Lebensdaten
erwähnt 964, gestorben 984
Sterbeort
Metz
Beruf/Funktion
Bischof von Metz
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100962106 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Dietrich von Metz
  • Dietrich I.
  • Dietrich von Metz

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Zitierweise

Dietrich I., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100962106.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Eberhard, Gf. in Hamaland (um Deventer);
    M Amalrada, Schw der Kgn. Mathilde ( 968);
    Vt Otto d. Gr. ( 973), Heinr. I. ( 955), Hzg. v. Bayern, Brun ( 965), EB v. Köln (s. NDB II);
    N Otto II. ( 983).

  • Leben

    Nachdem D. bereits seit 964 als Bistumsverwalter in Metz fungierte, wurde er 965 von seinem Protektor Brun von Köln, dem archidux des regnum Lotharingiae, zum Bischof von Metz erhoben. Nach dem Tode Bruns wuchs er in die Rolle eines Beraters Ottos des Großen hinein. Schon 962 nahm er am Romzug Ottos I. teil, und 972 gehörte er der Gesandtschaft an, die in Benevent die griechische Prinzessin Theophanu empfing. Unter Otto II. und Theophanu behielt er seine einflußreiche politische Stellung, er zählte zur Hofpartei um Herzog Otto von Schwaben-Bayern. Seine energische Verteidigung von Metz gegen den französischen König Lothar vereitelte dessen lothringische Pläne. Im Gegenschlag unterstützte er tatkräftig Herzog Karl von Niederlothringen aus dem Karolingerhause, der in dem eroberten Laon als König des Westfrankenreichs auftrat. In der Frage der Aufhebung des Bistums Merseburg ergriff er für den Bischof Giselher Partei. Er nahm an dem süditalienischen Feldzug Ottos II. teil und übernahm den Schutz der Kaiserin und Ottos III. in und nach der Unglücksschlacht von Cotrone (982). Anfangs vertrauter Berater der Kaiserin Theophanu zur Zeit der Regentschaft nach dem Tode Ottos II., schwenkte er bald zur Gegenpartei unter Führung Heinrichs des Zänkers um. Dieser Parteiwechsel brachte ihn um seinen Rückhalt in Lothringen. Inwieweit bei dieser politischen Schwenkung finanzielle Machenschaften eine Rolle spielten, steht dahin, die Quellen machen jedenfalls D. des öfteren Bestechlichkeit zum Vorwurf.

    D. zeigte reges wissenschaftliches Interesse und besaß sogar griechische Sprachkenntnisse. In seinem Bistum und in der Stadt Metz entfaltete er eine rege Bautätigkeit, er erneuerte den Stephansdom, das Kloster Sankt Vinzenz und Epinal. Im Jahre 968 reformierte er die Abtei Sankt Vinzenz im Sinne der Reformbewegung von Gorze.

  • Literatur

    Alpert v. St. Symphorian, Vita (?) nur als Fragment erhalten u. d. T. De episcopis Mettensibus, in: IV, S. 697 ff.;
    Vita Deoderici episcopi Mettensis auctore Sigeberto Gemblacensi, ebd., S. 461-83;
    Translatio ss. Vincentii et Luciae, in: Migne, PL 137, col. 363-70;
    Thietmari Merseburgensis episcopi Chronicon, ed. R. Holtzmann, 1935, III, cap. 16; zu den Quellen:
    S. Balau, Etude critique des sources de l'histoire du pays de Liège, 1902, S. 291 ff.;
    Wattenbach-Holtzmann I, 2, S. 182-86; Ganz od. teilweise fingierter Briefwechsel mit Karl v. Niederlothr. in:
    MGH, Briefe d. dt. Kaiserzeit III, bearb. v. W. Bulst, 1949, Nr. 23 f., dazu
    E. Häfner, Die Wormser Briefslg. d. 11. Jh., = Erlanger Abhh. z. mittl. u. neueren Gesch. 22, 1935, S. 78 ff.;
    R. Köpke u. E. Dümmler, Jbb. d. Dt. Reiches unter Otto I., 1876;
    K. Uhlirz, dass. unter Otto II. u. Otto III., Bd. I, 1902, II, bearb. v. M. Uhlirz, 1954;
    Hauck III;
    J. Becker, Textgesch. Liutprands v. Cremona, 1908;
    H. Schnitger, Die dt. Bischöfe aus d. Königssippen v. Otto I. bis Heinr. II., Diss. München 1938, S. 32 ff.;
    K. Hallinger, Gorze-Kluny I, 1950, S. 85 u. ö.;
    LThK.

  • Autor/in

    Hans-Joachim Kiefert
  • Empfohlene Zitierweise

    Kiefert, Hans-Joachim, "Dietrich I." in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 681 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100962106.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA