Lebensdaten
1860 bis 1931
Geburtsort
Osterweddingen bei Magdeburg
Sterbeort
Halle/Saale
Beruf/Funktion
Agrikulturchemiker
Konfession
-
Normdaten
GND: 101168276 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schneidewind, Friedrich Wilhelm
  • Schneidewind, Wilhelm
  • Schneidewind, Friedrich Wilhelm

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Zitierweise

Schneidewind, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd101168276.html [12.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilhelm (?), Gutsbes. in O.;
    M Katharina Rusche (?);
    1892 Marie Bonstedt (* 1870);
    S Wilhelm (?), RA.

  • Leben

    S. besuchte 1871-80 das Realgymnasium in Magdeburg, leistete 1881/82 Militärdienst beim Feldartillerie-Rgt. 28 und studierte danach Naturwissenschaften, insbesondere Chemie, in Halle, Freiburg (Br.), Rostock und Göttingen. 1888 wurde er hier bei Victor Meyer (1848–97) mit einer Arbeit Über die negative Natur organischer Radikale“ zum Dr. phil. promoviert. Anschließend war er bis 1902 Assistent bei Max Maercker (1842–1901) und danach bis 1925 dessen Nachfolger als Direktor der Agrikulturchemischen Versuchsstation der Provinz Sachsen in Halle und zugleich Professor für Agrikulturchemie an der dortigen Universität.

    S. beschäftigte sich mit Fragen der Tier- und Pflanzenernährung. Als Tierernährer führte er Fütterungsversuche zur Mastwirkung und Verdaulichkeit verschiedener pflanzlicher und tierischer Futtermittel durch. Während des 1. Weltkrieges wurde bei der Kälbermast der Ersatz der Magermilch durch Fleischmehle und der Ersatz der Kartoffeln durch Diffusionsrückstände geprüft. Bei der Rindermast wurde die Eignung getrockneter Kartoffeln und Rübenblätter, von Fleisch- und Fischmehlen, von Sojabohnen, Erdnuß- und Mohnkuchen und selbst von Kiefernnadeln als Futtermittel getestet. Auch der Einfluß der Bewegung der Tiere auf deren Wachstum wurde ermittelt. S.s Ergebnisse führten zu Fütterungsempfehlungen für die landwirtschaftliche Praxis. Als Pflanzenernährer prüfte er die Wirkung verschiedener Kalium-, Stickstoff- und Phosphordünger auf Ertrag und Qualität verschiedener Kulturpflanzen. Er ermittelte auch die Verluste an Ammoniak und Kalkstickstoff bei der Oberflächendüngung sowie die Festlegung von Ammoniumionen durch Tonminerale. 1902 legte S. mit seinem Versuchsleiter W. Gröbler auf der Versuchsstation Lauchstädt einen der internat. bedeutendsten Dauerversuche zur Wirkung mineralischer und organischer Dünger auf den Wuchs und die Qualität von Kulturpflanzen an, der bis heute wichtige Ergebnisse für Wissenschaft und landwirtschaftliche Praxis liefert. Die Feldversuche führten zu Verbesserungen der Versuchstechniken und der statistischen Auswertungen der Ergebnisse. S. hat die Ergebnisse seiner Untersuchungen v. a. in den „Arbeiten der Dt. Landwirtschaftsgesellschaft“ (1908-23) und den von ihm 1902-25 herausgegebenen „Berichten über die Versuchswirtschaft Lauchstädt der Landwirtschaftskammer für die Provinz Sachsen“ publiziert. Von großer Bedeutung für die akademische Lehre wie für die landwirtschaftliche Praxis war sein Werk „Die Ernährung der landwirtschaftlichen Kulturpflanzen“ (1915, 61928), das viele Ergebnisse von S.s Forschungen enthält und in den 1920er Jahren zum Standardwerk der Pflanzenernährung und Düngung wurde.

  • Werke

    Weitere W Die agrikulturchem. Versuchsstation Halle (Saale), Ihre Einrichtung u. Tätigkeit, 1892 (mit K. Bieler);
    Die Kalidüngung, 1905, 41922;
    Die Stickstoffquellen u. d. Stickstoffdüngung, 1908;
    Zeit- u. Streitfragen auf d. Gebiete d. Düngelehre, 1910.

  • Literatur

    Hallesches Akad. Vademecum 1910, S. 245-48 (W-Verz.);
    Landwirtschaftl. Wschr., Amtsbl. d. Landwirtsch.kammern f. d. Provinzen Sachsen u. Anhalt 83, 1925, S. 781 f. (P);
    M. Körschens u. A. Pfefferkorn, Der „Stat. Düngungsversuch Bad Lauchstädt“ u. andere Feldversuche, 1998, S. 4-31;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau;
    D. v. Engelhardt (Hg.), Biogr. Enz. Naturwiss.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1926-31;
    Pogg. VI.

  • Autor/in

    Hans-Peter Blume
  • Empfohlene Zitierweise

    Blume, Hans-Peter, "Schneidewind, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 315 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd101168276.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA