Lebensdaten
erwähnt 1186, gestorben 1221
Sterbeort
Eberbach (Rheingau)
Beruf/Funktion
Abt von Eberbach ; Zisterzienser
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100939406 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Konrad

Orte

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Zitierweise

Konrad, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100939406.html [16.12.2018].

CC0

  • Leben

    K. lebte in der 2. Hälfte des 12. Jahrhundert als Mönch in Clairvaux, Anfang des 13. Jahrhunderts in Eberbach im Rheingau, wo er Anfang Mai 1221 zum Abt gewählt wurde. Er ist der Verfasser des Buches „Exordium Magnum Cisterciense sive Narratio de initio Cisterciensis Ordinis“, auch „Liber de illustribus viris“ genannt, das in 6 Distinktionen oder Bücher unterteilt ist. Die ersten 4 Bücher, in denen die Personen im Vordergrund stehen, hatte K. in Clairvaux zur Abtszeit des Garnier von Rochefort (1186–93) verfaßt. Die letzten beiden Bücher fügte er zwischen 1206 und 1221 in Eberbach hinzu; die Kapiteleinteilung wird in diesen nach Tugenden und Lastern vorgenommen. Die Erzählungen sind meist legendenhaft ausgeschmückt; ihr Kern ist geschichtlich. Es bietet sich ein farbenreiches, treues und anziehendes Bild von den Anfängen des Zisterzienserordens und besonders der Blütezeit von Clairvaux unter Bernhard. Die umfangreichen Berichte dienen weithin als gemeinschaftliche Lesung nicht nur im Orden, sondern auch bei den Kartäusern, Kreuzherren und Hieronymiten. Das Exordium bildet ein sprechendes Beispiel der im Mittelalter und besonders bei den Zisterziensern – bekanntester Vertreter ist Cäsarius von Heisterbach – überreich gepflegten Exempel-, Mirakel- und Visionsliteratur. Die Quellen sind: Eigenes Erleben oder unmittelbare Berichte der Senioren von Clairvaux, die Sankt Bernhard noch kannten, der von Herbert von Clairvaux um 1178 herausgegebene „Liber miraculorum“ (ihm sind 90 Kapitel entnommen), Ansprachen Bernhards von Clairvaux und verschiedene Heiligenleben.

  • Werke

    Exordium Magnum Cisterciense sive Narratio de initio Cisterciensis Ordinis, auctore Conrado … recensuit B. Griesser …, 1961 (Gesamtveröff.). - Hss. sind in 2 Gruppen vorhanden: Typ 1 mit 7 vollst. Hss.;
    älteste - wohl d. Original K.s - aus d. Anf. d. 13. Jh. lange verschollen, wieder im Staatsarchiv Wiesbaden (alte Signatur A 1965);
    die anderen aus d. 13.-15. Jh., Typ 2 mit gekürztem Text, davon 3 Hss. aus d. 13. Jh. u. 30 aus d. 15., 2 aus d. 17. Jh.

  • Autor/in

    Kolumban Spahr OC
  • Empfohlene Zitierweise

    Spahr OC, Kolumban, "Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 536 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100939406.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Konrad, Abt von Eberbach im Rheingau, am 18. Septbr. 1221, nachdem er erst am 1. Mai Abt geworden war. Er ist der Verfasser einer unter dem Namen Exordium magnum bekannten Schrift, welche von der Entstehung und wunderbar raschen Verbreitung des Cistercienserordens berichtet, vorzüglich aber über einzelne hervorragende Männer und über einige deutsche Klöster des Ordens sehr werthvolle Nachrichten enthält. Als Mönch in Clairvaux hatte er die Materialien gesammelt; der Orden hat sein Werk anerkannt, aber nicht ohne Aenderungen, da seine Mittheilungen über die ersten Aebte Anstoß erregten. Jetzt ist seine Originalhandschrift wiedergefunden, und mit Hülfe derselben eine kritische Ausgabe zu erwarten.

    • Literatur

      H. Bär, Geschichte des Klosters Eberbach im Rheingau, herausg. von K. Rossel, Wiesb, 1855, I, 546 ff. Fr. Otto im Neuen Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichte, VI, 603—605.

  • Autor/in

    W. Wattenbach.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wattenbach, Wilhelm, "Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 16 (1882), S. 639 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100939406.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA