenbund und bediente bis zuletzt nebenamtlich die deutsche Gemeinde Stutterheim. – K. hat sich von Anfang an eifrig mit der bis dahin wenig erforschten Sprache der Xhosa befaßt. Ihm lag sehr an einer guten|Bibelübersetzung, da die Übersetzung von J. W. Appleyard (1866) fast unbrauchbar war. K., der unbestrittene Führer der dafür eingesetzten Kommission, schuf ein neues, verständlicheres Werk (1870–87). Auch eine spätere Überarbeitung wurde ihm übertragen. Für die afrikan. Sprachforschung wurde sein umfangreiches Kaffir-English Dictionary (1899, 21915) von größter Bedeutung. K. zeigte darin den Umfang des Wortschatzes einer Bantusprache. Seine umfassende Kenntnis der Xhosa fand ihren Niederschlag in dem 1889 in Berlin erschienenen Buch „Das Volk der Xossa-Kaffern im östlichen Südafrika nach seiner Geschichte, Eigenart, Verfassung und Religion“. 1891 veröffentlichte K. eine kleine Schrift „Die Lügenpropheten des Kafferlandes“. Er hatte 1857 erlebt, wie durch eine angeblich prophetische Botschaft die meisten Xhosa ihr Vieh und alle Lebensmittel vernichteten, weil sie hofften, alles in Fülle von den Ahnen wiederzubekommen, sie gingen kläglich zugrunde. Ähnliche „prophetische“ Bewegungen entstanden auch innerhalb christlicher Gemeinden. K. war einer der ersten, der auf dieses heute weithin – besonders im südlichen Afrika – verbreitete Phänomen aufmerksam gemacht hat.|

  • Auszeichnungen

    D. theol. (Berlin 1889).

  • Literatur

    K. Kropf (Ehefrau), D. A. K., Ein Lb., 1912;
    J. Richter, Gesch. d. Berliner Missionsges., 1924.

  • Autor/in

    Ernst Dammann
  • Empfohlene Zitierweise

    Dammann, Ernst, "Kropf, Albert" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 88 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd102082944.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA