Lebensdaten
1742 bis 1790
Geburtsort
Budenice bei Zlonic (Böhmen)
Sterbeort
Paris
Beruf/Funktion
Komponist ; Harfenvirtuose ; Pädagoge
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100993052 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krumpholz, Johann Baptist
  • Krumpholtz, Johann Baptist
  • Krumpholz, Johann Baptist

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Zitierweise

Krumpholtz, Johann Baptist, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100993052.html [17.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V N. N., Musikmeister e. franz. Regiments in P.;
    M N. N.;
    B Wenzel (um 1750–1817), Violinist unter J. Haydn in d. Kapelle b. Fürst Esterhazy, später b. Fürst Kinsky, seit 1795 Mitgl. d. Wiener Opernorchesters, enger Freund Beethovens u. Czernys (s. MGG VII);
    - 1780 N. N. (Steckler, Meyer ?) (um 1755- n. 1824), aus Metz, berühmte Harfenistin.

  • Leben

    K. wuchs in Paris auf, wo er zunächst von seinem Vater in die Musik eingeführt, danach aber bis etwa zum Ende der 60er Jahre von Fachkräften in den Disziplinen Harfe (um 1759 auch von J. Hochbrucker) und Kompositionslehre gründlich ausgebildet wurde. Anschließend machte er ausgedehnte Konzertreisen (u. a. 1770 nach Frankfurt) und erlangte als Harfenvirtuose Anerkennung. Daneben fand er Anklang als Lehrer auf seinem Instrument, besonders in Wien 1772. 1773-76 war K. dort Mitglied der Kapelle am Hof des Fürsten Esterhazy. Diese Zeitspanne schloß zugleich neue Studien in Musiktheorie und Komposition bei Joseph Haydn ein, dem damaligen Kapellmeister. Konzertreisen, auf denen K. größtenteils eigene Werke interpretierte, veranlaßten ihn, aus dem Dienst des Fürsten auszuscheiden. 1778 verließ er Wien und kehrte nach Paris zurück. – Zu seinen berühmtesten Schülern zählten Jean-Marie Plane, Jean-Henri Benoit Pollet und der Sohn des Pariser Harfenbauers Francois-Joseph Naderman. Aus Kummer über die Untreue seiner Frau ertränkte sich K. in der Seine.

    K.s zahlreiche Kompositionen für Harfe, die einerseits die Verwurzelung in der Zeit zeigen (Romanzen, Variationen, Arrangements), andererseits den Schüler J. Haydns verraten (Sonaten u. Konzerte), sind musikalisch immer noch wertvoll und „gehören zum Gediegensten, was im 18. Jh. für dieses Instrument veröffentlicht wurde“ (Zingel in MGG). Schon zeitgenössische Beurteiler rühmten an diesen Werken den feinen Klangsinn, die originelle Erfindung, geschmackvolle Haltung und nicht zuletzt die einfalls- und abwechslungsreiche Harmonik. Wie beliebt diese Werke waren, beweist schon, daß einige seiner „Konzerte für Harfe mit begleitendem Orchester“ auch auf dem Klavier gespielt wurden, besonders das Konzert opus 9 in F-Dur. Ebenso erfolgreich erwies sich K. auf dem Gebiet des Harfenbaus. Er gab – stets bemüht um eine Verfeinerung und Abstufung des Harfenklanges wie auch um eine Verbesserung der komplizierten Harfenmechanik – den Pariser Harfenbauern (Naderman, Cousineau, Erard), die zur Zeit der Harfenmode fortwährend an dem Mechanismus des Instruments experimentiert hatten, fruchtbare Ratschläge. Naderman konstruierte auf seine Anregung hin Instrumente mit einem Forte- und Dämpferpedal, Sebastian Erard brachte er auf die Idee der Doppelpedalharfe.

  • Werke

    6 od. 8 Konzerte f. Harfe;
    2 Symphonien op. 11 f. Harfe, 2 Violinen, Flöte, 2 Hörner u. Violoncello;
    zw. 32 u. 52 Sonaten f. Harfesolo u. mit Begleitung e. Violine;
    Quartette f. Harfe, Violine, Viola u. Violoncello;
    Duos f. 2 Harfen op. 5 u. 10;
    Préludes et Petits Airs op. 2. -
    Zuschreibung: Principes pour la harpe, hrsg. v. M. Blanc. -
    Ausgg.: Konzert f. Harfe u. Orchester, hrsg. v. B. Dobrodinsky;
    Konzert op. 9 bearb. v. F. Schroeder, 1970;
    Sonate F-Dur f. Flöte u. Harfe, hrsg. v. H.-J. Zingel;
    Sonaten op. 12, 13, 14. hrsg. v. A. Lawson Aber, 1970-74;
    Variationen|op. 10, hrsg. v. ders., 1970;
    Préludes op. 1, 3, 6, hrsg. v. F. Vernillat, 1969.

  • Literatur

    A. L. Aber, in: The American Harp Journal 4, H. 2, 1973, dt. in: Mitt.bl. d. Vereinigung dt. Harfenisten, Nr. 22, Nov. 1974, S. 4;
    V. Dulova, Isskustvo igry na arfe, 1975;
    M.-F. Thiernesse Baux, L'originalité de la technique de J.-B. K., in: Association Internat. de Harpistes et Amis de la Harpe 17, 1979, S. 13;
    Československý hudebni slovnik osob a instituci I, 1963, S. 757;
    H.-J. Zingel, Lex. d. Harfe, 1977;
    MGG VII (W, L);
    Riemann.

  • Portraits

    Ölgem., harfespielend (Berlin, Musikinstrumentenmus.), Identität ist nicht authentisch beglaubigt, s. H.-J. Zingel, Angebl. Porträt v. J. B. K., in: Mitt.bl. d. Vereinigung dt. Harfenisten, Nr. 16, Nov. 1971, S. 12.

  • Autor/in

    Sylvia Sowa
  • Empfohlene Zitierweise

    Sowa, Sylvia, "Krumpholtz, Johann Baptist" in: Neue Deutsche Biographie 13 (1982), S. 127 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100993052.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA