Dates of Life
1710 bis 1793
Place of birth
Eisenberg bei Moritzburg (Sachsen)
Place of death
Dresden
Occupation
Architekt
Religious Denomination
lutherisch
Authority Data
GND: 100513468 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Locke, Samuel

Relations

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Life description (NDB)

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Places

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Citation

Locke, Samuel, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100513468.html [17.10.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Christoph (1679–1740), Röhrmeister in E., Schloßröhrmeister in M., S d. Röhrmeisters Hans ( 1705) in E.;
    M Barbara (* 1683), T d. Georg Schütz in E. u. d. Anna Schüffner;
    Dresden 1740 Joh. Sophia (* 1721), T d. Maurermeisters Tobias Lehmann in D. u. d. Anna Sophia;
    S Samuel Gottlieb (1743–84), Gen.-Akzisebaudir.adjunkt in D., Mitarbeiter L.s (s. ThB).

  • Life

    L. war in Dresden Schüler von Z. Longuelune und J. Chr. Knöffel, auch der Einfluß|M. D. Pöppelmanns ist spürbar. 1739 erwarb er das Dresdner Bürgerrecht und wurde als Maurermeister anerkannt, 1752 übernahm er Knöffels Stelle als Generalaccisbaudirektor, 1756 wurde er Mitglied des Oberzivilbauamtes. L. ließ in Dresden zahlreiche Werke entstehen; ob er zudem im Erzgebirge, wie berichtet wird, 1200 Bauten geschaffen hat, ist nicht zu belegen. Gesichert sind seine Projekte in Dresden. Dort ist von 104 Wohnhäusern aus der Zeit nach 1745 die Rede. Nachweisbar sind zumindest die Gebäude aus der geschlossenen Reihe der Großen Meißner Gasse 11 und 13, ferner das repräsentative Hôtel de Pologne an der Schloßgasse 7 und einige andere. Diese Bauwerke innerhalb der Straßenfronten zeigen L. als Schüler Longuelunes und Knöffels. Es sind hochaufragende, kühl-glatte Fassaden mit geschweiften, geschwungenen Fensterver-dachungen und flachen, reliefierten Putzspiegeln in lebhaftem Rocaille. Seine Häuser als Glieder innerhalb der dicht gereihten Straßenfronten tragen wesentlich zum harmonischen Gefüge des Dresdner Straßenbildes bei. Eine der wenigen freistehenden Dresdner Bauten L.s war die 1905 abgebrochene Ev.-ref. Kirche (1767 geweiht). Der rechteckige Saalbau war äußerlich schlicht, innen zogen zwei Emporen mit ausgerundeten Ecken an den Wänden entlang. Nach obersächsischer Art war der von vier Pilastern besetzte Altar ein Kanzelaltar.

    Am Bau der kath. Hofkirche war L. nur als Handwerksmeister 1746-50 beteiligt; auch bei der Erweiterung des Taschenbergpalais war er vermutlich nur in untergeordneter Stellung tätig. Für die Kreuzkirche hat er 1762 Entwürfe geschaffen, die aber nicht verwendet wurden. Als L.s Werke werden auch die Herrenhäuser Choren (1755) und Kötitz (1756) genannt. Während der Kötitzer Bau in schlichter Klarheit nur in der Fensterreihung gegliedert ist, hat Choren zwar einfache Lisenenreihung, aber ein kurvig vorschwingendes Mittelrisalit mit kraftvoll verkröpften Gesimsen über beiden Stockwerken und einen über die Dachlinie hinausragenden Giebel. Vor dem Risalit befindet sich eine Freitreppe. Dieser kräftig bewegte Bauteil ist für L. fremd, weshalb die Mitwirkung eines weiteren Entwerfers angenommen werden könnte. Für die Marienkirche in Großenhain lieferte L. 1773 einen Entwurf für den Turm, der sein Vorbild in Klengels Schloßturm hatte. Er wurde verändert ausgeführt, blieb aber im Grund L.s Werk. Die von ihm errichtete Kirche von Prausitz b. Riesa (1775–81) bietet den üblichen Aufbau eines Rechtecksaales mit abgeschrägten Ecken im Osten und einem im Westen vorgesetzten, im Grundriß quadratischen, im Oberteil achteckigen Turm. Ähnlich der Prausitzer Kirche ist die Stadtkirche zu Werdau gebaut. Sie wirkt reicher, da L. bei ihrem Wiederaufbau 1760-64 nach einem Brand alte Bauteile mitverwendet hat (starke Veränderungen beim Umbau 1873 und 1887). L.s Werk zeigt die zurückhaltende Ruhe der Baukörper in der Ordnung großer, glatter Flächen, schlanker, enggestellter Fenster, im Korbbogen geschlossener Portale und Fenster. Etwas vom späteren Barock, vom Rokoko, klingt auf. Aber auch kühler Klassizismus ist erkennbar. L., der selbst nur selten das Motiv der Säulenstellung verwendete, verfaßte 1783 eine Schrift über „Die Verbindung und Übereinanderstellung der Säulen“, ein rein klassizistisches Thema.

  • Literature

    Bau- u. Kunstdenkmäler im Kgr. Sachsen, Bd. 4, 12, 21, 23, 27, 37-39, 41;
    F. Löffler, Das alte Dresden, 1956;
    ThB (W, L).

  • Author

    Sigfried Asche
  • Citation

    Asche, Siegfried, "Locke, Samuel" in: Neue Deutsche Biographie 15 (1987), S. 5 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100513468.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA