Lebensdaten
1107 oder 1108 bis vermutlich nach 1181
Geburtsort
Köln
Beruf/Funktion
Prämonstratenser ; Propst in Scheda ; Verfasser einer Autobiographie
Konfession
jüdisch,katholisch
Normdaten
GND: 100946054 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hermannus quondam Judaeus
  • Juda ben David ha-Levi
  • Hermann von Köln (auch genannt)
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Zitierweise

Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100946054.html [13.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V David, Kaufm. in Köln;
    M Sephora;
    1128/29 N. N., T d. Alexander in Köln; kinderlos.

  • Leben

    H. wuchs als Jude in Köln auf. Ein Geldgeschäft mit Bischof Ekbert von Münster führte ihn für 20 Wochen an dessen Hof, wo er – unter anderem durch einen Disput mit Rupert von Deutz und durch einen Besuch imPrämonstratenserstift Cappenberg – das Christentum schätzen lernte. Sein Glaubenswechsel wurde durch eine unter dem Druck der jüdischen Gemeinde zustande gekommene Heirat verzögert, schließlich aber durch feierliche Taufe in Köln besiegelt, wobei er den Namen Hermann erhielt. Mit ihm wurde ein kleiner Stiefbruder getauft, den H. zu diesem Zweck aus Mainz heimlich entführt hatte. Anschließend traten beide in Cappenberg ein. H. erlangte die Priesterweihe und ist 1170 als Propst in Scheda bezeugt. Vorher war er wahrscheinlich eine Zeitlang als Kanoniker im Bonner Cassius-Stift. Später hat er auf seine Schedaer Propstwürde verzichtet und ist vielleicht Kanoniker in Maria ad Gradus in Köln geworden. Seine vermeintlichen Gebeine wurden 1628 in Scheda erhoben, sie fielen später der Säkularisation zum Opfer. Seine Bekehrungsgeschichte bis zu seiner Priesterweihe hat H. selbst sehr anschaulich und spannend geschildert und damit ein wichtiges Zeugnis hinterlassen über das geistige und soziale Leben und die christlichjüdischen Beziehungen im 12. Jahrhundert Die Vermutung, er habe auch eine Vita Gottfrieds von Cappenberg geschrieben, geht auf Oudin zurück, der ihn jedoch mit Abt Hermann von Cappenberg ( 1173?) verwechselte.

  • Werke

    Opusculum de conversione sua, in: Migne PL 170, Sp. 803-36, u. in: MG Qu. z. Geistesgesch. d. MA 4, 1963, übers. in: A. Hüsing, Der hl. Gottfried, Gf. v. Cappenberg, 1882, Anhang IV.

  • Literatur

    J. Greven, Die Sehr. d. Herimannus quondam Judaeus, „De conversione sua opusculum“, in: Ann. d. Hist. Ver. f. d. Niederrhein 115, 1929, S. 111-31;
    J. Bauermann, Die Anfänge d. Prämonstratenserklöster Scheda u. St. Wiperti-Quedlinburg, in: Sachsen u. Anhalt 7, 1931, S. 185-252;
    G. Niemeyer, Das Prämonstratenserstift Scheda im 12. Jh., in: Westfäl. Zs. 112, 1962, S. 309-33;
    LThK (unter Heinrich v. Scheda).

  • Autor/in

    Gerlinde Niemeyer
  • Empfohlene Zitierweise

    Niemeyer, Gerlinde, "Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 646 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100946054.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA