Lebensdaten
1807 – 1879
Geburtsort
St. Petersburg (Russland)
Sterbeort
Odessa (Russland, heute Ukraine)
Beruf/Funktion
Kaufmann ; Fabrikant ; Gutsbesitzer
Konfession
evangelisch-reformiert
Normdaten
GND: 1306575567 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mahs, Ernst Baron von/seit 1873
  • Mas, Arist Efimovič
  • Mahs, Ernst
  • mehr

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Zitierweise

Mahs, Ernst, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd1306575567.html [22.05.2024].

CC0

  • Ernst Mahs war einer der größten Getreideexporteure des Russischen Kaiserreichs. Einer St. Petersburger, ursprünglich Hamburger Kaufmannsfamilie entstammend, kam er als Vertreter des Hauses Stieglitz 1832 nach Odessa, entwickelte ab 1838 zügig sein Getreidegeschäft und war auch in Bankgeschäften aktiv. In Odessa leistete er viel für die Entwicklung von Hafen, Bankwesen und Börse und stiftete umfangreiche soziale Projekte für Bedürftige der Stadt.

    Lebensdaten

    Geboren am 1. März 1807 jul. In St. Petersburg (Russland)
    Gestorben am 30. Dezember 1879 jul. In Odessa (Russland, heute Ukraine)
    Grabstätte Familiengruft In Odessa
    Konfession evangelisch-reformiert
    Ernst von Mahs (InC)
    Ernst von Mahs (InC)
  • Lebenslauf

    1. März 1807 - St. Petersburg (Russland)

    - St. Petersburg (Russland)

    Schulbesuch

    Lutherische St.-Annen Schule

    ca. 1825 - ca. 1830 - St. Petersburg

    Studium der Rechtswissenschaft

    Universität

    1832 - 1879 - Odessa (Russland, heute Ukraine)

    Mitglied

    1. Gilde

    1832 - 1836 - Odessa

    leitender Mitarbeiter

    Ludwig Stieglitz & Co.

    1833 - 1834 - Odessa

    Beauftragter

    Verwaltung des Noworossja-Bessarabsker Generalgouvernements

    1835 - 1838 - Odessa

    Teilhaber und Direktor

    Stieglitz, Mahs & Co.

    1836 - 1874 - Odessa

    Mitglied Kommerzieller Rat (ab 1856 Kommerzrat)

    Kommerzieller Rat (ab 1856 Kommerzrat)

    1837 - 1879 - Odessa

    Mitglied

    1. Gilde

    1837 - 1838 - Odessa

    Kommissar für die Bekämpfung der Cholera

    Verwaltung des Noworossja-Bessarabsker Generalgouvernements

    1838 - 1879 - Odessa

    Gründer und Inhaber

    Handelshaus und Handelsbank Ernst Mahs & Co.

    1838 - Odessa

    Mitglied

    1. Komitee zur Revision der Kompagnie der Schwarzmeerdampfflotte

    1838 - 1848 - Odessa

    Mitglied

    Komitee zur Reform des Zolls und des Quarantänestatuts

    1839 - Odessa

    Mitglied

    Stadtbaukomitee

    1839 - 1866/67 - Odessa

    Konsul

    Königreich Hannover

    1842 - 1843 - Odessa

    stellvertretender Vorsitzender (Ältester)

    Börsenkomitee

    1848 - 1856 - Odessa

    stellvertretender Vorsitzender (Ältester)

    Börsenkomitee

    1856 - 1865 - Odessa

    Vorsitzender

    Börsenkomitee

    1865 - 1871 - Odessa

    stellvertretender Vorsitzender (Ältester)

    Börsenkomitee

    1858 - 1870 - Odessa

    Mitglied; Vorstand

    Russische Staatsbank

    1860 - 1871 - Odessa

    Generalkonsul

    Königreich Preußen

    1861 - 1871 - Odessa

    Generalkonsul für die russischen Häfen am Schwarzen und Asowschen Meer

    1863 - 1869 - Odessa

    Mitglied

    Statistisches Komitee

    1863 - 1870 - Odessa

    Mitglied

    Zeitweilige Kommission für die notwendige vorsorgliche Vorbereitung der neuen Verwaltung Odessas

