Lebensdaten
1762 bis 1800
Beruf/Funktion
Verfasser von Nachschlagewerken
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 100356486 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hirsching, Friedrich Karl Gottlob
  • Hirsching, F. C. G.
  • Hirsching, Friedrich C.
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Hirsching, Friedrich Karl Gottlob, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100356486.html [20.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Wilh. Simon Christian (1726–70), Dr. med., Rat, Stadtphysikus, Physikus d. Oberämter U. u. Creglingen, Naturforscher (s. L), S d. Joh. Joachim (1688–1733), limburg. Hofrat u. Ratskonsulent in Windsheim (s. L), u. d. Anna Marg. Augustina Petz;
    M Helena Marg. Wilhelmina, T d. brandenburg-bayreuth. Hof- und Regierungsrats Martin Gottlob Mayer u. d. Magdalena Maria Fleischer;
    Om Joh. Gottlob Mayer (1718–82), Konsistorial- u. Ehegerichtspräs. in Bayreuth (s. L); ledig.

  • Leben

    Nach dem Tode des Vaters sorgte H.s Onkel, J. G. Mayer, dafür, daß sein Neffe auf der Fürstenschule Neustadt an der Aisch und durch Privatlehrer eine ausgezeichnete Erziehung erhielt, und sicherte auch dessen weiteren Lebensweg finanziell ab. 1782 begann H. in Erlangen mit dem Studium der Rechte und schloß sich dem „Hochfürstlichen Institut der Moral und schönen Wissenschaften“ an. Unter dem Einfluß der Geschichts-, Naturkunde- und Ökonomievorlesungen J. G. Meusels und H. F. von Delius' wandte er sich vollkommen diesen Fächern zu. 1788 erwarb er die Magisterwürde und die Erlaubnis zu lesen, hielt allerdings seine angekündigten Vorlesungen nur selten. 1792 wurde er außerordentlicher Professor für Philosophie in Erlangen und 1796 Mitglied der Akademie nützlicher Wissenschaften in Erfurt.

    Als H. mit 37 Jahren starb, hinterließ er ein umfangreiches Werk, das vor allem durch ungeheuren Fleiß, den Glauben an die Aufklärung und das Vorbild seines Lehrers Meusel bestimmt worden war. Wie dieser eine mehr rezeptive als produktive Natur, folgte H. dessen polyhistorischem Ideal, ihn in der Vielseitigkeit der Studiengebiete sogar übertreffend. So beschäftigte er sich ernsthaft mit Ökonomie, Technologie, Kameralwissenschaft, Zoologie, Botanik, Literatur und Geschichte, besonders der Gelehrtengeschichte, die damals auch noch die Geschichte der wissenschaftlichen Institutionen einschloß. Durch seine vielbändigen Handbücher in diesem Fachgebiet, in denen er den reisenden Gelehrten einen Weg zu den damals weitverstreuten Quellen zeigen wollte und biobibliographische Artikel verfaßte, wurde sein Name weit bekannt. Diese Werke sind aber auch schon immer auf die heftigste Kritik gestoßen. Man wirft H. vor, vieles sei aus ähnlichen Werken abgeschrieben, und bezeichnet sie als „rudis indigestaque moles“, „Machwerk“ und Sammelsurium. Zweifellos war H. kein strenger Systematiker, aber er prüfte die Nachrichten soweit es ihm möglich war, auf ihren Wahrheitsgehalt. Da er, obwohl weitgereist, nur einen Teil der von ihm beschriebenen Stätten und Personen selbst kannte, verschaffte er sich das restliche Material durch eifrigen Briefwechsel und durch Übernahme aus anderen Werken. Er faßte seine Handbücher nicht unter einem bestimmten fachwissenschaftlichen Aspekt ab, sondern nahm alles auf, was er für bemerkenswert hielt, und urteilte ganz im Geist der Aufklärung. Aus diesem Grund wurden seine Handbücher, die man jetzt wieder nachzudrucken beginnt und die ursprünglich nur als Wegweiser zu den Quellen gedacht waren, selbst zu bedeutenden Quellen für die Forscher aus den verschiedensten Wissenschaftsbereichen. Seinen zahlreichen anderen Schriften kann man dagegen heute kaum mehr als wissenschaftsgeschichtlichen Wert zubilligen.

  • Werke

    u. a Versuch e. Beschreibung sehenswürdiger Bibliotheken… Teutschlands n. alphabet. Ordnung d. Städte, 4 Bde., 1786-91;
    Nachrr. v. sehenswürdigen Gem.- u. Kupf.slgg., Münz-, Gemmen-, Kunst- u. Naturalienkabinetten, Slgg. v. Modellen, Maschinen, physikal. u. math. Instrumenten, anatom. Präparaten u. botan. Gärten in Teutschland n. alphabet. Ordnung d. Städte, 6 Bde., 1786-92;
    Hist.-geogr.-topogr. Stifts- u. Closterlex. … I, A-D, 1792;
    Hist.- lit. Hdb. berühmter u. denkwürdiger Personen, welche in d. 18. Jh. gestorben sind, 17 Bde., 1794-1815 (ab Bd. 6 v. J. H. M. Ernesti fortgeführt).

  • Literatur

    G. W. A. Fikenscher, Vollst. ak. Gel.-Gesch. d. kgl. preuß. Frdr. Alex. Univ. …, 1808 (zuverlässigste Qu., W, L);
    Ersch-Gruber, Section 2, T. 7;
    H. Schreiber, Ein Erlanger Bibliothekenkenner d. 18. Jh.: F. K. G. H., in: Zeugnisse fränk. Kultur, 1931, S. 62 ff.;
    Meusel, Gel. Teutschland III (W);
    Meusel V (W);
    C. A. Baader, Lex. verstorbener baier. Schriftsteller d. 18. u. 19. Jh. I, 1824;
    Hdb. d. Bibl.wiss., 21952-65, bes. II, S. 707, III, 2, S. 67, 111 u. 127. - Zu V Wilh. Simon Chrstn.: H.s Hist.-lit. Hdb. III, 1 (W)
    ;
    Meusel V;
    Pogg. I;
    - zu Gvv Joh. Joachim: H.s Hist.-lit. Hdb. III, 1 (W)
    ; - zu Om J. G. Mayer: ebd. V, 1 (W).

  • Autor/in

    Manfred Vorholzer
  • Empfohlene Zitierweise

    Vorholzer, Manfred, "Hirsching, Friedrich Karl Gottlob" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 228 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100356486.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA