Lebensdaten
1899 bis 1955
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Spillern (Niederösterreich)
Beruf/Funktion
Bodenkundler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 101683227 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sekera, Franz

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Zitierweise

Sekera, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101683227.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., k. u. k. Hofbeamter in W.;
    M N. N.;
    Margareth N. N.

  • Leben

    S. wurde nach bestandener Matura 1917 zum Kriegsdienst eingezogen und studierte danach 1918–24 Chemie an der TH Wien. An den Instituten für Anorganische Chemie und Biochemie bzw. Mikrobiologie dieser Hochschule als wiss. Mitarbeiter tätig, beschäftigte er sich seit 1928 mit Fragen der Pflanzenernährung und dem Wasserhaushalt des Bodens. 1932 wurde er mit einer Arbeit über die Nutzbarkeit des Bodenwassers für die Pflanze zum Dr. der technischen Wissenschaften promoviert. Anschließend am Institut für Landwirtschaftlich-Chemische Technologie der Hochschule für Bodenkultur in Wien tätig, untersuchte S. die Düngung von Ackerböden und den Aufbau einer optimalen Bodenstruktur. Mit der Arbeit „Die Strukturanalyse des Bodens als Grundlage für die Beurteilung seines Wasserhaushaltes“ habilitierte er sich 1938, leitete seit 1939 das neu errichtete Institut für Bodenbiologie und Pflanzenernährung und wurde 1942 zum o. Professor an der Hochschule für Bodenkultur ernannt. Mit maßgeblicher Unterstützung von Johannes Görbing (1877–1946), einem Pionier der „Garepflege“, d. h. der Pflege der Fruchtbarkeit des Bodens, wirkte S. seit 1943 führend im „Bodengesundheitsdienst“ des Reichsnährstands mit. Nach dem Krieg baute er mit dem „Verband landwirtschaftlicher Gutsbetriebe in Österreich“ wieder einen Bodengesundheitsdienst auf, den er mit großem Erfolg bis zuletzt selbst leitete.

    Der Schwerpunkt von S.s wissenschaftlichen Arbeiten und seiner Beratungstätigkeit in der Praxis war die Struktur des Bodens, v. a. im Hinblick auf das Bodenleben. Er definierte die Bodengare als optimale Krümelstabilität, die ihrerseits von der „Lebendverbauung“ durch die Bodenmikroorganismen abhängt. Mit Bodendünnschliffen, einer von Walter Kubiena (1897–1970) entwickelten Methode, zeigte S., wie die Pflanzenwurzel die Bodenhohlräume nutzt und in Symbiose mit Mikroorganismen, Pilzen und Bodentieren eine optimale Struktur des Bodens bewahrt. Daraus entstanden u. a. die Empfehlungen für den Anbau von Zwischenfrüchten, Pflanzendecken (z. B. Raps) und Mulchverfahren. Eine Zusammenfassung seines Lebenswerks publizierte S. unter dem Titel „Gesunder und kranker Boden, Ein praktischer Wegweiser zur Gesunderhaltung des Ackers“ (1943, 21951, erw. u. neu bearb. v. Margareth Sekera 1984). In der Zeit der Vollmechanisierung und Rationalisierung des Landbaus während der 2. Hälfte des 20. Jh. wurden die von S. beschriebenen bodenbiologischen Wirkungszusammenhänge vielfach vernachlässigt. Heute wird deren Bedeutung wieder stärker beachtet und eine Minimalbodenbearbeitung, die Reduzierung der Mineraldüngung und eine ständige Bodenbedeckung empfohlen.

  • Werke

    W Die nutzbare Wasserkapazität u. d. Wasserbeweglichkeit im Boden, in: Zs. f. Pflanzenernährung, Düngung u. Bodenkde. 22 A, 1931, S. 87–111 (dort auch zahlr. weitere Fachpubll.); Was ist Bodengare?, in: Die Phosphorsäure 10, 1941, S. 257–300.

  • Literatur

    P. Esterhazy, in: Der land- u. forstwirtschaftl. Gutsbetrieb 4, 1955, S. 89 f.;
    H. Haushofer, in: Mschr. f. d. dt. Landvolk 6, 1955, S. 334 f. (P);
    H. Franz, in: Mitt. d. Österr. Bodenkundl. Ges. 2, 1956, S. 3;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau.

  • Autor/in

    Kurt Ehrendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Ehrendorfer, Kurt, "Sekera, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 209-210 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101683227.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA