Lebensdaten
1901 bis 1983
Geburtsort
Berlin-Charlottenburg
Sterbeort
Korntal-Münchingen
Beruf/Funktion
Botanikerin ; Pilzkundlerin ; Bakteriologin
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 101683251 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Niethammer, Anneliese

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Zitierweise

Niethammer, Anneliese, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101683251.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Georg Friedrich (Fritz) (1874–1947), aus Ilsfeld (Württ.), Prof. f. Elektrotechnik an d. Dt. TH Prag (s. Biogr. Lex. Böhmen; Pogg. VI-VII; Lex. d. Elektrotechniker), S d. Johann Georg (1849–1909), Weichenwärter, übersiedelte 1892 v. Neuenbürg (Schwarzwald) nach K., u. d. Christine Ulmer (1845–1932);
    M Anna, aus Lindau/Bodensee, T d. Dr. med. A. Müller u. d. Elise Nutter;
    B Fritz (1900- 78), Prof. f. Zivilrecht u. Zivilprozeßrecht an d. Dt. Ak. f. Staats- u. Rechtswiss. in Potsdam-Babelsberg (s. D. Breithaupt, Rechtswiss. Biogr. DDR, 1993); – ledig.

  • Leben

    N. verbrachte Kindheit und Jugendjahre seit 1904 zunächst in Brünn, später in Prag, wo sie auch die Matura bestand. In Prag absolvierte sie 1919-25 neben einem agrarwissenschaftlichen Studium an der TH auch ein naturwissenschaftliches an der Universität. Beide Studiengänge schloß sie 1925 jeweils mit der Promotion ab. 1926-32 hatte sie eine Assistentenstelle am Institut für Botanik der TH Prag inne (Habilitation 1928, Dozentin 1929, ao. Prof. 1941). Ferner lehrte sie 1937-45 an der Prager Handelsakademie. Nach dem 2. Weltkrieg unterrichtete N. bis zu ihrer Pensionierung 1969 am Wirtschaftsgymnasium in Ludwigsburg und übte bis 1970 eine ao. Professur für Angewandte Botanik an der TH Stuttgart aus. Bereits 1948 hatte sie sich in Stuttgart für dieses Fach umhabilitiert.

    Eines der Hauptforschungsgebiete N.s war die Mykologie (Pilzkunde). Die mikroskopischen Bodenpilze erforschte sie ebenso wie Schimmelpilze und Hefen aus dem Bereich der Technischen Mykologie, dem u. a. auch ihre Arbeiten über die Wachstumsmöglichkeiten mikroskopischer Pilze auf Zellulose oder über die zellulosezersetzenden Mikroorganismen angehören. Besonders untersuchte sie die Pilzgruppe Penicillium Link, auch unter bakteriologischem Gesichtspunkt. Sie erforschte die mikroskopischen Bodenpilze, insbesondere deren Wachstum und Verbreitung, ihre Begleiterfunktion in Früchten und Samen sowie das Verhalten gegenüber in der Natur verbreiteten Wuchsstoffen. Ferner befaßte sie sich mit der Wirkungsweise von Photokatalysatoren auf die Samenkeimung sowie mit der Stimulationswirkung von Giften auf Pilze (vgl. auch Habil.schr.). Auf dem Gebiet der Gartenbauwissenschaft erforschte N. die Mikroflora von Gemüsepflanzen und die Auswirkungen von aus Pilzen gewonnener Rohwuchsstofflösung auf das Wachstum von Winterknospen. Ein weiterer Untersuchungsgegenstand waren die für Handel und Industrie bedeutenden Samen und Früchte. N. gelang es beispielhaft, sowohl die unterschiedlichsten Forschungsgebiete als auch Theorie und Praxis fruchtbringend miteinander zu verknüpfen. Gartenbauwissenschaft und Landwirtschaft profitierten von ihren Forschungen ebenso wie Medizin (Mikrobiologische Heilmittel, 1951) und Bakteriologie, Lebensmittelkunde, technische Pilzkunde, Pflanzenphysiologie, Roh- und Werkstoffkunde. In diesem auf eine Synthese der verschiedensten Fachgebiete abzielenden und auf die Praxis hin ausgerichteten Forschungsansatz liegt die eigentliche Bedeutung N.s.

  • Werke

    u. a. Wirkung v. Photokatalysatoren auf das Frühtreiben ruhender Knospen u. auf d. Samenkeimung, in: Biochem. Zs. 158, 1925, S. 278-305 (Diss. 1);
    Gesetz v. Minimum bei Pilzkulturen, ebd. 165, 1925, S. 168-95 (Diss. 2);
    Samendesinfektion, ebd. 172, 1926, S. 173-211;
    Keimungsphysiolog. Studien unter Hervorhebung d. Lichtkeimung, ebd. 185, 1927, S. 205-15;
    Stimulationswirkung im Pflanzenreiche, in: Biol. generalis 4, 1928, S. 259-90, 655-94 (Habil.schr.);
    Wert substantieller Farbstoffe bei d. Charakteristik v. Früchten u. Samen, unter gleichzeitigem Hinweis auf deren natürl. Pilzflora, ebd. 14, 1939, S. 552-71;
    Mikroflora versch. Gemüsepflanzen unter bes. Berücksichtigung d. Samen u. Früchte, in: Gartenbauwiss. 7, 1933, S. 567-89;
    Stud. üb. d. Pilzflora böhm. Böden, in: Arch. Mikrobiol. 4, 1933, S. 72-98;
    Licht, Dunkelheit u. Strahlung bei d. Samenkeimung, in: Tabulae biol. [Den Haag] 10, 1935, S. 45-77;
    Mucorineen d. Erdbodens, in: Zs. f. Pflanzenkrankheiten 45, 1935, S. 241-80;
    Die mikroskop. Bodenpilze, Ihr Leben, ihre Verbreitung sowie ihre oeconom. u. pathogene Bedeutung, 1937;
    Techn. Mykologie, Hefen u. Schimmelpilze, 1947;
    Die Gattung Penicillium Link, 1949;
    Mikrobiolog. Heilmittel, Antibiose u. antagonist. Erscheinung, 1951 (mit M. Berninger u. R. Krehl-Nieffer);
    Samen u. Früchte d. Handels u. d. Industrie, 1961 (mit N. Tietz).

  • Literatur

    Stadtarchiv Korntal-Münchingen, Fam.register, S. 451: Fam. N., Reden, gehalten bei d. Übergabe d. Rektoramtes am 3.5.1948, 1948, S. 8;
    Stuttgarter Ztg. v. 10.5.1971;
    Pogg. VII a.

  • Autor/in

    Werner E. Gerabek
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerabek, Werner E., "Niethammer, Anneliese" in: Neue Deutsche Biographie 19 (1999), S. 245 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101683251.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA