Lebensdaten
1857 bis 1916
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Gewerkschaftspolitiker
Konfession
lutherisch,konfessionslos
Normdaten
GND: 101825218 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • von Elm, Johann Adolph
  • von Elm, Adolph (von ist kein Adelsprädikat)
  • Elm, Johann Adolph von (von ist kein Adelsprädikat)
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Zitierweise

Elm, Adolph von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101825218.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Claus Andr. (* 1828), Zigarrenhändler, Kätnerssohn aus Stapelfeld;
    M Dor. Friederica Wenth (* 1823) aus Gettorf (Schleswig); ledig.

  • Leben

    Nach Besuch der Volksschule erlernte Elm, der schon als Kind den Eltern beim Zurichten des Tabaks half, das Zigarrenmacherhandwerk Knapp 20jährig war er bereits in der damals noch schwachen sozialistischen Bewegung als Gewerkschafter führend tätig. Der ihm darob durch das Sozialistengesetz (1878–90) drohenden Gefahr der Ausweisung wich er durch die Auswanderung nach Amerika aus. Hier stieß er auf den älteren und erfahrenen Gewerkschafter Samuel Gompers (später langjähriger hervorragender Leiter des amerikanischen Gewerkschaftsbundes). Nach etwa 4 Jahren kehrte Elm nach Deutschland zurück, um sich hier dem Aufbau der deutschen Gewerkschaften zu widmen. Als 1890 die Verbote der sozialistischen Partei und die Hemmungen für die Gewerkschaften endgültig fielen, war Elm Mitbegründer der Generalkommission der Deutschen Gewerkschaften (Vorläufer des Allgemeindeutschen Gewerkschaftsbundes). Zugleich war er 1894-1907 als Mitglied des Deutschen Reichstags politisch tätig. – Durch den großen Streik der Hamburger Hafenarbeiter 1896-97 veranlaßt, suchte Elm nach einem stärkeren wirtschaftlichen Rückhalt der Arbeiter bei ihren Kämpfen. Er drängte zum Aufbau einer Konsumgenossenschaft mit weit gesteckten Aufgaben und Zielen (Eigenproduktion, Sparsystem, Wohnungsbau, Mitverwaltung der Mitglieder). 1899 konnte unter Elms Führung trotz heftigem Widerstand die Hamburger „Produktion“ ins Leben treten. Ihr beispielloser Erfolg machte sie schnell zum Vorbild der modernen deutschen Konsumvereinsbewegung. 1910 entwickelte Elm gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaften und der Genossenschaften den Plan, als Gegengewicht gegen die privaten Lebensversicherungen auf gemeinsamer Grundlage eine eigene Versicherung aufzubauen, deren ehrenamtlichen Werbeapparat die gewerkschaftlichen Funktionäre stellten. 1912 konnte dieser Plan mit der Errichtung der „Volksfürsorgen“(Sitz Hamburg) durchgeführt werden. Elm wurde der erste Geschäftsführer. Sie ist seither mit wesentlich erweitertem Aufgabengebiet eine der größten deutschen Versicherungsgesellschaften geworden. – Elm war ein glänzender Redner und ideenreicher Publizist, stets bescheiden und anspruchslos, einer der fähigsten Führer der deutschen Arbeiterbewegung der Frühzeit.

  • Literatur

    Kürschner, Der neue Reichstag 1898-1903 (P);
    DBJ I (Tl. 1916, L).

  • Autor/in

    Franz Spliedt
  • Empfohlene Zitierweise

    Spliedt, Franz, "Elm, Adolph von" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 460 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101825218.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA