Dates of Life
1874 – 1941
Place of birth
Andolsheim (Oberelsaß)
Place of death
Berlin
Occupation
Bauforscher
Religious Denomination
evangelisch
Authority Data
GND: 101668139 | OGND | VIAF: 64377894
Alternate Names
  • Krencker, Daniel
  • Krencker, Daniel M.
  • D. K.
  • more

Objekt/Werk(nachweise)

Relations

Outbound Links from this Person

Genealogical Section (NDB)

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Krencker, Daniel, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101668139.html [13.04.2024].

CC0

  • Genealogy

    V Martin (1840–1918), D. theol., Pfarrer u. Insp. d. Inspektion Lützelstein, S d. Landwirts Sebastian in Lingolsheim, aus alter elsäss. Bauernfam., u. d. Marie Mey;
    M Eugénie (1841–75), T d. Joh. Daniel Scherb (1809–81), Pfarrer, seit 1860 Präs. d. Konsistoriums, u. d. Catharina Steib;
    Gütersloh 1906 Johanna Jörgens, aus Westfalen;
    2 S (1 ⚔).

  • Biographical Presentation

    K. besuchte das prot. Gymnasium in Straßburg und leistete anschließend als Einjähriger den Militärdienst ab. In Straßburg studierte er 2 Semester Naturwissenschaften und Mathematik, 1894-98 an der TH Berlin-Charlottenburg Architektur. 1898 trat er als Baumeister in den preuß. Staatsdienst und leitete verschiedene Bauprojekte. Erste Gelegenheit zur archäologischen Bauforschung erhielt K. bei seiner Teilnahme an der deutschen Expedition zur Erforschung der Bauten von Baalbek, Palmyra und anderen Städten in Syrien und Jordanien (1900–04), die unter der Leitung von O. Puchstein und B. Schulz stand. Ihr Ergebnis war die erste wissenschaftliche Beschreibung der röm. Tempel jener Region. 1905/06 wurde K. die technische Leitung der deutschen Expedition nach Aksum (Äthiopien) übertragen. Weitere Grabungen führte er 1907 in der Türkei bei der Erforschung der hethitischen Hauptstadt Bogazköy durch. In Deutschland war er anschließend bis 1912 Leiter des Hochbauamtes in Quedlinburg und wurde dann mit der Ausgrabung des sog. „Kaiserpalastes“ von Trier beauftragt, bei der er nachweisen konnte, daß der Bau in Wirklichkeit eine Thermenanlage war. Seine dortige Tätigkeit wurde 1914-18 durch den Kriegsdienst als Hauptmann unterbrochen. In seiner Trierer Zeit entwarf er nach dem Krieg zahlreiche Kriegerdenkmäler für die Ortschaften in der Umgebung. 1922 wurde K. auf den Lehrstuhl für Baugeschichte an der TH Berlin berufen. Seit 1930 hatte er daneben eine Honorarprofessur für Geschichte der Bau- und Gartenkunst an der Landwirtschaftlichen Hochschule Berlin. Neben der Lehrtätigkeit war K.s wichtigste Aufgabe die Publikation der Expeditionsergebnisse der früheren Jahre, vor allem der syr. Tempel, außerdem weitere Grabungstätigkeit im Vorderen Orient und die Nachprüfung früherer Ergebnisse an Ort und Stelle (1933 mit W. Zschietschmann in Syrien). Bedeutend wurde vor allem die Untersuchung der Tempel von Ankara und Aizanoi (Kleinasien) 1928, zusammen mit M. Schede. Hieraus ergab sich zum ersten Mal eine exakte Publikation des bedeutenden röm. Baues von Ankara. Eine letzte Reise unternahm er 1939 nach Syrien und untersuchte dort die spätantike Monumentalanlage der Kirche des hl. Simeon Stylites, was zu grundlegenden neuen Ergebnissen führte. – Mit seinen Forschungen zur röm. und spätantiken Architektur hat K. die Baugeschichte um wesentliche Kenntnisse bereichert. Durch die Expeditionen wurden zum ersten Mal größere Baukomplexe im Vorderen Orient der Erforschung der Architektur aus röm. Zeit zugänglich gemacht. Die Untersuchung der Trierer Kaiserthermen veranlaßte K. außerdem dazu, als erster eine umfassende Darstellung röm. Thermenbauten zu bieten. Neben der Bauforschung war K. sein Leben lang in Verbundenheit zu seiner elsäss. Heimat mit deren kulturellen und politischen Angelegenheiten beschäftigt. Er wurde 1931 Vorsitzender des „Wissenschaftlichen Institutes der Elsaß-Lothringer im Reich an der Univ. Frankfurt/Main“, dessen völkisch-nationale Ausrichtung er durch den Wunsch modifizierte, daß das Elsaß die „mögliche Brücke einer sehnsüchtig erwarteten Verständigung der beiden großen Nachbarvölker“ sein könnte (R. Schwander)|

  • Awards

    Korr. Mitgl. d. Dt. Archäolog. Inst. 1910, o. Mitgl. 1922;
    Dr. phil. h. c.;
    Dr.-Ing. E. h.

  • Works

    u. a. Das röm. Trier, 1923;
    Die Trierer Kaiserthermen, 1929 (mit E. Krüger);
    Der Tempel in Ankara, 1936 (mit M. Schede);
    Röm. Tempel in Syrien, Text u. Tafeln, 1938 (mit W. Zschietschmann);
    Die Wallfahrtskirche d. Simeon Stylites in Kal'at Sim'ân, 1939. -
    Nachaß: Dt. Archäolog. Inst. Berlin.

  • Literature

    R. Schwander, in: Elsaß-lothr. Jb. 20, 1942, S. VII-XXVI (W-Verz., P);
    M. Schede, in: Dt. Allg. Ztg. 80, Nr. 553 v. 19.11.1941, Beibl.;
    G. Rodenwaldt, in: Archäolog. Anz. 1942, S. 389-91;
    Wi. 1935 (W).

  • Author

    Christoph Schwingenstein
  • Citation

    Schwingenstein, Christoph, "Krencker, Daniel" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 8-9 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101668139.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA