• Genealogie

    Aus fläm. Adel;
    V Referendar b. d. österr.-nd.-länd. Ständen; ledig.

  • Leben

    Nach Absolvierung der Wiener Ingenieur-Akademie 1796 als Kadett zum Ingenieurkorps eingeteilt, wurde F. 1805 in den Generalstab übernommen, in welchem er bis zum Generalmajor (1825) vorrückte. Er nahm an den Feldzügen 1796, 1799, 1800, 1805 als Adjutant des Erzherzogs Johann, 1809 im Stabe des Erzherzogs Carl und 1813/15 im Hauptquartier des Fürsten Schwarzenberg teil, war seit 1806 in der Landesvermessung tätig und wurde einer der Mitschöpfer der franziszeischen Landesaufnahme. Als Direktor der astronomisch-trigonometrischen Vermessung, als Referent der Grundsteuer-Hofkommission, als Direktor der Katasteraufnahme wie als Leiter der topographischen Anstalt des Generalstabes verschmolz er die zivile mit der militärischen Vermessung und förderte die Einführung der Lithographie Senefelders. F. empfahl die Kotierung der Karten und die Annahme des Meeresspiegels als Vergleichsplan, verfeinerte die barometrischen Höhenmessungen und konstruierte neben einem Reflex-Distanzmesser ein neues katoptrisches Instrument. Sein Hauptwerk (1822) bilden die auf Befehl Schwarzenbergs hergestellte Karte „Das österreichische Kaiserthum mit beträchtlichen Teilen der angrenzenden Staaten“, 1:864 000 in 9 Blättern, und die Übersichtskarte von Österreich, 1:1, 728 000 als Schul- und Postkarte. Sein Nachlaß wurde von seinem Mitarbeiter Felix Freisauff von Neudegg (1799–1854) herausgegeben.

  • Auszeichnungen

    Pour le mérite (1814).

  • Werke

    Weitere W u. a. Beschreibung e. einfachen Instruments z. Erleichterung d. Situationsdetails, in: Monatl. Korr. z. Befoerderung d. Erd- u. Himmelskde., hrsg. v. F. v. Zach, April 1802 (mit barometr. Höhenmessungen);
    Unterricht z. Entwun v. Feldschanzen u. Festungen, 1812;
    Instruktion d. Mil.- u. Katastral-Triangulierungsdirektion, 1819;
    Höhenmessung v. Österreich, hrsg. v. F. Freisauff v. Neudegg, 1831 (behandelt nur Tirol u. Istrien, da F. vor s. Tode d. meisten s. wiss. | Schrr. vernichtet hatte);
    – Handgezeichnete Stadtpläne a. d. J. 1798-1813;
    Beschreibung d. Donaustrecke Komorn-Ofen, 1809, u. d. schweizer.-franz. Grenze, 1814 (Hss. u. Zeichnungen im Kriegsarchiv Wien).

  • Literatur

    ADB VI;
    H. Hartl, Materialien z. Gesch. d. astron.-trigonometr. Vermessung d. österr.-ungar. Monarchie, in: Mitt. d. k. k. Mil.geogr. Inst. 7, 1887, S. 117-232, 8, 1888, S. 151-86;
    F. Gatti. Gesch. d. k. u. k. Techn. Mil.ak. I, 1901, S. 382;
    J. Paldus, Das Leben u. Wirken d. Gen.majors L. A. v. F., in: Petermanns Geogr. Mitt., 1918;
    E. Nischer, Österr. Kartographen, 1925, S. 136-43 (P);
    O. Regele, Btrr. z. Gesch. d. staatl. Landesaufnahme u. Kartogr. in Österreich bis 1918, 1955, S. 59 u. ö.;
    Wurzbach IV;
    ÖBL (beide auch f. F. Freisauff v. Neudegg);
    Pogg. I.

  • Quellen

    Qu.: Kriegsarchiv Wien, Akten d. Generalstabes, Ternion l-Generale-Gb 412, u. „Notizen üb. d. Tätigkeit d. Gen.majors L. A. v. F. 1816-29“ (K - VII - a 39-1).

  • Portraits

    Lith., 1828 (Wien, Nat.bibl. u. Kriegsarchiv).

  • Autor/in

    Oskar Regele
  • Empfohlene Zitierweise

    Regele, Oskar, "Fallon, Ludwig August von" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 20 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101814933.html#ndbcontent

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  • Leben

    Fallon: August v. F., ein um die Landesvermessung und das Kartenwesen in Oesterreich sehr verdienter Officier, geboren den 27. November 1776 zu Namur, den 4. September 1828 zu Wien als Generalmajor und Chef der Militärtriangulirungscommission. Nach erhaltener Ausbildung auf der Ingenieurakademie in Wien war F. in das Ingenieurcorps eingetreten und 1797 Officier|geworden. Er hatte sich vorwiegend dem Studium der Terrainkunde, des Vermessungs- und Kartenwesens gewidmet und als Sachverständiger in diesen Zweigen fand er später Gelegenheit, vielfach ersprießliche Dienste zu leisten. Als 1804 Erzherzog Johann Tirol und die venetianischen Provinzen für Zwecke der Landesvertheidigung bereiste, befand sich F. als Adjutant bei demselben. 1805 Hauptmann im Generalstabe geworden, fand er jedoch erst 1813—1815 Verwendung im Felde. Unter Fallon's Leitung wurde später eine Karte des österreichischen Kaiserstaates hergestellt; als Director der Catastralvermessungen erwarb derselbe sich große Verdienste. Sein Werk: „Hypsometrie von Oesterreich, 1. Band: Die Höhenbesteigungen in Tirol, Istrien und im Golfe von Garnavo“ wurde erst nach seinem Tode (1831) veröffentlicht.

    • Literatur

      Hirtenfeld, Oesterr. Mil.-Conv.-Lex., II. 1852.

  • Autor/in

    Landmann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Landmann, Karl Johann Casimir von, "Fallon, Ludwig August von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 566-567 unter Fallon, August von [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101814933.html#adbcontent

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