    1864 - 1879 - Odessa

    Mitgründer; Direktor bis 1869

    Odessaer Gesellschaft für Gasbeleuchtung

    1867 - Odessa

    Vorsitzender

    Kommission zur Prüfung eines Entwurfs einer neuen Wechsel- und Konkursordnung

    1868 - 1871 - Odessa

    Konsul

    Norddeutscher Bund

    1871 - Derebtschinsk (Gouvernement Podolsk, Russland, heute Ukraine)

    Kauf

    Landwirtschaftliches Gut

    1871 - 1874 - St. Petersburg

    Mitgründer; Mitglied des Aufsichtsrats

    Russische Bank für Auswärtigen Handel

    1872 - Nikolaew (Russland, heute Mykolaew, Ukraine)

    Mitgründer

    Nikolaewer Kommerzbank

    1873 - Odessa

    Mitgründer

    Südrussische Baugesellschaft

    1877 - Derebtschinsk

    Gründer und Inhaber

    Derebtschinsker Zuckerfabrik

    30. Dezember 1879 - Odessa (Russland, heute Ukraine)
  • Genealogie

    Vater Joachim Mahs 28.9.1758–6.3.1836 geb. in Hamburg; Großkaufmann, 1779–1800 Besitzer der Firma Mahs & Söhne in St. Petersburg (Russland); preußischer Konsul; gest. in St. Petersburg
    Großvater väterlicherseits Johann Joachim Mahs 28.6.1746–10.1.1796 geb. in Hamburg; Großkaufmann; 1779–1796 preußischer Konsul in St. Petersburg; gest. in St. Petersburg
    Großmutter väterlicherseits Hedwig Mahs, geb. Grään 6.6.1728–2.1.1793 geb. in Wyborg (Oblast Leningrad, Russland)
    Mutter Elisabeth Mahs, geb. Sievers 3.4.1773–1.1.1814 geb. in St. Petersburg
    Großvater mütterlicherseits Thomas Sievers 19.6.1737–14.5.1819 geb. in Lübeck, gest. in St. Petersburg
    Großmutter mütterlicherseits Dorothea Hedwig Sievers, geb. Mahs 15.6.1758–3.2.1818
    Schwester Elisabeth Mahs geb. 1791
    Bruder Thomas Mahs 21.1.1793–26.3.1867 Großkaufmann in Odessa (Russland, heute Ukraine) und Hamburg; 1829–1867 russischer Konsul in Hamburg
    Schwester Rosina Schröder, geb. Mahs 15.6.1794–5.5.1865 verh. mit Georg Engelbrecht Schröder (16.5.1793–10.10.1865), Großkaufmann in St. Petersburg, Mitglied der 1. Gilde, Hamburger, Bremer und Lübecker Konsul
    Bruder Johann Joachim Mahs geb. 1795
    Schwester Julia Mahs 1796–1819
    Bruder Bernhard Mahs geb. 1798
    Bruder Karl Mahs 1800–1846
    Bruder Martin Mahs 1802–1864 Architekt
    Schwester Amalia Mahs 1804–1857
    Bruder Alexander Mahs
    Bruder Nikolaus (Nikolaj) Mahs 1806–18.7.1893 Großkaufmann, Baumwollmakler in Liverpool; 1848 russischer Vizekonsul, 1853 russischer Konsul in Liverpool; 1856 Besitzer von N. Mahs & Co.
    Schwester Helene Mahs 1808–1852 verh. mit Johann Albrecht Bock (1796–1847), Großkaufmann in Odessa (Russland, heute Ukraine)
    Bruder Georg Mahs 1808–1828
    Bruder Robert Mahs geb. 1812
    Heirat 28.5.1834 in Odessa
    Ehefrau Marie Wilhelmine Mahs, geb. Kluge 1.2.1813–28.10.1893 geb. in Rumpenheim(heute Stadtteil Offenbach am Main, Hessen)
    Schwiegervater Johann Georg Kluge 1733–1814 Kaufmann in Frankfurt am Main
    Schwiegermutter Sophie Kluge, geb. Bock 1789–1846 aus Kaufmannsfamilie in Odessa
    Sohn Robert von Mahs jung verstorben
    Sohn Ernst von Mahs 29.4.1836–11.6.1903 Großkaufmann in Odessa
    Schwiegertochter Elise von Mahs, geb. Trithen 8.11.1847–12.3.1915
    Enkel Ernst Arnold von Mahs 1868–1919 in Winntsa (Russland, heute Winnizja, Ukraine); von Bolschewiki ermordet
    Sohn Thomas von Mahs 27.9.1842–21.11.1921 Bankier
    Schwiegertochter Marie von Mahs, geb. Trithen 8.12.1856–24.12.1940 Tochter von Carl Otto Trithen (1822–1865), Großkaufmann, schweizerischer Konsul in Odessa
    Tochter Emilie Trabotti, geb. v. Mahs 24.3.1850–26.9.1935
    Schwiegersohn Alfred Trabotti 1.3.1837–6.11.1918 Großkaufmann in Odessa
    Tochter Jenny von Mahs jung verstorben
    Diese Grafik wurde automatisch erzeugt und bietet nur einen Ausschnitt der Angaben zur Genealogie.

    Mahs, Ernst (1807 – 1879)

    • Vater

      Joachim Mahs

      28.9.1758–6.3.1836

      geb. in Hamburg; Großkaufmann, 1779–1800 Besitzer der Firma Mahs & Söhne in St. Petersburg (Russland); preußischer Konsul; gest. in St. Petersburg

      • Großvater väterlicherseits

        Johann Mahs

        28.6.1746–10.1.1796

        geb. in Hamburg; Großkaufmann; 1779–1796 preußischer Konsul in St. Petersburg; gest. in St. Petersburg

      • Großmutter väterlicherseits

        Hedwig Mahs

        6.6.1728–2.1.1793

        geb. in Wyborg (Oblast Leningrad, Russland)

    • Mutter

      Elisabeth Mahs

      3.4.1773–1.1.1814

      geb. in St. Petersburg

      • Großvater mütterlicherseits

        Thomas Sievers

        19.6.1737–14.5.1819

        geb. in Lübeck, gest. in St. Petersburg

      • Großmutter mütterlicherseits

        Dorothea Sievers

        15.6.1758–3.2.1818

    • Schwester

      Elisabeth Mahs

      geb. 1791

    • Bruder

      Thomas Mahs

      21.1.1793–26.3.1867

      Großkaufmann in Odessa (Russland, heute Ukraine) und Hamburg; 1829–1867 russischer Konsul in Hamburg

    • Schwester

      Rosina Schröder

      15.6.1794–5.5.1865

      verh. mit Georg Engelbrecht Schröder (16.5.1793–10.10.1865), Großkaufmann in St. Petersburg, Mitglied der 1.·Gilde, Hamburger, Bremer und Lübecker Konsul

    • Bruder

      Johann Joachim Mahs

      geb. 1795

    • Schwester

      Julia Mahs

      1796–1819

    • Bruder

      Bernhard Mahs

      geb. 1798

    • Bruder

      Karl Mahs

      1800–1846

    • Bruder

      Martin Mahs

      1802–1864

      Architekt

    • Schwester

      Amalia Mahs

      1804–1857

    • Bruder

      Alexander Mahs

    • Bruder

      Nikolaus Nikolaj Mahs

      1806–18.7.1893

      Großkaufmann, Baumwollmakler in Liverpool; 1848 russischer Vizekonsul, 1853 russischer Konsul in Liverpool; 1856 Besitzer von N. Mahs & Co.

    • Schwester

      Helene Mahs

      1808–1852

      verh. mit Johann Albrecht Bock (1796–1847), Großkaufmann in Odessa (Russland, heute Ukraine)

    • Bruder

      Georg Mahs

      1808–1828

    • Bruder

      Robert Mahs

      geb. 1812

    • Heirat

      in

      Odessa

      • Ehefrau

        Marie Wilhelmine Mahs

        1.2.1813–28.10.1893

        geb. in Rumpenheim(heute Stadtteil Offenbach am Main, Hessen)

  • Biografie

    Mahs entstammte einer hamburgischen Kaufmannsfamilie mit jüdischen Wurzeln, die im 18. Jahrhundert nach St. Petersburg (Russland) kam und dort bis 1840 aktiv war. Er studierte nach dem Besuch der St. Annenschule in St. Petersburg an der dortigen Universität Jura und kam um 1830 in Verbindung mit dem großen Unternehmen Ludwig Stieglitz & Co. Ludwig Stieglitz (1779–1843) ernannte ihn 1832 zu seinem Vertreter in Odessa (Russland, heute Ukraine), wo seine Hauptaufgaben das Getreidegeschäft und die Bankgeschäfte für die in Odessa führende Firma Stieglitz waren. 1833/34 ergriff er im Auftrag des Gouverneurs von Noworossija, Michail Semjonowitsch Worontsow (1782–1856), erfolgreich Maßnahmen gegen die Hungersnot in den Schwarzmeergebieten, ebenso 1837 gegen die Cholera und die folgende Hungersnot. Von 1835 bis 1838 bestand eine gemeinsame Firma Stieglitz, Mahs & Co., die 1837 fast fünf Millionen Rubel im Getreideexport umsetzte.

    1838 machte sich Mahs einvernehmlich mit Stieglitz unter dem Firmennamen Ernst Mahs Co. selbstständig, übernahm die Geschäfte von Stieglitz in Odessa und setzte den Export von Getreide fort; anfangs mit einem Umsatz von 280 000 Rubel, 1839 bereits mit 2,7 Millionen Rubel. In den 1840er und 1850er Jahren (Krimkrieg) sank sein Umsatz im Durchschnitt auf 1,2 Millionen Rubel, er organisierte aber den Export über den Landweg mit der Bahn Brody-Radzhiwilov-Berditschew nach Österreich. In den 1860er Jahren stieg der Exportumsatz stark auf 3,6 Millionen Rubel an, womit Mahs einer der drei größten Getreideexporteure Odessas wurde; 1864 war er mit 5,3 Millionen Rubel Umsatz der größte Exporteur in Odessa und einer der größten Exporteure des Russischen Kaiserreichs. Neben Getreide führte Mahs‘ Haus auch Wolle von Merinoschafen und Zucker aus, Anfang der 1870er Jahre wurde der Export auch über Nikolaew abgewickelt.

    1859 stieg Eugen Schulz (1829–1909) in die Firma Ernst Mahs & Co. ein und wurde langjähriger Geschäftsführer. Seit den 1860er Jahren investierte Mahs in Industrie und Produktion: 1864 war er Mitgründer der Odessaer Gesellschaft für Gasbeleuchtung. 1871 kaufte er das Gut in Derebtschinsk im Podolsker Gouvernement mit 9 000 Hektar, wo 1877 auf Basis der großen Rübenzuckerproduktion eine Zuckerraffinerie entstand. Daneben besaß Mahs in Odessa eine Dampfmühle und in Zentralrussland eine holzverarbeitende Fabrik, die Gesellschaft der Nordischen Holzindustrie.

    Mahs war an der Börse und im Bankwesen aktiv: Von 1842 bis kurz vor seinem Tod war er im Vorstand der Börse, von 1848 bis 1856 deren Vorsitzender, sonst dessen Stellvertreter (Ältester). Seine Firma fungierte auch als Handelsbank und vergab Kredite: Mahs’ Bankumsätze betrugen von 1877 bis 1880 zwischen 28 und 71 Millionen Rubel.

    Er war 1871 Mitgründer der Russischen Bank für Auswärtigen Handel in St. Petersburg und bis 1874 deren Aufsichtsratsmitglied sowie 1872 Mitgründer der Nikolaewer Kommerzbank. In den 1860er Jahren war er Interessenvertreter des Hauses Rothschild.

    Mahs arbeitete in vielen Ämtern und Kommissionen für die Stadt Odessa, v. a. für die städtische Wirtschaft. 1833/34 als Beauftragter für den Kampf gegen die Hungersnot, 1838/39 Kommissar für die Bekämpfung der Cholera, initiierte er auch die Quarantäneregelung für den Hafen in den 1840er Jahren. Der russischen Armee in Sewastopol spendete er 1854 eine große Menge Getreide. Bedeutend waren seine Leistungen für die Armen der Stadt. Insbesondere finanzierte er den Bau des Nachtasyls (Massowskij) und stellte testamentarisch 60 000 Rubel für dessen Unterhaltung zur Verfügung, ebenso sicherte er für das Knabenwaisenhaus bei der Evangelisch-Lutherischen Paulskirche die Gründungs- und Unterhaltsfinanzierung mit 15 000 Rubel; beide Häuser wurden 1880 fertiggestellt. Ehrenamtlich diente er als Konsul für die diplomatischen Vertretungen von Hannover (1838–1867) und Preußen (1860–1871) sowie des Nordddeutschen Bundes von 1868 bis 1871. 1873 erhielt er deshalb vom Deutschen Kaiser den Titel Baron verliehen, der 1874 vom Zaren bestätigt wurde.

    Nach Mahs’ Tod führten seine Söhne Ernst von Mahs (1836–1903) und Thomas von Mahs (1842–1921) mit Schulz die Firma weiter. Die Haupttätigkeit blieb das Bankgeschäft, das 225 Millionen Rubel von insgesamt 245 Millionen Rubel des Gesamtumsatzes erbrachte. Im Getreidehandel blieb das Unternehmen einer der großen Exporteure, jedoch sank der Umsatz allmählich von ca. 400 000 Tschetwert auf 130 000 Tschetwert jährlich in den 1890er Jahren. Ausgebaut wurde besonders das Gut in Derebtschinsk von Mahs’ Enkel Ernst Arnold von Mahs (1868–1919); die Geschäfte in Odessa kamen weitgehend zum Erliegen. Mit der Revolution und dem Ende des Ersten Weltkriegs endete die Tätigkeit des Hauses Mahs in Russland, Ernst Arnold von Mahs wurde 1919 von Bolschewiki in Winntsa (heute Winnizja, Ukraine) ermordet.

  • Auszeichnungen

    1837 Ritter des Guelphen-Ordens des Königreich Hannover
    1837 russischer Orden des Heiligen Wladimir 3. Klasse
    1837 russischer St. Anna Orden 2. Klasse (1866 mit Doppeladler)
    1837 preußischer Roter Adler Orden 3. Klasse
    1838 Goldmedaille der Stadt Odessa
    1838–1840 Kirchenvorsteher der lutherischen Kirche in Odessa
    1844 Mitglied im Institut für wohlgeborene Jungfrauen, Odessa
    1852 Erblicher Ehrenbürger der Stadt Odessa
    1852 Vorstand der reformierten Kirche Odessa
    1854 russischer Kommerzienrat
    1854 Mitglied der Kaiserlichen landwirtschaftlichen Gesellschaft Südrusslands (1858–1864 Schatzmeister)
    1855 Vorsitzender des Komitees für die Fürsorge für unbemittelte Einwohner Odessas
    1856 Mitglied im Institut für Arme und Kranke, Odessa
    1859 russischer Orden des Heiligen Stanislaus 3. Klasse
    1864 hannoverscher Guelphen-Orden 4. Klasse
    1865 Mitglied im Komitee des Ambulatoriums, Odessa
    1866 russischer St. Anna Orden 2. Klasse
    1867 Ritter des Hannoverschen Ernst-August-Ordens
    1873 Deutscher Baron (1874 durch den Zar bestätigt)
    1873 Russischer Orden des Weißen Adlers
    1875 Mitglied der Gesellschaft des Nachtasyls (Massowskij), Odessa
    1877 Mitglied der Gesellschaft für Frauen, Odessa
    1878 Vorstand des Zentralkomitees der Gesellschaft für Armenhilfe, Odessa
  • Quellen

    Nachlass:

    Dokumente und Briefe in Familienbesitz.

    Weitere Archivmaterialien:

    Russisches Staatliches Archiv Alter Akten, Moskau, F. 1261, op. 2, d. 630.

    Archiv des Instituts für Geschichte der Akademie der Wissenschaften, St. Petersburg, F. 36, op. 1, N 1018, N 1019; F. 36, op. 2, d. 3; F. 36, op. 2, d. 102; F. 36, op. 1, d. 1023.

    Russisches Staatliches Historisches Archiv, St. Petersburg, F. 1343, op. 39, d. 2990; F. 20, op. 12, d. 285.

    Staatsarchiv des Chmelnitsker Gebietes, F. 113, op. 59, d. 248¸ d. 2486.

    Staatsarchiv des Mykolaewer Gebietes, Mykolaew, F. 229, op. 1, d. 1621; F. 230, op. 1, d. 31, d. 10.899; F. 239, op. 1, d. 61, d. 75, d. 78, d. 108, d. 113, d. 122, d. 128.

    Staatsarchiv des Odesaer Gebietes, Odesa, F. 1, op. 140, d. 78, op. 109, d. 560; F. 2, op. 2, d. 259; F. 16, op. 1, d. 105, op. 97, d. 40; F. 451, op. 2, d. 60, d. 924; F 630, op. 1, d. 256.

    Archiv William Brandt & Sons, Universitätsbibliothek, Nottingham.

    Archives Nationales du Monde du Travail, Roubaix.

    Archive Banque Rothschild, Paris, 12P 132, 12P 133.

    Gemeentearchieff, Rotterdam.

    Archief van Stolk, Rotterdam, Best 419, Nr. 403–405.

    Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Berlin, Abt. III, MdA II N 9 431.

    Gedruckte Quellen:

    Obzor wneschnej torgowli Rossii po evropejskoj i aziatskoj granicam [Übersicht des Außenhandels Russlands über die europäische und asiatische Grenze], 1870–1917.

    Odesskij Komitet Torgowli i Manufaktura [Rechenschaftsbericht des Odessaer Komitees für Handel und Industrie] 1883–1900, 1884–1901.

    Andreas Zenker, Geschäftiges Russland. Erinnerungen eines Bankiers, hg. v. Wolfgang Sartor, 2004.

    Zeitungen:

    Nikolaewskij listok objawlenij [Nikolaewer Anzeigenblätter], 1871, 1883, 1897.

    Révue commerciale, Odessa, 1885.

    Nikolaewskij Westnik [Nikolaewer Berichte], 1777–1879.

    Wedomost’ gorodskogo obschtschestwennogo uprawlenija [Nachrichten der städtischen gesellschaftlichen Verwaltung], 1881, 1885.

    Odessaer Deutsche Zeitung, 1875, 1880.

    Odesskij Westnik [Odessaer Berichte], 1839–1865, 1880.

  • Literatur

    Monografien:

    Taissa Michaijlowna Kitanina, Chlebnyj eksport Rossii v kontse XIX natschale XX vekov, 2011.

    Patricia Herlihy, Odessa. A History 1794–1894, 1986.

    Boris Wasilewitsch Ananitsch, Bankirskie doma v Rossii, Otscherki istorii tschastnogo predprinimatelstwa, 1991.

    Dittmar Dahlmann/Carmen Scheide (Hg.), „…das einzige Land in Europa, das eine große Zukunft vor sich hat.“ Deutsche Unternehmen und Unternehmer im Russischen Reich im 19. und frühen 20. Jahrhundert, 1998.

    Guido Hausmann/Wolfgang Sartor/Viktor Zacharov, Mas, Nemtsy v Rossii Enciklopedija K–O, hg. v. Alfred Eisfeld, 2004.

    Guido Hausmann, Deutsche Kaufleute und Unternehmer im Wirtschaftsleben Odessas am Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts, 2005.

    Wolfgang Sartor, Rossijskij zernovoj eksport XIX–XX ww. i torgowyj doma ‘Maas’ i ‘Dreyfus’, in: Istorija predprinimatelstwa v Rossii XIX natschalo XX vekov, 2008, S. 216–249.

    Wolfgang Sartor, Das Haus Mahs. Eine internationale Unternehmerfamilie im Russischen Reich 1750–1918, 2009. (P)

    Wolfgang Sartor, Clebnye eksportery tschernomorsko-azowskogo regiona, gruppy predprinimatelej i ich etnitscheskich sostaw [Getreideexporteure der Region des Schwarzen und Azowschen Meeres], 1834–1914, in: Grecke pіdpriеmnictwo і torgіwlja u Pіwnіtschnomu Pritschornomorї XVIII–XIX st. [Griechisches Unternehmertum in Handel und Industrie im Schwarzmeergebiet], Redaktion Gelina Harlaftis, 2012.

    Pavel Wladimirowitsch Luzinov, Peterburgskie kuptsy, fabrikanty i bankiry schtiglitsy, 2014.

    Nachrufe:

    Odesskij Westnik Nr. 1 v. 1 jul. (13. greg. )1.1880, Nr. 2 v. 3. jul. (16. greg. )1.1880, Nr. 3 v. 4. jul. (16. greg. )1.1880.

    Odessaer Deutsche Zeitung 1880, Nr. 1 v. 1. jul. (15. greg. )1.1880.

    Zur Familie:

    Genealogisches Handbuch des Adels, Bd. 16, Freiherrliche Häuser B, Bd. 2, 1957, S. 275–277 und Bd. 62, Freiherrliche Häuser B, Bd. VI, 1976, S. 244–247.

  • Onlineressourcen

  • Porträts

    vier Fotografien in Privatbesitz, Familienarchiv von Mahs, z. T. Abbildungen in: Wolfgang Sartor, Das Haus Mahs. Eine internationale Unternehmerfamilie im Russischen Reich 1750–1918, 2009, S. 72 u. 113.

  • Autor/in

    Wolfgang Sartor (Traben-Trarbach)

  • Zitierweise

    Sartor, Wolfgang, „Mahs, Ernst“ in: NDB-online, veröffentlicht am 01.03.2024, URL: https://www.deutsche-biographie.de/1306575567.html#dbocontent

    CC-BY-NC-SA