Lebensdaten
1487 bis 1553
Sterbeort
Porrentruy (Pruntrut, Kanton Jura)
Beruf/Funktion
Bischof von Basel
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100536808 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Philipp von Gundelsheim
  • Philipp, von Gundelsheim
  • Philippus, Basilensis

Orte

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Zitierweise

Philipp von Gundelsheim, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100536808.html [13.11.2018].

CC0

  • Leben

    Aus fränk. Adelsfam.

    P. studierte in Heidelberg (1503) und Basel (1504/05). Seit 1510 ist er als Basler Domherr bezeugt, 1525 als Erzpriester und Vizedekan des Domkapitels. Dieses wählte ihn 1527 in Delémont zum Bischof. Nach der päpstl. Bestätigung hielt P. als letzter Basler Fürstbischof im Beisein des Rats am 23.9.1527 seinen feierlichen Einzug in Basel. Ende des Jahres ließ er sich zum Priester und Bischof weihen. Als 1528 in Basel die Meßfeier abgeschafft und in vielen Kirchen die Bilder entfernt wurden, verlegte er seine Residenz nach Porrentruy, das zwar innerhalb seines Hochstifts lag, aber zur Erzdiözese Besançon gehörte. Das Domkapitel zog zunächst nach Neuenburg/Rhein und 1528 nach Freiburg (Br.) außerhalb der Diözese. Das bischöfl. Offizialat wurde in Altkirch (Oberelsaß) errichtet. Der in weltlichen Geschäften erfahrene, doch eher nachgiebige P. mußte die Ausbreitung der Reformation in großen Teilen von Diözese und Hochstift hinnehmen. Nach Stadt und Landschaft Basel schlossen sich seit 1529 die südlichen, seit 1486 mit Bern|verburgrechteten Teile des Bischofsstaates im Jura der neuen Lehre an, so die Stadt Biel, St-Imier und Umgebung und die Talschaft Moutier. Einen Aufstand im Laufental konnte P. 1530 nur mit Hilfe Solothurns niederhalten. Auch dort setzte sich die Reformation mehrheitlich durch. Infolge Zahlungsunfähigkeit geriet das Hochstift in starke Abhängigkeit von der Stadt Basel. Diese gewährte ihm 1530 gegen Überlassung des Birsecks als Pfand ein erstes großes Darlehen, dem 1542, 1544 und 1545 weitere folgten. P. räumte der Stadt Vorkaufsrechte im Hochstift ein, 1547 garantierten sich P. und Basel wechselseitig den jeweiligen Konfessionsstand. P. blieb Kanzler der Basler Universität. Von der Teilnahme am Trienter Konzil ließ er sich dispensieren.

  • Literatur

    L. Vautrey, Hist. des évêques de Bāle, III, 1886, S. 83-108;
    A. Bruckner, in: Helvetia sacra, I/1, 1972, S. 202;
    Gate III.

  • Autor/in

    Pierre Surchat
  • Empfohlene Zitierweise

    Surchat, Pierre Louis, "Philipp von Gundelsheim" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 373 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100536808.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA