Lebensdaten
geboren 2. Hälfte 15. Jahrhundert , erwähnt 1497
Geburtsort
Mindelheim (Schwaben)
Sterbeort
Mindelheim (?)
Beruf/Funktion
Humanist ; Theologe
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100010350 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Altensteig, Johannes
  • Altensteig, Johann
  • Altenstaig, Johannes
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel
Personen in der GND - Bekannte und Freunde

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Altenstaig, Johannes, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100010350.html [21.11.2018].

CC0

  • Leben

    A. studierte seit 1497 an der Universität Tübingen Poetik und Rhetorik bei dem Humanisten Heinrich Bebel, Theologie vermutlich bei Wendel in Steinbach. An der Universität Tübingen übte er auch seine erste Lehrtätigkeit aus. Seit 1509 war er für das Fach der Philosophie und Theologie als Lehrer amAugustiner-Chorherrenstift Polling tätig. 1512 bis zu seinem Tode wirkte A. in Mindelheim als Kaplan der dortigen St. Sebastians-Bruderschaft und als Lateinlehrer am dortigen Augustiner-Eremitenkloster. Im Auftrag des Augsburger Bischofs Christoph von Stadion führte A. 1518 eine Kirchenvisitation im bayerischen Teil des Augsburger Bistums durch. Er war mit vielen Humanisten und Theologen (u. a. mit Johannes Eck) befreundet, mit denen er ausgedehntes commercium litterarum pflegte. A. hat Theologie, Philologie, Philosophie, Poetik und Rhetorik in den Bereich seiner wissenschaftlichen Arbeit gezogen. In der Nachfolge seines Lehrers Bebel strebte er die Reinigung und Veredelung der damals, vom Standpunkt des klassischen Latein aus gesehen, recht verwilderten lateinischen Sprache an. Er war ein entschiedener Gegner der Reformation, teilte aber die von Bebel geübte Kritik an der Geistlichkeit, wie besonders aus seinem Kommentar zum Triumphus Veneris seines Lehrers hervorgeht.

  • Werke

    Vocabularius vocum, Hagenau 1508 u. ö.; Opus pro conficiundis epistolis, ebenda 1512; Dialectica, ebenda 1514;
    Triumphus Veneris Henrici Bebelii poetae laureati, cum commentario Joannis A. Mindelhaimensis, Straßburg 1515;

    Isocrates Von dem Reich, Geteutscht, Augsburg 1517;

    Vocabularius theologiae, Hagenau 1517;

    Opusculum de amicitia, ebenda 1519;

    De felicitate triplici, ebenda 1519;

    Unterricht, was ein Christenmensch thun od. lassen soll, Augsburg 1523; Von d. Füllerey, Straßburg 1525.

  • Literatur

    ADB I (unter Altensteig);
    F. Zoepfl, J. A., Ein Gelehrtenleben aus d. Zeit d. Humanismus u. d. Ref., 1918;
    ders., Gesch. d. Stadt Mindelheim in Schwaben, 1948, S. 144 u. ö.;
    ders., Der Humanismus am Hof der Fürstbischöfe v. Augsburg, in: HJb. 62-69, 1942-49, S. 671-708;
    A. Bigelmair u. F. Zoepfl, Nikolaus Ellenbog, Briefwechsel, 1938, S. LXXX u. ö.;
    LThK; s. a.
    Heyd II, 1896, S. 302 f.

  • Autor/in

    Victor Stegemann
  • Empfohlene Zitierweise

    Stegemann, Victor, "Altenstaig, Johannes" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 215 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100010350.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Altensteig: Johann A., Humanist und Theologe, geb. gegen Ende des 15. Jahrhunderts zu Mindelheim in Schwaben, nach 1523. Er studirte in Tübingen unter Heinrich Bebel Poetik und Rhetorik, trat dort selbst als Lehrer auf und unterrichtete von 1508 an die Klosterzöglinge zu Polling in Philosophie und Theologie. Einige Jahre später empfing er die Priesterweihe und bezog eine Kirchenpfründe zu Mindelheim, wo er, im Augustinerkloster gleichfalls lehrend und in naher Beziehung zum Augsburger Bischof Christoph von Stadion stehend, noch 1523 lebte. A. wirkte für Reinigung der Lateinsprache von der Verwilderung damaliger Zeit, für Veredlung derselben in Wortformen und Stil, und schrieb zu diesem Zwecke seinen „Vocabularius“, zuerst Hagenau 1508, dann oft gedruckt, sein „Opus pro conficiundis epistolis“, Hagenau 1512, u. A., für theologische Bildung aber den „Vocabularius theologiae“. Hagenau 1517.

    F. A. Veith, Bibliotheca Augustana, Alphab. IV., p. 151. Fr. Toepsl, Informatio de Canonia Pollingana, 1760, p. 87.

  • Autor/in

    Steichele.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steichele, "Altenstaig, Johannes" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 363 unter Altensteig [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100010350.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA