Lebensdaten
1837 bis 1919
Geburtsort
Karlsruhe
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Architekt ; Architekturschriftsteller
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118681311 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Durm, Joseph Wilhelm
  • Durm, Josef
  • Durm, Joseph
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Zitierweise

Durm, Joseph, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118681311.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Philipp, Schneidermeister in Karlsruhe;
    M Cath., T des Maurer- u. Baumeisters Jos. Singer in Karlsruhe;
    1877 Marie Saal;
    S Leopold (1878–1918), Dr. med., Maler (s. ThB).

  • Leben

    Als Schüler Gottfried Sempers und Jac. Burckhardts erwarb sich D. auf seinen ersten Reisen 1860/61 durch Kleinasien, Griechenland, Italien, Südfrankreich und England die Anschauung des architektonischen Formengutes, das diese Zeit vom Baumeister forderte. In vielen Bauwerken, die ihm, der 1862 nach Deutschland zurückkehrte, vor allem in Mannheim, Heidelberg und Karlsruhe in Auftrag gegeben wurden, verarbeitete er diese Kenntnisse der klassischen Stilformen in eigenen Bauten, die sich der Formen der italienischen Renaissance und der beginnenden Barockzeit vorzüglich bedienten. – Mit seinen Bauten entsprach D. so sehr seiner Zeit, daß er, kurz nach der Vollendung des Palais Schmieder 1868, als Professor an die TH Karlsruhe berufen wurde. Mit dieser Lehrtätigkeit begann er sich nun auch als Architekturschriftsteller einen bedeutenden Namen zu erwerben. Am bekanntesten wurde er durch das „Handbuch der Architektur“, das er mit anderen Fachkollegen seit 1881 herausgab. Seine umfassende Sachkenntnis ermöglichte ihm in Fragen der Archäologie entscheidend einzugreifen. Er starb, ohne die Schmälerung seiner Architekturauffassung durch eine neue Zeit zu erfahren. Seine umfassenden und grundlegenden Arbeiten zur Architekturgeschichte sind unentbehrlich und heute noch unübertroffen. – Oberbaudirektor, GR, Dr. phil. honoris causa (Heidelberg), Dr.-Ingenieur Ehren halber (Berlin).

  • Werke

    Bauten: Karlsruhe: Amtsgericht, Kunstgew.-Mus., Kunstgewerbeschule, Festhalle, Vierordtbad. Synagoge, Palais d. Prz. Max, Aula d. TH; Heidelberg: Aula u. Bibl. d. Univ., Gymnasium;
    Frankfurt: Schloß d. Gfn. Alcard u. a. Privatbauten, Ges.haus im Zoolog. Garten;
    Freiburg: Physikal., chem. u. physiolog. Inst. d. Univ., neues Gymnasium, Kirche St. Johann;
    Baden-Baden: Landesbad u. Kaiserin Augusta-Bad;
    Mannheim: Portale d. Rheinbrücke u. Verwaltungsgebäude d. Oberrhein. Versicherungsges.;
    Badenweiler u. Schopfheim: Neue prot. Kirche;
    Schrr.: Lehrb. d. Baukunst, 1880;
    Konstruktion u. polychrome Details d. griech. Baukunst, 1880;
    Die Kuppeln von St. Peter in Rom u. S. Maria del Fiore in Florenz, 1887;
    Zur Baugesch. d. Residenzschlosses, 1893;
    Das Heidelberger Schloß, 1894;
    Die Baukunst d. Griechen, 31910;
    Die Baukunst d. Etrusker u. Römer, 21905, Die Baukunst d. Renaissance in Italien, 21903, alle 3 in d. v. D. mithrsg. Hdb. d. Architektur, 1881 ff.; Mitbegründer: Die Kunstdenkmäler im Ghzgt. Baden, 1887 ff.

  • Literatur

    F. Pecht, in: Die Kunst f. Alle 1, H. 3, 1.11.1885;
    Zs. f. bildende Kunst u. Kunstchronik 2, 1887;
    ThB;
    Wasmuths Lex. d. Baukunst, 1930;
    DBJ II (Tl. 1919, W, L).

  • Autor/in

    Oswald Hederer
  • Empfohlene Zitierweise

    Hederer, Oswald, "Durm, Joseph" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 202 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118681311.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA