Lebensdaten
1921 bis 2002
Geburtsort
München
Sterbeort
Kitzbühel (Tirol)
Beruf/Funktion
Fußballmanager ; Geschäftsmann
Konfession
-
Normdaten
GND: 1017912033 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schwan, Robert

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Zitierweise

Schwan, Robert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1017912033.html [21.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Eisenbahnbediensteter in München;
    M N. N.;
    1) N. N., 2) N. N., 3) N. N., 4) 1998 Maria Rienzner, aus Tirol: 3 T.

  • Leben

    S. wuchs im Münchner Schlachthofviertel auf und nahm als Soldat am 2. Weltkrieg teil. Nach Kriegsende arbeitete er als Gemüsehändler auf dem Münchner Viktualienmarkt und als Versicherungsvertreter, zuletzt als Organisationsdirektor bei der „Braunschweig. Lebens- und Sachversicherungs AG“. Sein Amt als Spielausschußvorsitzender der Fußballabteilung des FC Bayern München, für das ihn Vereinspräsident Wilhelm Neudecker (1913–93) 1964 verpflichtete, übte S. zunächst ehrenamtlich aus, bevor er 1966 als hauptamtlicher „Technischer Direktor“ zum ersten bezahlten Manager des dt. Vereinsfußballs wurde. Seit der Weltmeisterschaft 1966 war S. – in dieser Professionalität ebenfalls ein Novum – zudem persönlicher Manager Franz Beckenbauers (* 1945), dem er zeitlebens Mentor und väterlicher Freund blieb. Unter anderem durch lukrative Werbeverträge erreichte S. eine effektive|wirtschaftliche Vermarktung Beckenbauers, weswegen er als Initiator der Testimonialwerbung im Sport gilt; zudem kreierte er in der Person des „Kaisers“ Beckenbauer prototypisch ein Image, das Fußballsport und Spieler zu einem gesellschaftlich beachteten – und damit auch ökonomisch vielfach verwertbaren – Phänomen machte.

    In S.s Amtszeit (1964–77) wurde der 1965 in die 1963 gegründete Fußball-Bundesliga aufgestiegene FC Bayern mit vier dt. Meistertiteln (1969, 1972-74), vier DFB-Pokalsiegen (1966/67, 1969, 1971), vier Europapokalsiegen (1967, 1974-76) sowie dem Gewinn des Weltpokals (1976) zum erfolgreichsten dt. Fußballverein. Dabei gelang es S., um die auch in der Nationalmannschaft erfolgreiche Achse Maier-Beckenbauer-Müller ein Ensemble von Spielern zu verpflichten, das in der Folgezeit ebenfalls zum Gerüst der Nationalelf gehörte (u. a. G. Schwarzenbeck, P. Breitner, U. Hoeneß). 1977 beendete S. seine Tätigkeit als Vereinsmanager des FC Bayern – Nachfolger wurde im Juli 1979 Uli Hoeneß (* 1952) – und lebte seitdem im österr. Reith bei Kitzbühel in unmittelbarer Nähe zu Beckenbauer, mit dem er gemeinsame Geschäfte seit 1970 über die Vermarktungsgesellschaft „SKK-ROORG AG“ in Maloja (Schweiz) tätigte. 1982 unterstützte er Beckenbauer bei der Gründung der „Franz Beckenbauer-Stiftung“ für Menschen in Not.

    In den 1990er Jahren griff S. nochmals in den Profifußball ein. Als Lobbyist der „Ufa“, einer Tochtergesellschaft der Bertelsmann AG, die sich 1994 die Rechte für die Komplettvermarktung des Bundesligisten Hertha BSC Berlin gesichert hatte, fungierte er seit 1996 als Aufsichtsratsmitglied des Vereins, 1997-2000 in der Nachfolge von Rolf Schmidt-Holtz (* 1948) als Aufsichtsratsvorsitzender. S. beriet neben Beckenbauer u. a. auch die Ski-Olympiasieger Markus Wasmeier (* 1963) und Jens Weißflog (* 1964).

  • Auszeichnungen

    Hall of Fame d. Fachverbands f. Sponsoring FASPO (postum 2006).

  • Literatur

    S. Empacher, Die Vermarktung d. Fußball-Bundesliga, 2000;
    W. Uhrig. in: FAZ v. 20.11.2001 (P);
    D. Schulze-Marmeling. Die Bayern. Die Gesch. d. dt. Rekordmeisters, 2003;
    T. Körner. Franz Beckenbauer, Der freie Mann, 2005;
    Th. Hüetlin, Gute Freunde, Die wahre Gesch. d. FC Bayern München, 2006;
    Munzinger Sportarchiv.

  • Autor/in

    Johannes John
  • Empfohlene Zitierweise

    John, Johannes, "Schwan, Robert" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 780-781 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd1017912033.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA