• Genealogie

    V Pfarrer;
    Köthen 12.10.1730 Eva Maria de la Foss(e).

  • Leben

    A., ein Schüler von A. H. Francke in Halle, war zunächst Erzieher in Odersberg und Sorau (Schlesien), dann seit 1724 lutherischer Hofprediger in Köthen. Seine Stelle wurde 1750 von dem (reformierten) Fürsten aufgehoben. A. siedelte dann nach Wernigerode über und übernahm 1755 das Pfarramt in Nöschenrode, im gleichen Jahre auch das Amt eines Konsistorialrates. Seit 1759 finden wir ihn als Pfarrer an St. Ulrich und Lehrer am lutherischen Gymnasium in Halle. Von seinen dem späteren Pietismus angehörenden, gefühlsreichen Kirchenliedern, die er - mit den Liedern anderer vermischt -zusammen mit L. F. Lehr zunächst anonym herausgab und die schnell weite Verbreitung erlangten, sind heute allgemein nur noch „Einer ist König, Immanuel sieget“, „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ und das geistliche Volkslied „Unter Lilien jener Freuden“ bekannt. Die beiden erstgenannten Lieder zeigen die für den Pietismus charakteristische aus Daktylen bestehende Strophe.

  • Werke

    Einige geistreiche Lieder, Köthen 1733; Einige ganz neue auserlesene Lieder, Halle 1733;
    Cöthnische Lieder, 3 Bde., Halle 1736/44/68; Stimmen aus Zion, Stargard 1740.

  • Literatur

    ADB I;
    F. A. Cunz, Geistl. Liederchronik v. Halle, in: Hallisches Tagebl., 1860, S. 186, 193;
    Goedeke, IV/1, 1916, S. 217;
    O. Michaelis, Liederschlüssel, 1928;
    J. Kulp, Liederkde., 1931;
    W. Frels, Dt. Dichterhss. v. 1400-1900, 1934;
    RGG.

  • Autor/in

    Christhard Mahrenholz
  • Empfohlene Zitierweise

    Mahrenholz, Christhard, "Allendorf, Johann Ludwig Konrad" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 202 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100510558.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Allendorf: Joh. Ludwig Konrad A., geb. 9. Febr. 1693, 3. Juni 1773. Eines Pfarrers Sohn zu Johbach in Hessen geboren, besuchte er zu Gießen Gymnasium und Universität, kam 1713 zu Francke nach Halle, wurde zuerst beim Grafen Henkel in Oderberg, dann beim Grafen Erdmann von Promnitz in Sorau Informator. Als eine Tochter des letzteren Grafen 1724 den reformirten Fürsten von Anhalt-Köthen heirathete, begleitete sie A. als lutherischer Hofprediger und blieb als solcher bis 1750 in Köthen, wo er ein Familienleben gegründet hatte. Entbehrlich geworden, weil die lutherische Fürstin gestorben war, nahm er einen Ruf des frommen Grafen Christian Ernst von Stolberg nach Wernigerode an. Hier wirkte er als Pastor und Consistorialrath neun Jahre, bis er 1759 an die Ulrichskirche in Halle gezogen ward, um als deren Pfarrer in einem Alter von 80 Jahren hochgesegnet zu entschlafen. — Sein Lauf und Heimgang entsprach dem Siegel, das er führte: dem betenden Stephanus, der den Himmel offen sieht.

    Zu den jüngeren Hallensern gehörig, gab er mit Lehr die „Cöthen'schen Lieder" heraus, in welche Sammlungen er selbst 132 „Liebeslieder auf Christum" ohne Nennung seines Namens einrückte. Dieselben, durch inniges, oft weichliches Gefühl ausgezeichnet, fanden besonders in den Kreisen des Pietismus raschen und reichen Eingang, drangen theilweise jedoch auch in die meisten Gesangbücher der evangelischen Landeskirchen ein ("Die Seele ruht in Jesu Armen" etc., „Herr, habe Acht auf mich" etc., „Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude“ etc., „Unter Lilien jener Freuden“ etc. u. a.).

    • Literatur

      Beilage des Reg.- u. Consistorialraths Christ. Friedr. Delius zum Wernigeroder Intelligenzblatt 1823, Stück 23, S. 54 f. Koch IV. S. 441 f.

  • Autor/in

    P. Pressel.
  • Empfohlene Zitierweise

    Pressel, Paul, "Allendorf, Johann Ludwig Konrad" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 349 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100510558.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA